Xpengs Flaggschiff-SUV G9L kommt offiziell nach Europa und wird bei Magna Steyr in Graz gebaut.
Bild-Quelle: Xpeng
Xpeng G9L kommt nach Europa – gebaut in Graz, damit zollfrei
Xpeng macht bei seinem neuen Oberklasse-SUV G9L Nägel mit Köpfen: Das 5,12 Meter lange Flaggschiff kommt offiziell nach Europa und wird dafür bei Magna Steyr im österreichischen Graz montiert. Die Weltpremiere findet am 12. Oktober auf dem Pariser Autosalon statt (Publikumstage bis 18. Oktober); anschließend soll der G9L in insgesamt 64 Ländern und Regionen angeboten werden. Die ersten Auslieferungen in Europa sind um den Jahreswechsel geplant.
Der Produktionsstandort ist der eigentliche Clou. Weil der G9L in Europa gebaut und nicht aus China importiert wird, umgeht Xpeng den EU-Sonderzoll, der reine Elektroauto-Importe verteuert (für Xpeng 20,7 Prozent zusätzlich zum Basiszoll). Der G9L ist bereits das vierte Xpeng-Modell aus Grazer Fertigung – nach den SUV G6 und G9 sowie der Limousine P7+. Damit betrachtet Xpeng Europa nicht mehr nur als Exportmarkt, sondern als Produktionsstandort. Gebaut wird der G9L künftig sowohl in Guangzhou als auch in Graz.
Technisch ist der G9L auf Europa vorbereitet: Xpeng entwickelte ihn ausdrücklich auch für internationale Sicherheitsstandards, absolvierte 6,74 Millionen Testkilometer in 26 Ländern und 192 Crashtests (Fünf-Sterne-Ziel bei Euro NCAP und drei weiteren Systemen). Die reinen Elektroversionen bieten 660 bis 755 Kilometer Reichweite (CLTC), laden dank 800-Volt-Technik in neun Minuten Strom für rund 450 Kilometer nach und beschleunigen in 4,45 Sekunden auf Tempo 100. In China wird der G9L auch als Range Extender angeboten; ob diese Variante nach Europa kommt, ist offen.
| Modell | Xpeng G9L (Flaggschiff-SUV, 5,12 m) |
|---|---|
| Europapremiere | 12. Oktober 2026, Pariser Autosalon |
| Produktion Europa | Magna Steyr, Graz (Österreich) – damit zollfrei |
| Bisher aus Graz | G6, G9, P7+ (G9L ist das 4. Modell) |
| Erste Auslieferungen | um den Jahreswechsel 2026/2027 |
| Antrieb | reines Elektro (Europa); Range Extender in China |
| Reichweite BEV | 660–755 km (CLTC); 800 V, +450 km in 9 Min |
| Vermarktung | weltweit in 64 Ländern/Regionen geplant |
| Deutschland-Preis/Termin | noch nicht genannt (Details zur Paris-Premiere) |
Die Reichweiten sind CLTC-Werte und liegen nach WLTP niedriger. Konkrete Preise und der genaue Deutschland-Termin folgen zur Premiere in Paris.
Was das für den deutschen Markt bedeutet
Für deutsche Käufer ist die Graz-Entscheidung die eigentliche Nachricht. Sie bedeutet, dass der G9L nicht mit dem vollen EU-Sonderzoll belastet wird – anders als importierte reine Elektroautos. Das hält den Preis konkurrenzfähiger und dürfte den G9L im Oberklasse-SUV-Segment gegen Audi Q6/Q8 e-tron, BMW iX und Mercedes EQE/EQS SUV in Stellung bringen. Zum Vergleich: Den kleineren, bereits erhältlichen G9 bietet Xpeng in Deutschland ab rund 59.600 Euro an; der in China 33.000 bis 41.000 Euro teure G9L wird hierzulande zwar teurer, dank Graz-Fertigung aber ohne Zollaufschlag kalkuliert.
Der Schritt ist zugleich ein Muster mit Ansage: Xpeng lokalisiert im Jahrestakt Modell für Modell in Europa und macht damit vor, wie chinesische Hersteller die Zölle aushebeln – durch Produktion vor Ort statt Import. Für die deutsche Premiumkonkurrenz ist ein in Österreich gebauter, vollausgestatteter China-SUV eine unbequeme Entwicklung. Offen bleibt, ob Deutschland direkt zu den ersten Märkten gehört und wann die Auslieferungen hier beginnen – diese Details nennt Xpeng erst in Paris.
Die Graz-Fertigung ist Xpengs Antwort auf die EU-Zölle – und ein Beleg dafür, dass die China-Marken Europa ernst nehmen. Mit dem G9L rollt schon das vierte lokal montierte Modell an; aus dem reinen Importeur wird ein Hersteller mit europäischer Produktion. Für Kunden zählt am Ende der homologierte WLTP-Wert, der Preis und das Servicenetz. Klar ist aber: Ein zollfrei in Österreich gebautes China-Flaggschiff verschiebt die Kräfteverhältnisse im europäischen Oberklasse-Segment spürbar.
Der Innenraum im G9L von Xpeng.
Bild-Quelle: Xpeng

