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Zwei Marken, zwei Partner: Wer in China künftig was baut
Audi China hat am Montag über WeChat bekanntgegeben, mit der FAW Group und mit SAIC Motor jeweils eine eigene strategische Vereinbarung geschlossen zu haben. Sie legt Markenpositionierung, strategische Schwerpunkte und die Struktur der Vertriebskanäle fest. Die Trennung verläuft nach Marke, nicht nach Antriebsart.
FAW-Audi, seit 1988 Audis ältester Partner in China, übernimmt die Marke mit den vier Ringen komplett – also Verbrenner, Hybride und Elektroautos. Geplant sind dort unter anderem der A6L e-tron und der Q6L e-tron, chinesische Langversionen auf der PPE-Elektroplattform, sowie neue Generationen von A5L und A6L.
SAIC-Audi, 2021 gegründet, führt künftig nur noch die 2025 eingeführte Schriftzug-Marke AUDI ohne Ringe und ausschließlich Elektro- und New-Energy-Fahrzeuge. Bisher gibt es zwei Modelle: den E5 Sportback und das SUV AUDI E7X, das im Mai ab 269.800 Yuan startete.
Was jetzt neu ist – und was schon bekannt war
Über die Aufteilung hatten chinesische Wirtschaftsmedien seit Mai berichtet. Als Audi vergangene Woche den Chery-Manager Jeff Zhang zum neuen China-Chef machte, war ein Vertrag laut diesen Berichten noch nicht unterschrieben. Das ist nun geschehen.
Neu ist auch die Übergangsfrist: SAIC-Audi darf Modelle mit den vier Ringen noch bis Ende 2027 verkaufen. Service und Ersatzteile für Kunden beider Marken laufen darüber hinaus weiter. Berichten zufolge hat SAIC-Audi die Fertigung von Verbrennern wie A5L Sportback, A7L und Q6 bereits stark heruntergefahren oder eingestellt. Wie die Händlernetze nach 2027 aussehen, ließ Audi offen.
Für die Marke AUDI wollen Audi und SAIC die Zusammenarbeit über die gesamte Entwicklungskette ausbauen. Basis ist das im September eröffnete AUDI Innovation Tech Center in Shanghai mit rund 300 Beschäftigten. Laut Berichten sind vier weitere AUDI-Modelle auf einer neuen Plattform geplant, das erste ab 2028; offiziell bestätigt hat Audi das in der Mitteilung nicht.
Audi in China: die Eckdaten der Neuordnung
Die wichtigsten Punkte der Vereinbarungen vom 26. Oktober im Überblick:
| Unterzeichnung | 26.10.2026 (Mitteilung Audi China) |
| FAW-Audi (seit 1988) | Marke mit vier Ringen: Verbrenner, Hybride, E-Autos |
| Geplante Modelle FAW-Audi | A6L e-tron, Q6L e-tron, neuer A5L, neuer A6L |
| SAIC-Audi (seit 2021) | nur Marke AUDI ohne Ringe, nur New-Energy-Fahrzeuge |
| AUDI-Modelle bisher | E5 Sportback, E7X (ab 269.800 Yuan) |
| Vier Ringe bei SAIC-Audi | Verkauf nur noch bis Ende 2027 |
| Neue AUDI-Modelle | laut Berichten vier, erstes ab 2028 |
| Neuer Präsident Audi China | Jeff Zhang (zuvor Chery), ab 01.11.2026 |
| AUDI-Modelle für Europa | nicht geplant |
Stand 27.10.2026. Angaben laut Audi China; Modellzahl und Zeitplan neuer AUDI-Modelle nur laut Berichten.
Warum Audi in China umbauen muss
Der Druck kommt aus dem Markt. Im dritten Quartal 2026 lieferte die Marke Audi weltweit 314.905 Autos aus, 19,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In China brach der Absatz in den ersten neun Monaten um knapp ein Viertel ein. Audi nennt selbst den schwachen chinesischen Markt und den starken Wettbewerb als Gründe – gemeint sind vor allem heimische Marken wie BYD, Xiaomi, Aito oder Li Auto, die im Premium-Segment mit Technik und Preis punkten.
Audi ist damit nicht allein: Auch BMW verlor in China zuletzt fast jeden vierten Käufer, und Mercedes senkte am 27. Oktober wegen China seine Jahresprognose. Die Zwei-Marken-Strategie soll Entscheidungen beschleunigen und die Marken klarer trennen. Audi-China-Chef Johannes Roscheck sprach von einem soliden Fundament für eine langfristige und nachhaltige Entwicklung in China. FAW-Generaldirektor Liu Yigong verwies darauf, dass FAW-Audi in 38 Jahren mehr als zehn Millionen Kunden bedient habe.
Bemerkenswert ist die Personalie an der Spitze: Mit Jeff Zhang übernimmt am 1. November ein Manager, der zuvor das internationale Geschäft der Marke Chery geführt hat. Er soll die neue Struktur umsetzen.
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Für Käufer in Deutschland ändert sich direkt nichts: Die AUDI-Modelle ohne Ringe sind nur für China gedacht, Europa bekommt weiter die klassischen Audi-Modelle. Wichtig ist der Umbau als Signal. Ein deutscher Premiumhersteller entwickelt eine eigene Marke mit einem chinesischen Partner, weil das eigene Angebot gegen BYD, Xiaomi und Co. allein nicht mehr reicht – und holt dafür einen Chery-Manager an die Spitze. Ob die Zweiteilung den Absatz stabilisiert, zeigt sich frühestens 2027, wenn die Übergangsfrist bei SAIC endet.

