Audi hat sein China-Geschäft neu geordnet und die Verträge dazu am 26. Oktober 2026 unterschrieben: FAW-Audi führt künftig die Marke mit den vier Ringen – Verbrenner, Hybride und E-Autos. SAIC-Audi konzentriert sich ausschließlich auf die Elektro-Submarke AUDI ohne Ringe. Vier-Ringe-Modelle darf SAIC nur noch bis Ende 2027 verkaufen.

AUDI E7X, Elektro-SUV der China-Submarke AUDI von SAIC-Audi
Der AUDI E7X ist das erste SUV der Schriftzug-Marke AUDI, die künftig allein bei SAIC-Audi liegt.
Bild-Quelle: AUDI

Zwei Marken, zwei Partner: Wer in China künftig was baut

Audi China hat am Montag über WeChat bekanntgegeben, mit der FAW Group und mit SAIC Motor jeweils eine eigene strategische Vereinbarung geschlossen zu haben. Sie legt Markenpositionierung, strategische Schwerpunkte und die Struktur der Vertriebskanäle fest. Die Trennung verläuft nach Marke, nicht nach Antriebsart.

FAW-Audi, seit 1988 Audis ältester Partner in China, übernimmt die Marke mit den vier Ringen komplett – also Verbrenner, Hybride und Elektroautos. Geplant sind dort unter anderem der A6L e-tron und der Q6L e-tron, chinesische Langversionen auf der PPE-Elektroplattform, sowie neue Generationen von A5L und A6L.

SAIC-Audi, 2021 gegründet, führt künftig nur noch die 2025 eingeführte Schriftzug-Marke AUDI ohne Ringe und ausschließlich Elektro- und New-Energy-Fahrzeuge. Bisher gibt es zwei Modelle: den E5 Sportback und das SUV AUDI E7X, das im Mai ab 269.800 Yuan startete.

Was jetzt neu ist – und was schon bekannt war

Über die Aufteilung hatten chinesische Wirtschaftsmedien seit Mai berichtet. Als Audi vergangene Woche den Chery-Manager Jeff Zhang zum neuen China-Chef machte, war ein Vertrag laut diesen Berichten noch nicht unterschrieben. Das ist nun geschehen.

Neu ist auch die Übergangsfrist: SAIC-Audi darf Modelle mit den vier Ringen noch bis Ende 2027 verkaufen. Service und Ersatzteile für Kunden beider Marken laufen darüber hinaus weiter. Berichten zufolge hat SAIC-Audi die Fertigung von Verbrennern wie A5L Sportback, A7L und Q6 bereits stark heruntergefahren oder eingestellt. Wie die Händlernetze nach 2027 aussehen, ließ Audi offen.

Für die Marke AUDI wollen Audi und SAIC die Zusammenarbeit über die gesamte Entwicklungskette ausbauen. Basis ist das im September eröffnete AUDI Innovation Tech Center in Shanghai mit rund 300 Beschäftigten. Laut Berichten sind vier weitere AUDI-Modelle auf einer neuen Plattform geplant, das erste ab 2028; offiziell bestätigt hat Audi das in der Mitteilung nicht.

Audi in China: die Eckdaten der Neuordnung

Die wichtigsten Punkte der Vereinbarungen vom 26. Oktober im Überblick:

Unterzeichnung26.10.2026 (Mitteilung Audi China)
FAW-Audi (seit 1988)Marke mit vier Ringen: Verbrenner, Hybride, E-Autos
Geplante Modelle FAW-AudiA6L e-tron, Q6L e-tron, neuer A5L, neuer A6L
SAIC-Audi (seit 2021)nur Marke AUDI ohne Ringe, nur New-Energy-Fahrzeuge
AUDI-Modelle bisherE5 Sportback, E7X (ab 269.800 Yuan)
Vier Ringe bei SAIC-AudiVerkauf nur noch bis Ende 2027
Neue AUDI-Modellelaut Berichten vier, erstes ab 2028
Neuer Präsident Audi ChinaJeff Zhang (zuvor Chery), ab 01.11.2026
AUDI-Modelle für Europanicht geplant

Stand 27.10.2026. Angaben laut Audi China; Modellzahl und Zeitplan neuer AUDI-Modelle nur laut Berichten.

Warum Audi in China umbauen muss

Der Druck kommt aus dem Markt. Im dritten Quartal 2026 lieferte die Marke Audi weltweit 314.905 Autos aus, 19,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In China brach der Absatz in den ersten neun Monaten um knapp ein Viertel ein. Audi nennt selbst den schwachen chinesischen Markt und den starken Wettbewerb als Gründe – gemeint sind vor allem heimische Marken wie BYD, Xiaomi, Aito oder Li Auto, die im Premium-Segment mit Technik und Preis punkten.

Audi ist damit nicht allein: Auch BMW verlor in China zuletzt fast jeden vierten Käufer, und Mercedes senkte am 27. Oktober wegen China seine Jahresprognose. Die Zwei-Marken-Strategie soll Entscheidungen beschleunigen und die Marken klarer trennen. Audi-China-Chef Johannes Roscheck sprach von einem soliden Fundament für eine langfristige und nachhaltige Entwicklung in China. FAW-Generaldirektor Liu Yigong verwies darauf, dass FAW-Audi in 38 Jahren mehr als zehn Millionen Kunden bedient habe.

Bemerkenswert ist die Personalie an der Spitze: Mit Jeff Zhang übernimmt am 1. November ein Manager, der zuvor das internationale Geschäft der Marke Chery geführt hat. Er soll die neue Struktur umsetzen.

AUDI E7X Innenraum
Innenraum des AUDI E7X. Die Marke AUDI ohne Ringe richtet sich nur an chinesische Kunden.
Bild-Quelle: AUDI
Einordnung

Für Käufer in Deutschland ändert sich direkt nichts: Die AUDI-Modelle ohne Ringe sind nur für China gedacht, Europa bekommt weiter die klassischen Audi-Modelle. Wichtig ist der Umbau als Signal. Ein deutscher Premiumhersteller entwickelt eine eigene Marke mit einem chinesischen Partner, weil das eigene Angebot gegen BYD, Xiaomi und Co. allein nicht mehr reicht – und holt dafür einen Chery-Manager an die Spitze. Ob die Zweiteilung den Absatz stabilisiert, zeigt sich frühestens 2027, wenn die Übergangsfrist bei SAIC endet.

Was hat Audi in China am 26. Oktober 2026 beschlossen?
Audi unterzeichnete getrennte Vereinbarungen mit FAW und SAIC. FAW-Audi führt künftig die Marke mit den vier Ringen, SAIC-Audi nur noch die Elektro-Submarke AUDI ohne Ringe.
Was ist der Unterschied zwischen Audi und AUDI in China?
Audi mit vier Ringen ist die bekannte Marke mit Verbrennern, Hybriden und E-Autos. AUDI in Großbuchstaben ohne Ringe ist eine 2025 gestartete Elektro-Submarke, die Audi gemeinsam mit SAIC nur für China entwickelt.
Wie lange verkauft SAIC-Audi noch Modelle mit vier Ringen?
Bis Ende 2027. Service und Ersatzteile für bestehende Kunden laufen auch danach weiter.
Kommen AUDI-Modelle wie der E7X nach Deutschland?
Nein, ein Europa-Start ist nicht geplant. E5 Sportback und E7X sind reine China-Modelle.
Wie stark ist Audi in China eingebrochen?
In den ersten neun Monaten 2026 sank der Audi-Absatz in China um knapp ein Viertel. Weltweit lieferte Audi im dritten Quartal 314.905 Autos aus, 19,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Mach ChinaElektro.de zu deiner bevorzugten Quelle auf Google – so siehst du unsere Berichte zu chinesischen E-Autos häufiger in den Schlagzeilen.

ChinaElektro.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Philipp Wiedmaier
Über den AutorPhilipp WiedmaierGründer & Chefredakteur

Philipp Wiedmaier hat chinaelektro.de 2025 gegründet und verantwortet die Redaktion. Er wertet MIIT-Zulassungsdaten und Herstellerangaben aus und ordnet ein, welche der über 500 erfassten Modelle tatsächlich nach Deutschland kommen – mit Blick auf Preis, Zölle und Marktstart.

Kontakt:
redaktion@chinaelektro.de · LinkedIn