Das Chery-JLR-Joint-Venture bringt am 3. September den Freelander 8, einen Luxus-SUV mit Range Extender.
Bild-Quelle: Chery-JLR
Freelander 8: Chinas Wiederbelebung eines Land-Rover-Namens startet am 3. September
Der Name Freelander weckt in Europa Erinnerungen an Land Rover – und genau darauf setzt ein chinesisches Joint Venture. Am 3. September bringt die Marke Freelander, ein Gemeinschaftsunternehmen von Chery und Jaguar Land Rover (JLR), ihr erstes Modell auf den Markt: den Freelander 8, einen großen Luxus-SUV mit Range-Extender-Antrieb. Die Weltpremiere findet in Peking statt.
Freelander wurde im März 2026 von einem früheren Land-Rover-Modell zu einer eigenständigen Marke für New-Energy-Fahrzeuge umgebaut; sechs Modelle sind in fünf Jahren geplant. Der Freelander 8 ist ein 5,12 Meter langer Full-Size-SUV mit Allrad und bis zu 610 kW (818 PS), einer rein elektrischen Reichweite von 310 Kilometern (CLTC) und einem 1,5-Liter-Turbo als Generator. An Bord: 800-Volt-Technik, 6C-Schnellladen (20 auf 80 Prozent in 12 Minuten), das Huawei-Assistenzsystem ADS 5 und ein Dach-LiDAR. In China liegt der Vorverkaufspreis nach Rabatt bei 329.900 Yuan (rund 48.650 Dollar).
Entscheidend für den europäischen Blick: Freelander ist von Beginn an als Weltmarke angelegt – mit Links- und Rechtslenkern und Anpassungen an europäische Vorschriften. Die erste Exportversion (Linkslenker) geht Ende 2026 oder Anfang 2027 in den Nahen Osten, danach folgt die globale Expansion inklusive Europa. Für den europäischen Markt kolportieren Berichte einen Preis von 45.000 bis 55.000 Euro – womit sich der Freelander 8 unter dem Land Rover Defender positionieren würde. Die Rollenverteilung: JLR liefert Design und Positionierung, Chery die Technik und die Produktion.
| Marke | Freelander (Chery-JLR-Joint-Venture, seit März 2026 eigenständig) |
|---|---|
| Erstes Modell | Freelander 8 (Luxus-SUV, Range Extender) |
| Marktstart China | 3. September 2026 (Weltpremiere Peking) |
| Antrieb | Allrad, bis 610 kW (818 PS); 1,5-l-Turbo als Generator |
| E-Reichweite | 310 km (CLTC); 800 V, 6C-Laden (20–80 % in 12 Min) |
| Technik | Huawei ADS 5, Dach-LiDAR |
| Maße | 5.118 mm, Radstand 3.040 mm, 5/6 Sitze |
| Preis China (Vorverkauf) | ab 329.900 Yuan (~48.650 $) |
| Europa | geplant; kolportierter Preis 45.000–55.000 € |
| Erster Export | Naher Osten (LHD), Ende 2026 / Anfang 2027 |
Der Europapreis ist eine Branchenschätzung und noch nicht bestätigt. Die Reichweite ist ein CLTC-Wert und liegt nach europäischem WLTP-Standard niedriger.
Was das für den deutschen Markt bedeutet
Der Freelander 8 ist ein Musterbeispiel für eine neue Strategie: chinesische Technik und Produktion, europäisches Image. JLR – im Besitz des indischen Tata-Konzerns – steuert Design und Markenführung bei, während Chery die elektrifizierte Plattform und die Fertigung im chinesischen Changshu übernimmt. Für deutsche Käufer könnte damit ein SUV mit vertrautem Namen und Defender-Anmutung zu einem deutlich niedrigeren Preis auf den Markt kommen.
Bestätigt ist der Deutschland-Start allerdings noch nicht – konkret ist zunächst nur der Nahe Osten. Auch als Range-Extender ist der Freelander 8 für Europa interessant: Diese Antriebsart umgeht den EU-Sonderzoll, der nur reine Elektroautos trifft. Ob die kolportierten 45.000 bis 55.000 Euro halten und wann genau der SUV nach Deutschland kommt, muss die Marke erst bestätigen. Klar ist: Das Premium-SUV-Segment bekommt einen neuen, ungewöhnlichen Mitspieler.
Der Freelander 8 zeigt, wie durchlässig die Grenzen zwischen Ost und West geworden sind: ein britischer Traditionsname, wiederbelebt von einem chinesischen Konzern, gebaut in China, gedacht für die Welt. Für etablierte Premiumhersteller – auch die deutschen – ist das eine neue Art von Konkurrenz, die europäisches Markenerbe mit chinesischer Kostenstruktur verbindet. Ob die Kundschaft die Mischung annimmt, wird sich zeigen.

