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Neue Doppelspitze für Audi China ab 1. November
Audi hat die Personalien am 22. Oktober 2026 offiziell aus Ingolstadt und Peking mitgeteilt. Jeff Zhang folgt auf Johannes Roscheck, der Audi China seit April 2024 geleitet hat. Roscheck übergibt zum 1. November und kehrt Anfang 2027 nach Ingolstadt zurück. Zhang und Michl bilden künftig gemeinsam den Vorstand von Audi China – Audi spricht von einer „schlanken und fokussierten Führungsstruktur“.
Die Lücke bei Audi Sport füllt Technikvorstand Rouven Mohr: Er übernimmt die Leitung der Audi Sport GmbH kommissarisch, zusätzlich zu seinem Vorstandsressort Technische Entwicklung. Audi-Chef Gernot Döllner begründete den Umbau mit einem Markt im schnellen Wandel: „China ist einer der wichtigsten Märkte für Audi.“ Ziel sei es, die Strategie konsequent umzusetzen und noch schneller auf die Wünsche der Kunden zu reagieren.
| Präsident Audi China | Jeff Zhang (ab 01.11.2026) |
| Zuletzt bei | Chery International, Vice President und CEO der Marke Chery |
| Vorgänger | Johannes Roscheck (seit April 2024), zurück nach Ingolstadt Anfang 2027 |
| COO Audi China | Rolf Michl, bisher Chef der Audi Sport GmbH (seit 09/2022) |
| Audi Sport GmbH (kommissarisch) | Rouven Mohr, Audi-Vorstand Technische Entwicklung |
| Audi weltweit Q3 2026 | 314.905 Auslieferungen (−19,7 %) |
| Audi China Jan.–Sep. 2026 | knapp ein Viertel weniger als im Vorjahr |
| Audi China Q3 2026 (Versicherungszulassungen) | 94.597 – hinter Nio, BMW und Mercedes |
Stand 22.10.2026. Personalien laut Audi-Mitteilung; Q3-Zulassungsvergleich nach Angaben von Nio-Präsident Qin Lihong.
Wer ist Jeff Zhang? Vom Chery-Europachef an die Audi-Spitze
Zhang bringt mehr als 20 Jahre internationale Managementerfahrung mit. Bei Chery war er zuletzt Vice President von Chery International und CEO der Kernmarke Chery, davor leitete er das Europageschäft des Konzerns – also genau jene Expansion, mit der Chery 2027 auch nach Deutschland kommt. Vorher war er bei Stellantis Geschäftsführer von Alfa Romeo und DS in China und hatte Führungsposten bei Nissan in Japan und Nordamerika.
Audi kennt er bereits: Von 2018 bis 2020 war Zhang in leitenden Funktionen bei Audi in China tätig, half beim Aufbau der Vertriebsorganisation von SAIC Audi und arbeitete an strategischen Projekten mit FAW Audi. Chinesische Medien berichten, dass Audi China damit erstmals von einem chinesischen Staatsbürger geführt wird; Audi selbst hat das in seiner Mitteilung nicht so formuliert.
Audi in China: Absatz bricht ein, China-Marken ziehen vorbei
Der Druck ist hoch. Im dritten Quartal 2026 lieferte Audi weltweit 314.905 Autos aus, 19,7 Prozent weniger als im Vorjahr. In China verkaufte die Marke in den ersten neun Monaten knapp ein Viertel weniger – während Deutschland und Europa leicht im Plus lagen. Als Gründe nennt Audi den harten Wettbewerb und den schwachen Markt in China sowie US-Zölle.
Wie weit sich die Kräfteverhältnisse verschoben haben, zeigt ein Vergleich der Versicherungszulassungen für Juli bis September: Dort lag Audi mit 94.597 Autos hinter BMW, Mercedes und dem Nio-Konzern, der mit 111.638 Fahrzeugen erstmals vorn war – Details in unserem Artikel, wie Nio in China erstmals BMW und Mercedes überholte. Auch bei BMW, VW und Mercedes brachen die China-Zahlen im dritten Quartal zweistellig ein.
Zwei Marken, zwei Partner: die Baustelle AUDI
Roscheck hatte die sogenannte Zwei-Marken-Strategie vorangetrieben: Neben den klassischen Vier Ringen gibt es in China die eigene Elektromarke AUDI in Großbuchstaben, die Audi mit SAIC entwickelt – etwa den AUDI E7X mit 900-Volt-Technik. Im September eröffneten Audi und SAIC in Shanghai ein eigenes Innovations- und Technikzentrum für AUDI; vier weitere Modelle auf der Plattform ADP 2.0 sind geplant, das erste soll 2028 debütieren.
Laut chinesischen Wirtschaftsmedien soll SAIC Audi künftig nur noch die Marke AUDI führen, während die Vier-Ringe-Modelle komplett bei FAW Audi gebündelt werden. Ein Vertrag dazu ist laut diesen Berichten noch nicht unterschrieben, ein Termin offen. Genau diese Neuordnung der Partnerschaften fällt nun in die Verantwortung von Zhang und Michl.
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Dass Audi ausgerechnet einen Chery-Manager an die China-Spitze holt, ist ein deutliches Signal: Gefragt ist Erfahrung mit Tempo, Kostendruck und Software-Erwartungen chinesischer Kunden – Disziplinen, in denen heimische Marken die deutschen Premiumhersteller vorführen. Für Europa hat der Wechsel keine unmittelbaren Folgen. Er zeigt aber, wie sehr sich die Rollen verschieben: Know-how wandert inzwischen auch von chinesischen Herstellern zu deutschen, nicht mehr nur umgekehrt.

