Volkswagen erwägt laut einem Bericht, die gemeinsam mit Xpeng entwickelte Elektronik-Architektur CEA auch in Europa einzusetzen. Sie könnte rund drei Viertel der nächsten Modellgeneration von VW, Skoda und Cupra tragen, genannt werden ID. Golf, ID. Passat und Enyaq. Das Einsparpotenzial soll bei 4 bis 5 Milliarden Euro liegen. VW äußerte sich nicht.

VW ID. UNYX 09, zweites gemeinsam mit Xpeng entwickeltes VW-Modell für China
Der ID. UNYX 09 ist das zweite Modell, das VW gemeinsam mit Xpeng für China entwickelt hat.
Bild-Quelle: Volkswagen

Was über den VW-Plan mit der Xpeng-Architektur bekannt ist

Am 26. Oktober 2026 berichtete das Manager Magazin unter Berufung auf informierte Kreise, dass Volkswagen die „China Electronic Architecture“ (CEA) für Volumenmodelle in Europa prüft. Die Elektrik-/Elektronik-Architektur hat VW gemeinsam mit Xpeng entwickelt, bislang läuft sie nur in Fahrzeugen für den chinesischen Markt.

Laut Bericht würde der Vorschlag rund 75 Prozent der nächsten Modellgeneration der Marken VW, Skoda und Cupra abdecken. Als mögliche Kandidaten gelten der künftige ID. Golf, der ID. Passat und der Skoda Enyaq. Das Team von VW-Markenchef Thomas Schäfer beziffert das Sparpotenzial für zentrale Fahrzeugsegmente auf 4 bis 5 Milliarden Euro.

Schäfer sollte den Vorschlag am 27. Oktober dem Konzernmanagement vorlegen. Eine Entscheidung ist nicht bekannt, Volkswagen hat den Bericht nicht kommentiert.

Rivian-Partnerschaft unter Druck

Bisher trennt VW seine Software-Welten: Für China nutzt der Konzern die Architektur mit Xpeng, für die westlichen Märkte entwickelt er eine eigene Technologie gemeinsam mit dem US-Hersteller Rivian. Diese Partnerschaft umfasst Investitionen von 5,8 Milliarden US-Dollar und gilt als Kern der Softwarestrategie von Konzernchef Oliver Blume.

Kommt die CEA in Europa, könnte Rivians Rolle deutlich kleiner werden. Laut Bericht fürchten Befürworter der Rivian-Lösung, dass eine geringere Nutzung bei der Marke VW die Kostenteilung im Gemeinschaftsunternehmen belastet. Die Rivian-Aktie gab nach dem Bericht nach.

Intern gibt es laut Bericht auch Zweifel: Ob sich die China-Architektur so einfach und günstig an europäische Vorschriften anpassen lässt, wie ihre Befürworter sagen, sei offen. Zudem berge die Weiterentwicklung Risiken.

Von der Beteiligung zur gemeinsamen Plattform

VW stieg im Juli 2023 mit 700 Millionen US-Dollar bei Xpeng ein und vereinbarte zunächst zwei gemeinsame Elektromodelle für China. Im August 2025 wurde die Zusammenarbeit in China auf Verbrenner- und Plug-in-Hybrid-Plattformen ausgeweitet. Inzwischen verkauft Xpeng seine Technik auch an weitere Hersteller, wie wir bereits zum Thema Xpeng als Technologielieferant berichtet haben.

Der Absatz der ersten Kooperationsmodelle in China ist durchwachsen: Das SUV ID. UNYX 08 blieb laut internen Dokumenten weit hinter dem Plan, die Limousine ID. UNYX 09 ist seit dem 24. Oktober auf dem Markt. Parallel prüft VW auch, ganze China-Modelle nach Europa zu holen.

ThemaVW-Xpeng-Architektur CEA für Europa
StatusBericht (Manager Magazin, 26.10.2026), VW kommentiert nicht
Betroffene MarkenVW, Skoda, Cupra
Anteil der nächsten Modellgenerationrund 75 Prozent
Genannte ModelleID. Golf, ID. Passat, Skoda Enyaq
Einsparpotenzial laut Bericht4 bis 5 Mrd. Euro
Vorlage im Konzernmanagement27.10.2026 (Thomas Schäfer)
Rivian-Partnerschaft5,8 Mrd. US-Dollar
VW-Beteiligung an Xpeng700 Mio. US-Dollar (Juli 2023)
Entscheidungnicht bekannt

Stand 27.10.2026, 07:00 Uhr. Alle Angaben zum Plan beruhen auf einem Medienbericht.

Volkswagen Anhui ID. UNYX 08 in der Seitenansicht
Der ID. UNYX 08 von Volkswagen Anhui, das erste gemeinsame Modell mit Xpeng.
Bild-Quelle: Volkswagen
Einordnung

Setzt sich Schäfer durch, stünde chinesische Elektronik-Technik im Kern der wichtigsten deutschen Volumenmodelle. Für Xpeng hieße das: Mitentwickelte Technik käme in Volumenmodellen eines europäischen Herstellers für Europa zum Einsatz. Offen bleiben die Anpassung an EU-Regeln, etwa zu Cybersicherheit und Datenschutz, sowie die Folgen für Rivian. Bis VW entscheidet, ist der Plan nicht mehr als ein Bericht.

Was ist die CEA von VW und Xpeng?
Die China Electronic Architecture (CEA) ist eine Elektrik-/Elektronik-Architektur, die Volkswagen gemeinsam mit Xpeng entwickelt hat. Bisher wird sie nur in Fahrzeugen für den chinesischen Markt eingesetzt.
Welche VW-Modelle könnten die Xpeng-Architektur bekommen?
Laut Bericht des Manager Magazins könnte die CEA rund 75 Prozent der nächsten Modellgeneration von VW, Skoda und Cupra tragen. Genannt wurden der künftige ID. Golf, der ID. Passat und der Skoda Enyaq.
Wie viel könnte VW damit sparen?
Das Team von VW-Markenchef Thomas Schäfer schätzt das Sparpotenzial laut Bericht auf 4 bis 5 Milliarden Euro für zentrale Fahrzeugsegmente.
Was bedeutet das für die Kooperation von VW mit Rivian?
Für westliche Märkte entwickelt VW eine eigene Software-Architektur mit Rivian, die Partnerschaft umfasst 5,8 Milliarden US-Dollar. Kommt die CEA in Europa zum Einsatz, könnte Rivians Rolle deutlich kleiner werden.
Ist der Einsatz der Xpeng-Technik in Europa beschlossen?
Nein. Thomas Schäfer sollte den Vorschlag am 27. Oktober 2026 dem Konzernmanagement vorlegen. Eine Entscheidung ist nicht bekannt, Volkswagen hat den Bericht nicht kommentiert.

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Philipp Wiedmaier
Über den AutorPhilipp WiedmaierGründer & Chefredakteur

Philipp Wiedmaier hat chinaelektro.de 2025 gegründet und verantwortet die Redaktion. Er wertet MIIT-Zulassungsdaten und Herstellerangaben aus und ordnet ein, welche der über 500 erfassten Modelle tatsächlich nach Deutschland kommen – mit Blick auf Preis, Zölle und Marktstart.

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redaktion@chinaelektro.de · LinkedIn