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VW-Quartalszahlen: 7,8 Milliarden Euro Sondereffekte
Volkswagen hat am 29. Oktober seine Zahlen für das dritte Quartal 2026 vorgelegt. Der Umsatz sank im Vorjahresvergleich um gut 6 Prozent auf 75,3 Milliarden Euro (Vorjahr: 80,3 Milliarden). Operativ stand ein Verlust von rund 5,8 Milliarden Euro, Analysten hatten mit etwa 5,7 Milliarden gerechnet. Im Vorjahresquartal hatte das operative Minus bei 1,1 Milliarden Euro gelegen.
Ursache sind Sondereffekte von 7,8 Milliarden Euro allein im dritten Quartal. Den größten Teil macht eine nicht zahlungswirksame Abschreibung auf den Porsche-Firmenwert von rund 6,4 Milliarden Euro aus. Dazu kommen rund 1 Milliarde Euro Wertminderungen auf vollkonsolidierte Gesellschaften in China sowie Aufwendungen für den geplanten Verkauf des Werks Osnabrück. Nach neun Monaten liegt das operative Ergebnis nur noch bei 0,1 Milliarden Euro (Vorjahr: 5,4 Milliarden), unterm Strich steht nach Steuern ein Verlust von 2,7 Milliarden Euro.
Ohne Sondereffekte hätte VW in den ersten neun Monaten operativ 8,8 Milliarden Euro verdient, eine Rendite von 3,8 Prozent. Finanzchef Arno Antlitz nannte als weiteren Bremsklotz die eigenen Elektroautos: „Der Markterfolg unserer Elektrofahrzeuge setzt unser Ergebnis zusätzlich unter Druck.“
| Umsatz Q3 2026 | 75,3 Mrd. € (Vorjahr 80,3 Mrd. €) |
| Operatives Ergebnis Q3 2026 | rund −5,8 Mrd. € (Vorjahr −1,1 Mrd. €) |
| Sondereffekte Q3 2026 | 7,8 Mrd. € (Porsche 6,4 Mrd., China rund 1 Mrd., Osnabrück) |
| Operatives Ergebnis Jan.–Sep. | 0,1 Mrd. € (vor Sondereffekten 8,8 Mrd. €, 3,8 %) |
| Ergebnis nach Steuern Jan.–Sep. | −2,7 Mrd. € |
| China-Auslieferungen Q3 2026 | 405.800 (−38,5 %) |
| China-Auslieferungen Jan.–Sep. | 1,38 Mio. (−30,2 %) |
| China-JVs, anteiliges operatives Ergebnis Jan.–Sep. | 110 Mio. € (vor Wertminderungen) |
| Prognose operative Rendite 2026 | höchstens 1 % (2025: 2,8 %) |
Stand 30.10.2026. Angaben laut Volkswagen-Quartalsmitteilung und Telefonkonferenz vom 29.10.2026.
China-Joint-Ventures: Break-even statt Milliardengewinne
Für die chinesischen Gemeinschaftsunternehmen mit FAW und SAIC weist VW nach neun Monaten nur noch ein anteiliges operatives Ergebnis von 110 Millionen Euro vor Wertminderungen aus. Im dritten Quartal kamen Wertminderungen von rund 0,2 Milliarden Euro auf ältere, MEB-bezogene Vermögenswerte in den Joint Ventures hinzu. Nach dem ersten Halbjahr hatte VW für das Gesamtjahr noch einen Beitrag von 200 bis 600 Millionen Euro in Aussicht gestellt.
Jetzt erwartet der Konzern für 2026 nur noch ein Ergebnis um den Break-even. Antlitz sieht ein erhebliches Risiko, dass das vierte Quartal den Wert ins Minus drückt. Für 2027 rechnet VW mit keinen weiteren Dividenden aus den China-Joint-Ventures. Der Anteil Chinas am Konzerngewinn liegt laut VW inzwischen deutlich unter 25 Prozent – früher waren es nahezu 50 Prozent.
Bei den Auslieferungen bestätigt das Quartal den Absturz, über den wir bereits berichtet haben: VW verlor in China im dritten Quartal 38,5 Prozent und lieferte nur noch 405.800 Fahrzeuge aus. Nach neun Monaten sind es 1,38 Millionen, ein Minus von 30,2 Prozent.
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„Im freien Fall“: Chinas Markt schrumpft, heimische Marken dominieren
VW-China-Chef Ralf Brandstätter beschrieb den Markt gegenüber dem Handelsblatt als „im freien Fall“ und sagte: „China ist keine Wachstumsmaschine mehr.“ In der Telefonkonferenz zu den Zahlen bezifferte VW den Rückgang des chinesischen Gesamtmarkts seit Jahresbeginn auf 21 Prozent. Die Planung geht inzwischen von einem Markt von rund 20 Millionen Fahrzeugen aus, frühere Erwartungen lagen bei 30 Millionen.
Den schrumpfenden Kuchen teilen sich zunehmend chinesische Hersteller wie BYD, Geely oder Huaweis HIMA-Verbund, die günstige Elektroautos mit starker Software und kurzen Entwicklungszyklen anbieten. Bei einem Marktanteil von rund 11 Prozent plant VW in China mit etwa 2,2 Millionen Fahrzeugen pro Jahr. Dazu sollen 200.000 bis 300.000 Exporte aus China in den Globalen Süden kommen.
Wie VW gegensteuern will
Die Exportpläne sind Teil der neuen Strategie „In China, Beyond China“, mit der VW in China entwickelte Technik künftig auch exportieren will. Im Zentrum stehen die Plattform CMP und die gemeinsam mit Xpeng entwickelte Elektronikarchitektur CEA.
Die Jahresprognose bestätigte VW: Die operative Umsatzrendite soll 2026 höchstens 1 Prozent erreichen, nachdem der Konzern sie im September von ursprünglich 4,0 bis 5,5 Prozent gesenkt hatte. Der Umsatz soll bei rund 315 Milliarden Euro liegen (2025: 321,9 Milliarden). Wie zuvor bei Mercedes, das seine Prognose am 27. Oktober wegen China senkte, ist das China-Geschäft damit der größte Bremsklotz eines deutschen Herstellers in diesem Herbst.
Die Porsche-Abschreibung macht das Quartal spektakulär, die eigentliche Botschaft steckt aber in den China-Zahlen: Das Geschäft, das VW über Jahrzehnte rund die Hälfte des Gewinns brachte, liefert 2026 bestenfalls eine schwarze Null und 2027 keine Dividenden mehr. Für Europa heißt das zweierlei. VW fehlt Geld aus China, um die eigene Elektro-Offensive zu finanzieren, während BYD, Leapmotor, Chery und Co. hier gleichzeitig Marktanteile gewinnen. Und VW holt sich das Know-how dafür zunehmend bei chinesischen Partnern wie Xpeng.

