BMW hat im dritten Quartal 2026 in China 24,8 Prozent weniger Autos verkauft – nur noch 114.355 Fahrzeuge. Weltweit sanken die Auslieferungen um 6,3 Prozent auf 551.072 Einheiten, obwohl Europa und die USA zulegten. Gegen die chinesischen Hersteller setzt BMW nun auf einen eigens für China verlängerten iX3 aus Shenyang, der im November ausgeliefert wird.

BMW Brilliance Shenyang: Feier zum siebenmillionsten Fahrzeug im Mai 2026
Mai 2026: BMW Brilliance feierte in Shenyang das siebenmillionste dort gebaute Fahrzeug. Im selben Werk entsteht der China-iX3 mit langem Radstand.
Bild-Quelle: BMW Group

BMW-Absatz Q3 2026: China bricht weg, der Westen wächst

Die Zahlen, die BMW am 13. Oktober veröffentlicht hat, zeigen ein zweigeteiltes Bild. In Europa lieferte der Konzern 235.628 Fahrzeuge aus, 2,7 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. In den USA ging es um 2,5 Prozent auf 106.741 Einheiten nach oben. In China dagegen verlor BMW fast jeden vierten Käufer: Rechnerisch fehlen gegenüber dem Vorjahr rund 37.700 Fahrzeuge.

Damit ist China für BMW nur noch der zweitgrößte Markt hinter Europa. Im dritten Quartal kam gut ein Fünftel der weltweiten Auslieferungen aus der Volksrepublik, Europa steuerte knapp 43 Prozent bei. Über die ersten neun Monate summiert sich das China-Minus auf 21,8 Prozent auf 376.128 Fahrzeuge.

Auslieferungen weltweit Q3551.072 (-6,3 %)
China Q3114.355 (-24,8 %)
Europa Q3235.628 (+2,7 %)
USA Q3106.741 (+2,5 %)
Elektroautos weltweit Q3110.257 (+7,2 %)
Elektroautos Europa Q381.941 (+37,5 %)
China Januar bis September376.128 (-21,8 %)
Konzern Januar bis September1.707.799 (-4,9 %)

Stand 13.10.2026. BMW Group inklusive Mini und Rolls-Royce; Veränderung jeweils zum Vorjahreszeitraum.

Warum BMW in China Kunden verliert

BMW selbst verweist auf den harten Wettbewerb mit einheimischen Herstellern, die über Preis, Technik und Ausstattung angreifen. In den Preisklassen von 3er, 5er und X3 bekommen chinesische Käufer heute große Elektro- und Range-Extender-SUVs mit mehr Platz, mehr Bildschirmen und weiter entwickelten Fahrassistenten – etwa von Xiaomi, Li Auto, Zeekr oder den Huawei-Marken wie Aito mit dem Aito M9.

BMW steht damit nicht allein: Auch Mercedes-Benz, Audi, Porsche und Volkswagen meldeten für das dritte Quartal deutlich weniger Auslieferungen in China. Der Markenbonus, der deutschen Premiumautos dort lange höhere Preise erlaubte, trägt im Elektrozeitalter kaum noch.

Gegenangriff mit dem iX3 in Langversion

Die Antwort soll aus China selbst kommen. Im Werk Shenyang baut BMW Brilliance einen nur für China bestimmten iX3 der Neuen Klasse mit 3.005 Millimetern Radstand, 108 Millimeter mehr als beim europäischen Modell. Die Vorbestellungen laufen seit der Chengdu Auto Show am 21. August, die Preise liegen zwischen 269.900 und 339.900 Yuan. Ausgeliefert wird ab November, in großer Stückzahl laut Händlerberichten aber erst 2027.

Bemerkenswert ist, wie stark BMW dabei auf chinesische Technik setzt: Der Fahrassistent entstand in Zusammenarbeit mit Momenta, im Infotainment stecken KI-Modelle von Alibaba und DeepSeek sowie Huawei HiCar, die Batteriezellen liefert CATL. Die China-Preise sind dabei keine Orientierung für Deutschland – sie zeigen vor allem, wie tief BMW gehen muss, um gegen die heimische Konkurrenz zu bestehen.

Europa: Elektro-Boom dank Neuer Klasse

In Europa läuft es für BMW deutlich besser. Hier stiegen die Elektroauto-Auslieferungen im dritten Quartal um 37,5 Prozent, gut ein Drittel der in Europa ausgelieferten Konzernautos fuhr rein elektrisch. Treiber ist der in Ungarn gebaute iX3, für den es binnen eines Jahres mehr als 100.000 Bestellungen in Europa gab.

Ausruhen kann sich BMW darauf nicht: Die chinesischen Hersteller drängen gleichzeitig in Europa in dieselben Segmente, zuletzt etwa Xpeng mit dem großen G9L für unter 75.000 Euro. Was BMW in China gerade erlebt, ist für den Heimatmarkt eine Warnung.

Einordnung

Der Einbruch ist kein Ausrutscher: Schon im zweiten Quartal hatte BMW in China rund 30 Prozent verloren. Ob der China-iX3 die Wende bringt, zeigt sich frühestens 2027, wenn die Auslieferungen in Fahrt kommen. Bis dahin wächst BMW nur dort, wo chinesische Marken noch Nachzügler sind.

Wie viele Autos hat BMW im dritten Quartal 2026 in China verkauft?
BMW lieferte im dritten Quartal 2026 in China 114.355 Fahrzeuge aus. Das waren 24,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Wie hat sich der weltweite BMW-Absatz entwickelt?
Weltweit sanken die Auslieferungen der BMW Group im dritten Quartal 2026 um 6,3 Prozent auf 551.072 Fahrzeuge. Europa (+2,7 Prozent) und die USA (+2,5 Prozent) legten zu, konnten das China-Minus aber nicht ausgleichen.
Warum verliert BMW in China so stark?
Chinesische Hersteller bieten im Premiumsegment Elektro- und Range-Extender-Modelle mit viel Platz, Software und Ausstattung zu niedrigeren Preisen an. BMW nennt den intensiven Wettbewerb mit einheimischen Marken als Hauptgrund; Mercedes, Audi, Porsche und VW verloren ebenfalls.
Was ist der China-iX3 von BMW?
Eine nur für China gebaute Langversion des iX3 der Neuen Klasse aus Shenyang mit 3.005 Millimetern Radstand. Sie kostet 269.900 bis 339.900 Yuan und wird ab November 2026 ausgeliefert. Das sind China-Preise, keine Preise für Deutschland.
Wie viele Elektroautos hat BMW im dritten Quartal verkauft?
Weltweit lieferte BMW 110.257 Elektroautos aus, 7,2 Prozent mehr als im Vorjahr. In Europa stiegen die Elektro-Auslieferungen um 37,5 Prozent auf 81.941 Fahrzeuge.

China verbietet faltbare Displays und sperrt Liegesitze

China will den Technik-Wettlauf im Auto bremsen: Das Industrieministerium MIIT hat mit drei weiteren Behörden am 10. Oktober einen Regelentwurf vorgelegt. Faltbare und flexible Displays sollen verboten, Zero-Gravity- und Drehsitze während der Fahrt gesperrt werden....

BYD Da Han: E-Limousine mit 1.008 km CLTC startet

BYD bringt am 13. Oktober 2026 in China den Da Han auf den Markt, das neue Flaggschiff der Dynasty-Limousinen. Die Elektroversion hat einen 102,3-kWh-Blade-Akku der zweiten Generation, kommt auf bis zu 1.008 km nach CLTC und soll an Megawatt-Ladern in rund neun...

BYD Atto 8: Siebensitzer lädt in 9 Minuten auf 97 Prozent

BYD hat auf dem Pariser Autosalon den Atto 8 vorgestellt, sein neues Elektro-Flaggschiff für Europa. Das 5,04 Meter lange SUV hat sieben Sitze, bis zu 570 kW (775 PS) und eine 115-kWh-Batterie für bis zu 653 km nach WLTP. Vor allem aber ist es das erste BYD-Modell in...

Xpeng L03: 12.136 Bestellungen in Europa, L05 kommt 2027

Xpeng hat für die Mona L03 in Europa 12.136 Bestellungen gesammelt – in weniger als drei Monaten seit der Weltpremiere am 16. Juli in München. Die Zahl nannte der Hersteller am 11. Oktober. Zugleich bestätigte Xpeng das größere SUV Mona L05 für Europa im Jahr 2027....

smart #2 ab 19.990 Euro: Weltpremiere und Bestellstart

Der smart #2 ist da: Auf dem Pariser Autosalon hat smart den elektrischen Nachfolger des fortwo vorgestellt. Der Zweisitzer ist 2,75 Meter lang, kommt bis zu 290 km weit und lädt mit bis zu 65 kW. In Deutschland ist er ab sofort bestellbar, der Einstiegspreis liegt...

EU und China: Hybrid-Exporte sollen sich halbieren

Die EU und China haben sich am 9. Oktober in Peking auf eine Verständigung zu Hybrid-Exporten geeinigt. Laut EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič eröffnet sie die Aussicht, Chinas Exporte von Voll- und Plug-in-Hybriden in die EU um mehr als die Hälfte zu senken. China...

Xpeng G9L: Preise ab 74.600 Euro, Auslieferung im Dezember

Xpeng hat die Preise für den G9L in Deutschland genannt: Das 5,12 Meter lange Flaggschiff-SUV kostet ab 74.600 Euro als Siebensitzer mit Heckantrieb, der Allradler ab 79.600 Euro. Bestellbar ist er seit der Europapremiere auf dem Pariser Autosalon am 12. Oktober, die...

Leapmotor bringt 2027 neuen Plug-in-Hybrid nach Europa

Leapmotor will in der ersten Jahreshälfte 2027 einen neuen Plug-in-Hybrid in der EU auf den Markt bringen – obwohl Brüssel gerade Importbeschränkungen für chinesische Hybride prüft. Co-Chairman Michael Wu sagte, man sei nicht sicher, ob die neue EU-Politik umgesetzt...

Nio in Deutschland: 1 Auto im September, nur noch München

Nio zieht sich in Deutschland weitgehend zurück: Im September wurde ein einziges Auto neu zugelassen, seit Jahresbeginn sind es 20. Die Standorte in Köln und Weiterstadt sind geschlossen, nur München bleibt. Neue Modelle für Europa kommen frühestens Ende 2027. Was das...

Mach ChinaElektro.de zu deiner bevorzugten Quelle auf Google – so siehst du unsere Berichte zu chinesischen E-Autos häufiger in den Schlagzeilen.

ChinaElektro.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Philipp Wiedmaier
Über den AutorPhilipp WiedmaierGründer & Chefredakteur

Philipp Wiedmaier hat chinaelektro.de 2025 gegründet und verantwortet die Redaktion. Er wertet MIIT-Zulassungsdaten und Herstellerangaben aus und ordnet ein, welche der über 500 erfassten Modelle tatsächlich nach Deutschland kommen – mit Blick auf Preis, Zölle und Marktstart.

Kontakt:
redaktion@chinaelektro.de · LinkedIn