Bild-Quelle: BMW Group
BMW-Absatz Q3 2026: China bricht weg, der Westen wächst
Die Zahlen, die BMW am 13. Oktober veröffentlicht hat, zeigen ein zweigeteiltes Bild. In Europa lieferte der Konzern 235.628 Fahrzeuge aus, 2,7 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. In den USA ging es um 2,5 Prozent auf 106.741 Einheiten nach oben. In China dagegen verlor BMW fast jeden vierten Käufer: Rechnerisch fehlen gegenüber dem Vorjahr rund 37.700 Fahrzeuge.
Damit ist China für BMW nur noch der zweitgrößte Markt hinter Europa. Im dritten Quartal kam gut ein Fünftel der weltweiten Auslieferungen aus der Volksrepublik, Europa steuerte knapp 43 Prozent bei. Über die ersten neun Monate summiert sich das China-Minus auf 21,8 Prozent auf 376.128 Fahrzeuge.
| Auslieferungen weltweit Q3 | 551.072 (-6,3 %) |
| China Q3 | 114.355 (-24,8 %) |
| Europa Q3 | 235.628 (+2,7 %) |
| USA Q3 | 106.741 (+2,5 %) |
| Elektroautos weltweit Q3 | 110.257 (+7,2 %) |
| Elektroautos Europa Q3 | 81.941 (+37,5 %) |
| China Januar bis September | 376.128 (-21,8 %) |
| Konzern Januar bis September | 1.707.799 (-4,9 %) |
Stand 13.10.2026. BMW Group inklusive Mini und Rolls-Royce; Veränderung jeweils zum Vorjahreszeitraum.
Warum BMW in China Kunden verliert
BMW selbst verweist auf den harten Wettbewerb mit einheimischen Herstellern, die über Preis, Technik und Ausstattung angreifen. In den Preisklassen von 3er, 5er und X3 bekommen chinesische Käufer heute große Elektro- und Range-Extender-SUVs mit mehr Platz, mehr Bildschirmen und weiter entwickelten Fahrassistenten – etwa von Xiaomi, Li Auto, Zeekr oder den Huawei-Marken wie Aito mit dem Aito M9.
BMW steht damit nicht allein: Auch Mercedes-Benz, Audi, Porsche und Volkswagen meldeten für das dritte Quartal deutlich weniger Auslieferungen in China. Der Markenbonus, der deutschen Premiumautos dort lange höhere Preise erlaubte, trägt im Elektrozeitalter kaum noch.
Gegenangriff mit dem iX3 in Langversion
Die Antwort soll aus China selbst kommen. Im Werk Shenyang baut BMW Brilliance einen nur für China bestimmten iX3 der Neuen Klasse mit 3.005 Millimetern Radstand, 108 Millimeter mehr als beim europäischen Modell. Die Vorbestellungen laufen seit der Chengdu Auto Show am 21. August, die Preise liegen zwischen 269.900 und 339.900 Yuan. Ausgeliefert wird ab November, in großer Stückzahl laut Händlerberichten aber erst 2027.
Bemerkenswert ist, wie stark BMW dabei auf chinesische Technik setzt: Der Fahrassistent entstand in Zusammenarbeit mit Momenta, im Infotainment stecken KI-Modelle von Alibaba und DeepSeek sowie Huawei HiCar, die Batteriezellen liefert CATL. Die China-Preise sind dabei keine Orientierung für Deutschland – sie zeigen vor allem, wie tief BMW gehen muss, um gegen die heimische Konkurrenz zu bestehen.
Europa: Elektro-Boom dank Neuer Klasse
In Europa läuft es für BMW deutlich besser. Hier stiegen die Elektroauto-Auslieferungen im dritten Quartal um 37,5 Prozent, gut ein Drittel der in Europa ausgelieferten Konzernautos fuhr rein elektrisch. Treiber ist der in Ungarn gebaute iX3, für den es binnen eines Jahres mehr als 100.000 Bestellungen in Europa gab.
Ausruhen kann sich BMW darauf nicht: Die chinesischen Hersteller drängen gleichzeitig in Europa in dieselben Segmente, zuletzt etwa Xpeng mit dem großen G9L für unter 75.000 Euro. Was BMW in China gerade erlebt, ist für den Heimatmarkt eine Warnung.
Der Einbruch ist kein Ausrutscher: Schon im zweiten Quartal hatte BMW in China rund 30 Prozent verloren. Ob der China-iX3 die Wende bringt, zeigt sich frühestens 2027, wenn die Auslieferungen in Fahrt kommen. Bis dahin wächst BMW nur dort, wo chinesische Marken noch Nachzügler sind.

