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Was Mercedes am Dienstag mitgeteilt hat
Die Mitteilung kam am Dienstagmorgen kurz vor 10 Uhr, einen Tag vor den regulären Quartalszahlen. Mercedes erwartet für das Gesamtjahr 2026 nun ein Konzern-EBIT auf dem Niveau des Vorjahres. Bisher hatte der Konzern ein deutlich höheres Ergebnis in Aussicht gestellt. Auch beim Geld, das im Industriegeschäft übrig bleibt, wird Mercedes vorsichtiger: Der industrielle Free Cashflow soll jetzt deutlich unter dem Vorjahr liegen, zuvor war nur von leicht darunter die Rede.
Begründet wird der Schritt mit zwei Faktoren: dem schwierigen Geschäft in China und höheren Kosten im vierten Quartal, unter anderem für Material. Für die Transportersparte (8 bis 10 Prozent Rendite) und die Finanzdienstleistungen hält Mercedes an den bisherigen Zielen fest. Die Aktie verlor am Vormittag zeitweise rund 5 Prozent.
Neue Prognose 2026 und Q3-Eckdaten im Überblick
Zusammen mit dem neuen Ausblick veröffentlichte Mercedes vorläufige, ungeprüfte Kennzahlen für das dritte Quartal. Die Pkw-Rendite lag bei 2,5 Prozent, ein Jahr zuvor waren es noch 4,8 Prozent.
| Pkw-Umsatzrendite 2026 (bereinigt), neu | 2 bis 3 % |
| Pkw-Umsatzrendite 2026, bisher | 3 bis 5 % |
| Konzern-EBIT 2026, neu | auf Vorjahresniveau (bisher deutlich darüber) |
| Industrieller Free Cashflow 2026, neu | deutlich unter Vorjahr (bisher leicht darunter) |
| Pkw-Umsatzrendite Q3 2026 | 2,5 % (Vorjahr 4,8 %) |
| Konzern-EBIT Q3 2026 | 1,77 Mrd. Euro |
| Industrieller Free Cashflow Q3 2026 | 172 Mio. Euro |
| Transporter-Rendite Q3 2026 | 9,4 % |
| Pkw-Absatz China Q3 2026 | 86.800 (−31 %) |
| Nettogewinn Q3 2026 | folgt am 28.10.2026 |
Stand 27.10.2026. Q3-Werte vorläufig und ungeprüft laut Ad-hoc-Mitteilung von Mercedes-Benz; China-Absatz laut Absatzmeldung vom Oktober.
China: Vom Gewinnbringer zum Problemmarkt
Wie hart das China-Geschäft getroffen ist, hatten schon die Absatzzahlen gezeigt: Im dritten Quartal lieferte Mercedes in China nur noch 86.800 Pkw aus, ein Minus von 31 Prozent. Bereits im zweiten Quartal lag der Rückgang bei rund 30 Prozent. Über die ersten neun Monate summiert sich das Minus auf etwa 29 Prozent, nachdem die China-Auslieferungen schon 2025 auf den tiefsten Stand seit 2016 gefallen waren. Die Details stehen in unserem Artikel zu den China-Einbrüchen von VW und Mercedes im dritten Quartal.
Hinter dem Rückgang steht neben der schwachen Konjunktur in China vor allem die heimische Konkurrenz. Lokale Hersteller wie Xiaomi und BYD haben gerade im Premium- und Elektrosegment Kunden abgeworben, die früher zu deutschen Marken gegriffen hätten. Chinesische Elektroautos bieten dort große Displays, Assistenzsysteme und kurze Ladezeiten zu Preisen, mit denen deutsche Importmodelle kaum mithalten. Einen Überblick über das Angebot des Marktführers gibt es bei den BYD-Modellen.
BMW, VW, Mercedes: Alle drei haben ihren Ausblick gesenkt
Mercedes ist der letzte der drei großen deutschen Autokonzerne, der seine Jahresprognose zurücknimmt. Zuvor hatten bereits BMW und Volkswagen ihre Ausblicke gesenkt und dabei ebenfalls auf die Schwäche in China verwiesen. Bei BMW waren die China-Auslieferungen im dritten Quartal um 24,8 Prozent eingebrochen, wie unser Artikel zum BMW-Absatz in China zeigt.
Für Mercedes kommt ein Zielkonflikt hinzu: Der Konzern setzt unter Vorstandschef Ola Källenius auf höherpreisige Modelle und muss seine Marke in China schützen, gleichzeitig aber neue Modelle finanzieren und die Kosten in Deutschland senken. Mit einer Pkw-Rendite von 2 bis 3 Prozent bleibt dafür deutlich weniger Spielraum als geplant. Detaillierte Quartalszahlen inklusive Nettogewinn will Mercedes am 28. Oktober vorlegen.
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Die Gewinnwarnung zeigt, dass die chinesische Konkurrenz die deutschen Hersteller nicht nur in China, sondern bis in die Bilanz trifft. Weniger Ertrag aus China bedeutet weniger Geld für neue Elektromodelle und Software, also genau für die Felder, in denen chinesische Marken jetzt auch in Europa angreifen. Für deutsche Autokäufer ändert sich kurzfristig nichts an Preisen oder Modellen. Mittelfristig dürfte der Kostendruck aber die Spar- und Kooperationsprogramme der deutschen Hersteller weiter verschärfen.

