Volkswagen hat im dritten Quartal 2026 in China nur noch 405.800 Fahrzeuge ausgeliefert – 38,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Auch Mercedes-Benz verlor in China 31 Prozent. Während beide Konzerne in Europa mit Elektroautos wachsen, brechen ihnen im größten Automarkt der Welt die Kunden weg – vor allem an chinesische Marken.

Volkswagen ID. Unyx 09 Elektroauto, China-Modell
Volkswagen ID. Unyx 09: Mit eigenen China-Modellen will VW die Talfahrt im größten Automarkt der Welt stoppen (China-Version).
Bild-Quelle: Hersteller

VW in China: 254.500 Autos weniger in drei Monaten

Die Zahlen, die Volkswagen am 12. Oktober vorgelegt hat, sind deutlich: Konzernweit sanken die Auslieferungen von Juli bis September um 14,3 Prozent auf 1.885.300 Fahrzeuge. Gut vier Fünftel dieses Rückgangs entfallen auf China. Dort lieferte der Konzern 405.800 Autos aus, nach 660.300 im Vorjahresquartal. Nach neun Monaten steht in China ein Minus von 30,2 Prozent auf 1.378.800 Fahrzeuge.

Besonders schwach lief es bei reinen Elektroautos: Nur 18.000 vollelektrische VW-Konzernmodelle gingen im dritten Quartal in China an Kunden, ein Minus von 30,1 Prozent. Zugelegt haben dagegen Plug-in-Hybride und Modelle mit Range Extender – insgesamt lieferte der Konzern in China rund 30 Prozent mehr elektrifizierte Fahrzeuge aus als im Vorjahr. Vertriebsvorstand Martin Sander sprach von einer „branchenweiten Herausforderung“ und betonte, die neuen, lokal entwickelten Elektromodelle begännen zu wirken.

VW-Konzern weltweit Q3 20261.885.300 (-14,3 %)
VW-Konzern China Q3 2026405.800 (-38,5 %)
VW-Konzern China Jan.–Sep. 20261.378.800 (-30,2 %)
VW-Elektroautos China Q3 202618.000 (-30,1 %)
VW-Elektroautos Europa Q3 2026209.100 (+19,6 %)
Mercedes-Benz Pkw weltweit Q3 2026407.200 (-8 %)
Mercedes-Benz Pkw China Q3 202686.800 (-31 %)
Mercedes-Benz Pkw Europa Q3 2026168.700 (+5 %)
Mercedes-Benz Elektro-Pkw weltweit Q3 202668.400 (+61 %)

Stand 14.10.2026. Auslieferungen bzw. Absatz laut Unternehmensangaben, Veränderung zum Vorjahresquartal.

Mercedes: China-Minus von 31 Prozent, Elektro-Rekord in Europa

Mercedes-Benz hatte seine Quartalszahlen bereits am 7. Oktober veröffentlicht. Weltweit setzte die Pkw-Sparte 407.200 Fahrzeuge ab, 8 Prozent weniger als im Vorjahr. In China waren es nur noch 86.800 Autos – ein Minus von 31 Prozent, nachdem schon das zweite Quartal um rund 30 Prozent eingebrochen war. Als Gründe nannte das Unternehmen ein schwieriges Marktumfeld, verschärften Wettbewerb und Modellwechsel.

Ohne China sieht die Bilanz deutlich besser aus: In Europa stieg der Pkw-Absatz um 5 Prozent, in Deutschland um 13 Prozent, in den USA um 6 Prozent. Mit 68.400 vollelektrischen Pkw erreichte Mercedes einen Quartalsrekord. Damit zeichnet sich bei Mercedes dasselbe Bild ab wie zuvor bei BMW mit einem China-Minus von 24,8 Prozent: Alle drei deutschen Premium- und Volumenhersteller verlieren in China gleichzeitig massiv.

Warum deutsche Autos in China kaum noch gefragt sind

Der chinesische Pkw-Markt schrumpft 2026 insgesamt, unter anderem weil seit Januar auf Elektroautos und Plug-in-Hybride wieder eine Kaufsteuer von 5 Prozent fällig wird. Das allein erklärt die Einbrüche aber nicht. In den Segmenten, in denen VW, Mercedes und BMW früher dominierten, haben heimische Marken die Führung übernommen – mit Plug-in-Hybriden, Range-Extender-SUVs und Elektroautos, die bei Software, Fahrassistenz und Ladeleistung oft weiter sind und zugleich günstiger angeboten werden. Marken wie BYD, Geely, Li Auto oder Huaweis HIMA-Allianz besetzen genau die Preis- und Größenklassen von Passat, E-Klasse und X5.

Volkswagen setzt deshalb auf in China für China entwickelte Modelle und Partnerschaften, etwa mit Xpeng bei Plattform und Elektronik. Dass bei VW die Hybride und Range Extender wachsen, während die reinen Stromer weiter verlieren, zeigt allerdings, wie stark die Kundschaft inzwischen den Antriebsmix der chinesischen Anbieter vorgibt.

Spiegelbild in Europa: Hier wachsen die Chinesen

Für Europa ist die Entwicklung doppelt relevant. Einerseits fehlen den deutschen Konzernen die China-Gewinne, mit denen sie lange ihre Elektro-Offensiven finanziert haben. Andererseits drängen genau die Hersteller, die VW und Mercedes in China verdrängen, nun mit Nachdruck nach Europa: Im September kamen chinesische Marken in Deutschland auf 6,1 Prozent Marktanteil. Noch halten VW und Mercedes in Europa dagegen – VW wuchs bei Elektroautos um 19,6 Prozent, und rund 40 Prozent des europäischen VW-Auftragsbestands sind inzwischen reine Elektroautos.

Einordnung

Die Quartalszahlen bestätigen einen Trend, der kein kurzfristiger Ausreißer mehr ist: Deutsche Hersteller verlieren in China Jahr für Jahr Anteile, und die Lücke füllen chinesische Marken. Für deutsche Autokäufer hat das indirekte Folgen – mehr Preisdruck in Europa, mehr China-Technik in deutschen Autos über Kooperationen und eine wachsende Auswahl chinesischer Alternativen beim Händler um die Ecke. Ob die lokal entwickelten VW-Modelle die Talfahrt stoppen, wird sich frühestens 2027 zeigen.

Wie viele Autos hat VW im dritten Quartal 2026 in China verkauft?
Der Volkswagen-Konzern lieferte von Juli bis September 2026 in China 405.800 Fahrzeuge aus. Das waren 38,5 Prozent weniger als im Vorjahresquartal mit 660.300 Fahrzeugen.
Wie stark ist der Mercedes-Absatz in China eingebrochen?
Mercedes-Benz verkaufte im dritten Quartal 2026 in China 86.800 Pkw, ein Minus von 31 Prozent. Bereits im zweiten Quartal war der China-Absatz um rund 30 Prozent gesunken.
Warum verlieren deutsche Autohersteller in China?
Der chinesische Gesamtmarkt schrumpft, vor allem aber gewinnen heimische Marken wie BYD, Geely, Li Auto und die Huawei-Allianz HIMA mit günstigeren Elektroautos, Plug-in-Hybriden und Range-Extender-Modellen, die bei Software und Fahrassistenz oft weiter sind.
Wie laufen die Elektroautos von VW und Mercedes in Europa?
Deutlich besser als in China: VW lieferte im dritten Quartal 2026 in Europa 209.100 Elektroautos aus (+19,6 Prozent), Mercedes erreichte weltweit mit 68.400 vollelektrischen Pkw einen Quartalsrekord (+61 Prozent).
Was bedeutet die China-Schwäche von VW und Mercedes für Deutschland?
Den Konzernen fehlen Gewinne aus China, während chinesische Hersteller in Europa wachsen und im September 2026 in Deutschland 6,1 Prozent Marktanteil erreichten. Für Käufer bedeutet das mehr Wettbewerb und Preisdruck, aber auch mehr chinesische Alternativen.

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Philipp Wiedmaier
Über den AutorPhilipp WiedmaierGründer & Chefredakteur

Philipp Wiedmaier hat chinaelektro.de 2025 gegründet und verantwortet die Redaktion. Er wertet MIIT-Zulassungsdaten und Herstellerangaben aus und ordnet ein, welche der über 500 erfassten Modelle tatsächlich nach Deutschland kommen – mit Blick auf Preis, Zölle und Marktstart.

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redaktion@chinaelektro.de · LinkedIn