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VW in China: 254.500 Autos weniger in drei Monaten
Die Zahlen, die Volkswagen am 12. Oktober vorgelegt hat, sind deutlich: Konzernweit sanken die Auslieferungen von Juli bis September um 14,3 Prozent auf 1.885.300 Fahrzeuge. Gut vier Fünftel dieses Rückgangs entfallen auf China. Dort lieferte der Konzern 405.800 Autos aus, nach 660.300 im Vorjahresquartal. Nach neun Monaten steht in China ein Minus von 30,2 Prozent auf 1.378.800 Fahrzeuge.
Besonders schwach lief es bei reinen Elektroautos: Nur 18.000 vollelektrische VW-Konzernmodelle gingen im dritten Quartal in China an Kunden, ein Minus von 30,1 Prozent. Zugelegt haben dagegen Plug-in-Hybride und Modelle mit Range Extender – insgesamt lieferte der Konzern in China rund 30 Prozent mehr elektrifizierte Fahrzeuge aus als im Vorjahr. Vertriebsvorstand Martin Sander sprach von einer „branchenweiten Herausforderung“ und betonte, die neuen, lokal entwickelten Elektromodelle begännen zu wirken.
| VW-Konzern weltweit Q3 2026 | 1.885.300 (-14,3 %) |
| VW-Konzern China Q3 2026 | 405.800 (-38,5 %) |
| VW-Konzern China Jan.–Sep. 2026 | 1.378.800 (-30,2 %) |
| VW-Elektroautos China Q3 2026 | 18.000 (-30,1 %) |
| VW-Elektroautos Europa Q3 2026 | 209.100 (+19,6 %) |
| Mercedes-Benz Pkw weltweit Q3 2026 | 407.200 (-8 %) |
| Mercedes-Benz Pkw China Q3 2026 | 86.800 (-31 %) |
| Mercedes-Benz Pkw Europa Q3 2026 | 168.700 (+5 %) |
| Mercedes-Benz Elektro-Pkw weltweit Q3 2026 | 68.400 (+61 %) |
Stand 14.10.2026. Auslieferungen bzw. Absatz laut Unternehmensangaben, Veränderung zum Vorjahresquartal.
Mercedes: China-Minus von 31 Prozent, Elektro-Rekord in Europa
Mercedes-Benz hatte seine Quartalszahlen bereits am 7. Oktober veröffentlicht. Weltweit setzte die Pkw-Sparte 407.200 Fahrzeuge ab, 8 Prozent weniger als im Vorjahr. In China waren es nur noch 86.800 Autos – ein Minus von 31 Prozent, nachdem schon das zweite Quartal um rund 30 Prozent eingebrochen war. Als Gründe nannte das Unternehmen ein schwieriges Marktumfeld, verschärften Wettbewerb und Modellwechsel.
Ohne China sieht die Bilanz deutlich besser aus: In Europa stieg der Pkw-Absatz um 5 Prozent, in Deutschland um 13 Prozent, in den USA um 6 Prozent. Mit 68.400 vollelektrischen Pkw erreichte Mercedes einen Quartalsrekord. Damit zeichnet sich bei Mercedes dasselbe Bild ab wie zuvor bei BMW mit einem China-Minus von 24,8 Prozent: Alle drei deutschen Premium- und Volumenhersteller verlieren in China gleichzeitig massiv.
Warum deutsche Autos in China kaum noch gefragt sind
Der chinesische Pkw-Markt schrumpft 2026 insgesamt, unter anderem weil seit Januar auf Elektroautos und Plug-in-Hybride wieder eine Kaufsteuer von 5 Prozent fällig wird. Das allein erklärt die Einbrüche aber nicht. In den Segmenten, in denen VW, Mercedes und BMW früher dominierten, haben heimische Marken die Führung übernommen – mit Plug-in-Hybriden, Range-Extender-SUVs und Elektroautos, die bei Software, Fahrassistenz und Ladeleistung oft weiter sind und zugleich günstiger angeboten werden. Marken wie BYD, Geely, Li Auto oder Huaweis HIMA-Allianz besetzen genau die Preis- und Größenklassen von Passat, E-Klasse und X5.
Volkswagen setzt deshalb auf in China für China entwickelte Modelle und Partnerschaften, etwa mit Xpeng bei Plattform und Elektronik. Dass bei VW die Hybride und Range Extender wachsen, während die reinen Stromer weiter verlieren, zeigt allerdings, wie stark die Kundschaft inzwischen den Antriebsmix der chinesischen Anbieter vorgibt.
Spiegelbild in Europa: Hier wachsen die Chinesen
Für Europa ist die Entwicklung doppelt relevant. Einerseits fehlen den deutschen Konzernen die China-Gewinne, mit denen sie lange ihre Elektro-Offensiven finanziert haben. Andererseits drängen genau die Hersteller, die VW und Mercedes in China verdrängen, nun mit Nachdruck nach Europa: Im September kamen chinesische Marken in Deutschland auf 6,1 Prozent Marktanteil. Noch halten VW und Mercedes in Europa dagegen – VW wuchs bei Elektroautos um 19,6 Prozent, und rund 40 Prozent des europäischen VW-Auftragsbestands sind inzwischen reine Elektroautos.
Die Quartalszahlen bestätigen einen Trend, der kein kurzfristiger Ausreißer mehr ist: Deutsche Hersteller verlieren in China Jahr für Jahr Anteile, und die Lücke füllen chinesische Marken. Für deutsche Autokäufer hat das indirekte Folgen – mehr Preisdruck in Europa, mehr China-Technik in deutschen Autos über Kooperationen und eine wachsende Auswahl chinesischer Alternativen beim Händler um die Ecke. Ob die lokal entwickelten VW-Modelle die Talfahrt stoppen, wird sich frühestens 2027 zeigen.

