Bild-Quelle: Xpeng
Was die Zulassung in Guangzhou erlaubt
Die Stadt Guangzhou hat Xpeng die Qualifikation für den Demonstrationsbetrieb intelligenter vernetzter Fahrzeuge erteilt. Damit darf der Hersteller L4-Robotaxis im gesamten Stadtgebiet einsetzen – nicht mehr nur auf ausgewählten Teststrecken oder in internen Fahrten. Candice Yuan, die das Robotaxi-Geschäft von Xpeng leitet, bestätigte die Freigabe auf Weibo.
Öffentlich zugänglich ist der Dienst allerdings nur schrittweise: Zunächst erhalten ausgewählte Nutzer einen Einladungscode, die Abdeckung soll nach und nach wachsen. Ob bei diesen Fahrten noch Sicherheitsfahrer an Bord sitzen, hat Xpeng nicht ausdrücklich gesagt. Das Ziel für 2027 ist jedoch klar formuliert: Personenbeförderung ohne Sicherheitsfahrer.
Technik: nur Kameras, kein LiDAR, 3.000 TOPS
Basis des Robotaxis ist das große SUV Xpeng GX, das nach L4-Standard entwickelt wurde. Xpeng setzt anders als Waymo oder Baidu Apollo auf ein reines Kamerasystem ohne LiDAR und ohne hochauflösende Karten. Vier hauseigene Turing-Chips liefern zusammen 3.000 TOPS effektive Rechenleistung, die Fahrentscheidungen trifft das Vision-Language-Action-Modell VLA 2.0. Für Notfälle hat Xpeng eine Cloud-Plattform zur Fernübernahme aufgebaut.
Den Namen hatte Xpeng Anfang Oktober vorgestellt – mehr dazu in unserem Bericht zum Robotaxi Xpeng Yoyo. Damals liefen in Guangzhou nur interne Testfahrten mit Passagieren.
| Dienst | Xpeng Yoyo (小鹏悠游) |
| Zulassung | L4-Demonstrationsbetrieb in ganz Guangzhou |
| Bekanntgabe | 26.10.2026 |
| Zugang | zunächst per Einladungscode |
| Fahrzeugbasis | Xpeng GX |
| Sensorik | nur Kameras, kein LiDAR, keine HD-Karten |
| Rechenleistung | 4 Turing-Chips, 3.000 TOPS |
| Software | VLA 2.0 |
| Flottengröße | nicht bekannt |
| Ohne Sicherheitsfahrer | Ziel 2027 |
Stand 26.10.2026. Angaben laut Xpeng; Flottengröße und Tarife wurden nicht genannt.
Der Weg dorthin: von Straßentests zum öffentlichen Betrieb
Xpeng hat das Robotaxi-Programm in diesem Jahr zügig vorangetrieben. Im Januar 2026 erhielt das Unternehmen die Genehmigung für Straßentests in Guangzhou, im März gründete es eine eigene Robotaxi-Abteilung. Im Mai lief das erste Serien-Robotaxi vom Band, im Juli startete der interne Testbetrieb – erster Fahrgast war Konzernchef He Xiaopeng. Bis zum Earnings Call im August kamen mehr als 2.000 interne Testfahrten zusammen. Am 8. Oktober folgte der Markenname Yoyo, jetzt die stadtweite Freigabe.
Geld verdienen will Xpeng mit dem Robotaxi auf drei Wegen: mit dem Verkauf von Fahrzeugen, mit Technologiedienstleistungen und mit einer Umsatzbeteiligung am Betrieb. Dafür sucht das Unternehmen Partnerschaften mit großen Fahrdienst-Plattformen in China und im Ausland.
Kommt das Xpeng-Robotaxi auch nach Europa?
Konkrete Pläne für Europa hat Xpeng nicht genannt. Ab 2027 will der Hersteller zwar mit in- und ausländischen Plattformen in Schlüsselstädte expandieren, Länder oder Städte stehen aber nicht fest. In der EU wären für fahrerlose Dienste eigene Genehmigungen nötig; erste chinesische Anbieter wie WeRide sind hier bereits mit Pilotprojekten aktiv. Für Käufer der Xpeng-Modelle in Deutschland ist die Nachricht vor allem ein Signal, wohin sich die Assistenztechnik der Marke entwickelt.
Bild-Quelle: Xpeng
Die stadtweite Freigabe ist ein wichtiger Schritt, aber noch kein fahrerloser Massenbetrieb: Der Zugang ist beschränkt, eine Flottengröße fehlt, und die Fahrten ohne Sicherheitsfahrer sind erst für 2027 angekündigt. Spannend ist der technische Ansatz ohne LiDAR – gelingt er, wären Robotaxis deutlich günstiger zu bauen als die Fahrzeuge vieler Konkurrenten.

