Xpeng nennt sein Robotaxi Yoyo: Level-4-Auslegung auf GX-Basis, nur Kameras, 3.000 TOPS. Fahrten ohne Sicherheitsfahrer sind für 2027 geplant.
Bild-Quelle: Xpeng
Xpeng Yoyo: eigene Marke für autonome Fahrdienste
Die Ankündigung kam über Xpengs offiziellen Weibo-Kanal. Mit „Yoyo“ bekommt das Robotaxi-Geschäft eine eigene Marke. Der chinesische Name soll ein entspanntes, unbeschwertes Fahrerlebnis vermitteln, der englische Name sei weltweit leicht auszusprechen – Xpeng bezeichnet ihn ausdrücklich als ersten Schritt zur Internationalisierung.
Wann und wo Yoyo den öffentlichen Betrieb aufnimmt und mit wie vielen Fahrzeugen, hat Xpeng nicht gesagt. Bislang laufen interne Testfahrten mit Passagieren in Guangzhou.
Technik: Level 4 ohne LiDAR, vier Turing-Chips mit 3.000 TOPS
Das Robotaxi basiert auf dem Xpeng GX, dem großen Flaggschiff-SUV der Marke. Anders als viele Wettbewerber verzichtet Xpeng auf LiDAR-Sensoren und hochauflösende Karten: Das System arbeitet nur mit Kameras.
Rechenleistung liefern vier selbst entwickelte Turing-KI-Chips mit zusammen 3.000 TOPS effektiver Leistung. Die Fahrentscheidungen trifft das Vision-Language-Action-Modell VLA 2.0 der zweiten Generation. Eine Cloud-Plattform zur Fernübernahme ist laut Xpeng fertig. Nach Angaben von Firmenchef He Xiaopeng haben die Serien-Robotaxis bereits mehr als 2.000 interne Testfahrten in Guangzhou absolviert.
| Name | Xpeng Yoyo |
| Basisfahrzeug | Xpeng GX |
| Auslegung | Level 4 |
| Sensorik | nur Kameras, kein LiDAR, keine HD-Karten |
| Rechenleistung | 4 Turing-Chips, 3.000 TOPS |
| KI-Modell | VLA 2.0 |
| Interne Testfahrten | über 2.000 in Guangzhou |
| Serienfahrzeug vom Band | Mai 2026 |
| Testfahrten mit Fahrgästen | seit Juli 2026 (intern) |
| Betrieb ohne Sicherheitsfahrer | geplant ab 2027 |
| Start in Europa | nicht angekündigt |
Stand 8. Oktober 2026. Angaben von Xpeng.
Zeitplan: Was bis 2027 passieren soll
Xpeng hatte seine Robotaxi-Pläne im November 2025 vorgestellt. Im Januar 2026 begannen regelmäßige Straßentests, im Mai rollte das erste Serienfahrzeug vom Band, seit Juli laufen interne Fahrten mit Passagieren. 2027 will Xpeng den Betrieb ohne Sicherheitsfahrer starten – zusammen mit führenden chinesischen und internationalen Mobilitätsplattformen, zunächst in großen Städten in China und im Ausland.
Erster globaler Ökosystem-Partner ist der Kartendienst Amap, für den Xpeng ein Software-Entwicklungspaket (SDK) öffnen will. Geld verdienen will Xpeng mit dem Verkauf der Fahrzeuge, mit Technologie-Dienstleistungen und mit einer Beteiligung am Fahrdienstumsatz. He Xiaopeng betonte bereits im Juli, dass ein großflächiger Einsatz ein langfristiger Prozess sei.
Robotaxis aus China und der Blick nach Europa
Für Europa ist Yoyo vorerst ein Technik-Signal. Xpeng verkauft seine Software und Chips inzwischen auch an andere Hersteller – nicht nur an Volkswagen, wie unser Bericht zu Xpengs Technik-Geschäft zeigt. Dass chinesische Robotaxi-Anbieter grundsätzlich nach Europa drängen, zeigte zuletzt WeRide mit seiner L4-Lizenz in Spanien.
Konkrete Pläne für Yoyo-Fahrten in Deutschland oder anderen EU-Ländern gibt es nicht. Hierzulande verkauft Xpeng derzeit klassische Elektroautos; einen Überblick gibt unsere Seite zu den Xpeng-Modellen.
Name, Technik und das Zieljahr 2027 stehen – Starttermin, Städte und Flottengröße nicht. Auch der Verzicht auf LiDAR ist eine Wette: Xpeng setzt wie Tesla allein auf Kameras und KI. Ob Behörden dafür fahrerlose Genehmigungen erteilen, wird sich erst im regulären Betrieb zeigen.

