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Gebrauchtimporte aus China: plus 280 Prozent
CEVM verkauft chinesische Elektroautos direkt an Kunden in Europa. Nach eigenen Angaben stiegen die Verkäufe gebrauchter Fahrzeuge an EU-Kunden in den ersten neun Monaten 2026 um 280 Prozent auf 7.900 Autos, während der Absatz neuer Fahrzeuge um 44 Prozent zurückging. Auf der Plattform stehen laut Anbieter über 2.600 gebrauchte Elektroautos, unter anderem von Xiaomi, BYD, iCar, Denza, Lynk & Co und Avatr.
Die Begründung liefert COO Jakub Geršl: Die Zölle hätten die Nachfrage europäischer Kunden nach neuen chinesischen E-Autos bereits geschwächt. Wichtig für die Einordnung: Alle Zahlen stammen vom Anbieter selbst, eine unabhängige Statistik zu privaten Gebrauchtimporten aus China gibt es nicht.
Warum gebrauchte China-E-Autos billiger sind
Zwei Effekte kommen zusammen. Erstens der harte Preiskampf in China, der auch die Restwerte drückt. Fahrzeuge mit rund 6.000 Kilometern auf dem Tacho liegen laut CEVM teils rund 40 Prozent unter dem ursprünglichen chinesischen Listenpreis. Zweitens die Zollfrage: Nach Darstellung des Händlers fallen Gebrauchtwagen weder unter die EU-Zusatzzölle auf neue chinesische Elektroautos, die zusammen mit dem Basiszoll bis zu 45,3 Prozent erreichen, noch unter die zwischen EU und China vereinbarte Begrenzung der Hybrid-Exporte.
Wie stark die Wertverluste in China je nach Modell ausfallen, zeigt eine Restwert-Rangliste des chinesischen Händlerverbands CADA für September: Nach drei Jahren hält das Tesla Model 3 noch 61,4 Prozent seines Werts, der BYD Seagull – in Europa als Dolphin Surf bekannt – kommt auf 50,5 Prozent.
| Gebrauchtverkäufe an EU-Kunden (Jan.–Sep. 2026) | 7.900 (+280 %) |
| Neuwagen-Absatz (gleicher Zeitraum) | −44 % |
| Angebot auf der Plattform | über 2.600 gebrauchte E-Autos |
| Preisbeispiel | ca. 6.000 km, bis 40 % unter China-Listenpreis |
| Wartezeit Direktimport | rund 3 Monate |
| Neues Auslieferzentrum | Prag, Start mit 20 Fahrzeugen |
| Restwert nach 3 Jahren (China) | Tesla Model 3 61,4 %, BYD Seagull 50,5 % |
Stand 23.10.2026. Absatz- und Preisangaben laut CEVM, Restwerte laut CADA (September 2026).
Lager in Prag statt drei Monate Wartezeit
Um die Lieferzeit zu verkürzen, eröffnet CEVM ein Auslieferzentrum in Prag. Die erste Charge umfasst 20 Elektroautos, die Kunden sofort abholen können. Bei einem Direktimport aus China rechnet der Anbieter sonst mit rund drei Monaten Wartezeit. Für Käufer aus Deutschland liegt Prag damit deutlich näher als jeder Hafen in China.
Das Geschäft mit jungen Gebrauchten ist dabei nicht neu und war in China zuletzt umstritten: Peking hat für 2026 eine Bremse für sogenannte Null-Kilometer-Gebrauchtwagen angekündigt: Fahrzeuge, die innerhalb von 180 Tagen nach Erstzulassung exportiert werden, sollen eine Herstellerbestätigung zum Kundendienst brauchen.
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Worauf Käufer in Deutschland achten müssen
Der Preisvorteil ist nur die halbe Rechnung. Modelle, die nicht offiziell in Europa verkauft werden, haben meist keine EU-Typgenehmigung; für die Zulassung in Deutschland ist dann in der Regel eine Einzelabnahme nötig. Dazu kommen offene Fragen bei Garantie, Ersatzteilen, Werkstattnetz, Software-Sprache und Updates – bei einem Hersteller ohne eigene Präsenz in Deutschland kann das im Schadensfall teuer werden. Wie der Weg vom Kauf bis zur Zulassung im Detail aussieht, erklärt unser Ratgeber zum Import eines China-E-Autos nach Deutschland.
Die E-Auto-Prämie spielt bei solchen Importen keine Rolle: Sie gilt nur für neue Fahrzeuge.
Die Wachstumsrate klingt spektakulär, die absolute Zahl bleibt klein: 7.900 Autos in neun Monaten sind gemessen an gut 1,9 Millionen neu zugelassenen E-Autos in der EU im selben Zeitraum eine Randerscheinung. Für Schnäppchenjäger kann sich ein junger Gebrauchter lohnen – aber nur, wenn Zulassung, Garantie und Service vorher geklärt sind.

