Bild-Quelle: Chery
1,44 MW und 1.500 Ampere: die Eckdaten
Vorgestellt hat Chery das System am 20. Oktober auf der hauseigenen Global Innovation Conference in Wuhu. Die Ladesäule arbeitet mit bis zu 1.500 Ampere und einer Systemleistung von 1,44 Megawatt. Chery verspricht 500 Kilometer Reichweite in fünf Minuten; in konservativeren Szenarien sollen es 500 Kilometer in acht Minuten sein. Die Ladung von 10 auf 97 Prozent gibt der Konzern mit 6 Minuten 50 Sekunden an.
Technisch setzt Chery auf Siliziumkarbid-Leistungselektronik, Immersions-Flüssigkühlung und ein besonders leichtes Kabel: Stecker und Kabel sollen höchstens 2 Kilogramm wiegen, die Säule maximal 50 dB(A) laut sein. Den Wirkungsgrad vom Netz bis zum Stecker gibt Chery mit 96,5 Prozent an. Optional ist automatisches Laden per Roboterarm vorgesehen.
| Name | Volt-dragon (迅龙秒充) |
| Spitzenleistung | 1,44 MW |
| Ladestrom | bis 1.500 A |
| 10–97 % | 6:50 Minuten |
| Reichweite nachladen | 500 km in 5 Min. (Herstellerangabe) |
| Kabel inkl. Stecker | max. 2 kg |
| Geräusch | max. 50 dB(A) |
| Start in China | 100 Stationen in 10 Städten (Bericht) |
| Ziel 2029 | 20.000 V2G-Standorte weltweit |
| Kompatible Modelle | nicht bekannt |
Stand 23.10.2026. Alle Werte sind Herstellerangaben; unabhängige Messungen liegen nicht vor.
Chery gegen BYD, Geely und CATL: Wer lädt am schnellsten?
Mit 6:50 Minuten für 10 bis 97 Prozent liegt Chery vor BYD, das mit der Blade-Batterie der zweiten Generation 9 Minuten angibt – etwa beim Siebensitzer Atto 8. Geely nennt für seine Golden-Brick-Batterie 8:42 Minuten, Hongqi 8:03 Minuten. Vorn bleibt CATL: Die dritte Shenxing-Generation schafft laut Hersteller 10 bis 98 Prozent in 6:27 Minuten.
Wichtig für die Einordnung: Solche Werte gelten nur für passende Fahrzeuge mit 800- oder 1.000-Volt-Technik und Hochleistungsakku. Welche Chery-Modelle das sind und wann sie kommen, ließ der Konzern offen. Angaben zum Laden bei Kälte oder Hitze fehlen ebenfalls.
20.000 Standorte bis 2029 – mit Strom zurück ins Netz
Zum Start sind laut Berichten 100 Stationen in zehn chinesischen Städten geplant, darunter Shanghai, Hefei, Guangzhou und Wuhu. Weitere Ausbaupläne sollen noch vor Jahresende folgen. Langfristig will Chery bis 2029 weltweit 20.000 Standorte aufbauen, die bidirektional arbeiten (Vehicle-to-Grid). Besitzer sollen so Strom gewinnbringend ins Netz zurückspeisen können; Chery nennt einen möglichen Ertrag von über 3.000 Yuan pro Jahr.
Auf der Konferenz zeigte Chery zudem weitere Technik: einen 48-Volt-Bordnetz-Standard statt 12 Volt, eine Feststoffbatterie „Rhino S“ mit 400 Wh/kg (Pilotlinie ab 2027), den Zentralrechner-Chip C100 mit 1.200 TOPS für 2027 und das KI-Modell CheryMind.
Bild-Quelle: Chery
Kommt das Megawatt-Laden von Chery nach Europa?
Konkrete Europa-Pläne nannte Chery nicht. Die Marke startet in Deutschland erst 2027, zunächst mit Hybrid-SUV; das erste Europa-Elektroauto, der kompakte Chery Q, folgt später. Für Europa wäre das 20.000-Standorte-Ziel trotzdem interessant – vor allem, wenn der Konzern wie BYD eigene Schnelllader mit dem Autoverkauf verbindet. Mehr zu den Plänen und Modellen der Marke gibt es auf unserer Übersicht zu Chery.
Chery liefert die beeindruckendste Zahl des Monats, aber noch kein Auto dazu. Solange offen ist, welche Modelle 1,44 MW tatsächlich aufnehmen, bleibt „500 km in 5 Minuten“ ein Werbeversprechen. Für Europa ist das System vorerst ein Ausblick: Deutsche Chery-Kunden fahren ab 2027 zunächst Hybride.

