Xiaomi-Chef Lei Jun nennt den EREV-Markt „alles andere als gesättigt“.
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Lei Jun verteidigt Xiaomis Range-Extender – mit Li Auto als Kronzeuge
Xiaomi-Gründer und Konzernchef Lei Jun hat den Einstieg seines Unternehmens in die Range-Extender-Technik (EREV) öffentlich verteidigt. In einem längeren Beitrag auf der Plattform Weibo reagierte er auf die zwei häufigsten Fragen zur neuen Sky-Nomad-Reihe: Warum Xiaomi überhaupt Range Extender entwickelt – und ob der Konzern damit zu spät dran ist. Seine Antwort ist eindeutig: „Entgegen vieler verbreiteter Ansichten ist der EREV-Markt alles andere als gesättigt und bietet stattdessen enormes Potenzial.“
Als Beleg führt Lei ausgerechnet einen Konkurrenten an: Li Auto. Die Verkäufe des neuen Li L6 seien seit dem Start kontinuierlich gestiegen – und das, ohne dem batterieelektrischen Li i6 zu schaden. Für Lei ist das der Beweis, dass die Nachfrage nach Range-Extendern real und robust ist. Die Wahl zwischen EREV und reinem Elektroauto sei „nie ein Kampf der Technologiepfade“ gewesen, sondern eine Frage der Produktdefinition.
Konkret zieht Lei eine klare Linie durch die eigene Palette: Die Limousinen SU7 und YU7 seien „Autos für Fahrer“, bei denen es auf Leistung und Fahrdynamik ankomme – dort sei der reine Elektroantrieb „die einfachste und reinste Antwort“. Die neue Sky-Nomad-Reihe dagegen ziele als Familien-SUV auf Platz, Flexibilität und Reichweite ohne Ladesorgen – und genau dafür sei der Range Extender die passende Lösung. Xiaomi hat mit den Modellen Sky Nomad N90 und N70 am 7. September erstmals seine Palette über reine Elektroautos hinaus erweitert.
| Aussage | Lei Jun: EREV-Markt „alles andere als gesättigt“ |
|---|---|
| Anlass | Kritik, Xiaomi sei zu spät beim Range Extender |
| Kronzeuge | Li Auto L6 – Verkäufe seit Start steigend |
| Leis Argument | EREV vs. BEV ist Produktdefinition, kein Technologie-Kampf |
| Xiaomi BEV („für Fahrer“) | SU7, YU7 – Fokus Leistung und Fahrdynamik |
| Xiaomi EREV (Familie) | Sky Nomad N90/N70 – Platz, Reichweite ohne Ladesorgen |
| Marktstart Sky Nomad | 7. September 2026 (erster EREV der Marke) |
Es handelt sich um öffentliche Äußerungen des Xiaomi-Chefs. Diese Einordnung ist eine journalistische Analyse und keine Anlageberatung.
Was das für den deutschen Markt bedeutet
Leis Wortmeldung ist mehr als PR – sie beschreibt einen Trend, der auch für Europa zählt. Der Range Extender galt vielen als Übergangstechnik, doch die Nachfrage in China wächst weiter, und immer mehr Hersteller steigen ein (zuletzt sogar Toyota). Für deutsche Käufer ist das relevant, weil genau diese EREV-Modelle die besten Chancen haben, günstig nach Europa zu kommen: Als technische Plug-in-Hybride umgehen sie den EU-Sonderzoll, der nur reine Elektroautos trifft.
Für Xiaomi konkret heißt das: Die Sky-Nomad-Reihe, für die ein Europastart in der zweiten Jahreshälfte 2027 erwartet wird, könnte in Deutschland preislich attraktiver antreten als die reinelektrischen Modelle SU7 und YU7, die den vollen Zoll tragen. Leis Argumentation – Range Extender für Familien, Elektro für Fahrer – ist damit nicht nur eine Produktphilosophie, sondern auch eine kluge Antwort auf die europäische Zoll-Realität. Ob die Rechnung aufgeht, entscheidet sich, wenn Xiaomi 2027 in Deutschland startet.
EinordnungDass Lei Jun einen Wettbewerber – Li Auto – als Beweis für die eigene Strategie zitiert, ist ungewöhnlich offen und zeigt, wie sicher sich Xiaomi beim EREV fühlt. Der Streit „reines Elektro gegen Range Extender“ ist in China längst entschieden: Beide koexistieren, je nach Fahrzeugtyp. Für Europa ist genau diese Zweigleisigkeit interessant, weil der Range Extender hier den Zollvorteil mitbringt. Xiaomis Sky Nomad könnte so zum Türöffner für die Marke in Deutschland werden. Diese Einordnung ist keine Anlageberatung.

