Die E-Auto-Prämie ist auch für 2027 gesichert: Umweltminister Carsten Schneider erklärte am 21. Oktober, die Fördermittel reichten auch im kommenden Jahr. Gleichzeitig nannte er erstmals eine Spanne für chinesische Marken: Sie stellen 9 bis 17 Prozent der geförderten Autos. Eine Einschränkung für China-Modelle ist vorerst nicht geplant.

E-Auto-Prämie 2026 in Deutschland
Die E-Auto-Prämie gilt rückwirkend ab 1. Januar 2026 und soll nach Aussage des Ministers auch 2027 nicht ausgehen.
Bild-Quelle: ChinaElektro

Schneider: „Keine Sorgen“ um das Fördergeld 2027

Wer jetzt ein Elektroauto kauft oder least und die Voraussetzungen erfüllt, muss nach Worten des Ministers nicht fürchten, leer auszugehen. „Wer sich jetzt für die Anschaffung eines batterieelektrischen Fahrzeugs entscheidet und die Fördervoraussetzungen erfüllt, muss sich auch mit Blick auf das kommende Jahr keine Sorgen machen, dass die Fördermittel nicht mehr ausreichen“, sagte Schneider. Sobald sich abzeichne, wann das Geld ausgeschöpft sei, werde das Ministerium frühzeitig informieren, damit Käufer Planungssicherheit haben. „Kurzfristige Änderungen am Förderprogramm sind derzeit nicht vorgesehen.“

Für die Prämie sind im Etat 3 Milliarden Euro eingeplant, ausgelegt auf rund 800.000 Fahrzeuge in den Jahren 2026 bis 2029. Anfang Oktober waren laut BAFA noch gut 2,5 Milliarden Euro verfügbar. Ausgezahlt waren zum 1. Oktober 432 Millionen Euro, im Schnitt 4.418 Euro pro Haushalt.

Wie hoch ist der China-Anteil an der E-Auto-Prämie?

Nach Angaben des Ministers entfallen derzeit 9 bis 17 Prozent der geförderten Fahrzeuge auf chinesische Hersteller. Die große Spanne hat einen konkreten Grund: Es kommt darauf an, ob man Gemeinschaftsunternehmen als chinesisch zählt – gemeint ist vor allem Leapmotor International, das Joint Venture von Stellantis und Leapmotor, das die Marke außerhalb Chinas vertreibt.

Wie groß dieser Block ist, zeigt die Statistik zum Stichtag 1. Oktober: Leapmotor kam allein auf 5.816 bewilligte Anträge, knapp vor BYD mit 5.814. Beide lagen damit vor VW – wir hatten die Top 5 der Prämien-Marken bereits ausgewertet. Treiber bei Leapmotor ist vor allem der günstige Kleinwagen T03, der mit 3.561 Bewilligungen auf Platz fünf der Modelle stand.

Schneider ordnet den Zuwachs gelassen ein: „Dass sich mehr Menschen als früher für chinesische Fahrzeuge entscheiden, ist ein weltweiter Trend.“ Er zeigte sich optimistisch, dass der Marktanteil begrenzt bleibt.

Budget E-Auto-Prämie3 Mrd. Euro (Zeitraum 2026–2029)
Noch verfügbar (Anfang Oktober)gut 2,5 Mrd. Euro
Bewilligte Anträgeüber 100.000
Ausgezahlt (Stand 1. Oktober)432 Mio. Euro
Durchschnitt pro Haushalt4.418 Euro
Höchstförderung6.000 Euro
Anteil reine E-Autos91,6 %
Anteil chinesischer Hersteller9 bis 17 %
Leapmotor / BYD (Bewilligungen 1.10.)5.816 / 5.814
Ausschluss chinesischer Autosvorerst nicht geplant

Stand 23.10.2026. Angaben von Bundesumweltministerium und BAFA; die China-Spanne hängt von der Zählung der Joint Ventures ab.

„Made in Europe“ kommt – aber nicht sofort

Dauerhaft vom Tisch ist das Thema nicht. „Worauf wir uns in der Koalition bereits verständigt haben, ist die Einführung europäischer Wertschöpfungskriterien“, sagte Schneider. Diese sollen in das laufende Programm übernommen werden, sobald die Bundesregierung europarechtskonforme Regeln erarbeitet hat. Damit wartet Berlin auf die Debatte auf EU-Ebene, wo Deutschland und Frankreich strengere Made-in-Europe-Regeln für China-Autos vorantreiben.

Ab wann solche Kriterien greifen und wie sie aussehen, ist offen. Für Modelle, die in Europa gebaut werden – etwa der Leapmotor B10 aus dem spanischen Zaragoza oder künftig BYD-Modelle aus dem ungarischen Szeged – könnten sie anders ausfallen als für Importe aus China.

Leapmotor T03
Der Leapmotor T03 gehört zu den meistgeförderten Modellen der E-Auto-Prämie.
Bild-Quelle: Leapmotor

Was das für Käufer eines China-E-Autos heißt

Wer mit einem BYD, Leapmotor, MG oder Xpeng plant, kann die Prämie nach heutigem Stand regulär einrechnen – kurzfristig ändert sich nichts. Gefördert werden private Haushalte beim Kauf oder Leasing neuer Elektroautos sowie bestimmter Plug-in-Hybride und Range-Extender, gestaffelt nach Einkommen und Zahl der Kinder. Die volle Summe von 6.000 Euro erreichen viele nicht: Rund zwei Drittel der Anträge kommen aus Haushalten ohne förderrelevantes Kind, gut die Hälfte aus der niedrigsten Einkommensstufe bis 45.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen.

Der Haken ist die Unsicherheit für später: Kommen Wertschöpfungskriterien, könnten in China gebaute Modelle schlechter gestellt werden. Einen Termin dafür gibt es nicht.

Einordnung

Die Zahl ist politisch brisanter als sie klingt: 9 Prozent wirken unauffällig, 17 Prozent sind fast jedes sechste geförderte Auto. Der Unterschied ist im Kern eine Definitionsfrage rund um Leapmotor. Für Käufer zählt vorerst nur eins: Die Prämie gilt markenunabhängig weiter, und das Geld reicht laut Ministerium bis ins Jahr 2027.

Reicht das Geld der E-Auto-Prämie auch 2027?
Ja, nach Aussage von Umweltminister Carsten Schneider vom 21. Oktober 2026 reichen die Fördermittel auch im kommenden Jahr. Anfang Oktober waren von 3 Milliarden Euro noch gut 2,5 Milliarden verfügbar.
Wie hoch ist der Anteil chinesischer Marken an der E-Auto-Prämie?
Laut Minister Schneider entfallen 9 bis 17 Prozent der geförderten Fahrzeuge auf chinesische Hersteller. Die Spanne hängt davon ab, ob Joint Ventures wie Leapmotor International als chinesisch gezählt werden.
Werden chinesische E-Autos von der Prämie ausgeschlossen?
Vorerst nicht. Kurzfristige Änderungen sind laut Ministerium nicht vorgesehen. Die Koalition will aber europäische Wertschöpfungskriterien einführen, sobald europarechtskonforme Regeln vorliegen.
Welche chinesischen Marken profitieren am stärksten?
Leapmotor und BYD. Zum 1. Oktober 2026 kamen Leapmotor auf 5.816 und BYD auf 5.814 bewilligte Anträge. Beide lagen damit vor VW.
Wie viel Prämie gibt es im Durchschnitt?
Im Schnitt wurden 4.418 Euro pro Haushalt ausgezahlt. Die Höchstförderung liegt bei 6.000 Euro, gestaffelt nach Einkommen und Zahl der Kinder.

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Philipp Wiedmaier
Über den AutorPhilipp WiedmaierGründer & Chefredakteur

Philipp Wiedmaier hat chinaelektro.de 2025 gegründet und verantwortet die Redaktion. Er wertet MIIT-Zulassungsdaten und Herstellerangaben aus und ordnet ein, welche der über 500 erfassten Modelle tatsächlich nach Deutschland kommen – mit Blick auf Preis, Zölle und Marktstart.

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redaktion@chinaelektro.de · LinkedIn