Bild-Quelle: KI-generiert
CATL-Quartalszahlen: Umsatz hoch, Gewinn unter Druck
CATL veröffentlichte die Zahlen für das dritte Quartal am 20. Oktober. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 58,58 Prozent auf 165,22 Milliarden Yuan, gegenüber dem Vorquartal um 11,8 Prozent. Der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn erreichte 21,25 Milliarden Yuan. Das sind 14,54 Prozent mehr als vor einem Jahr, aber 5,77 Prozent weniger als im zweiten Quartal.
Die Bruttomarge fiel auf 20,69 Prozent und sank damit das zweite Quartal in Folge. CATL nannte als Gründe einen veränderten Produktmix, die neue Konsumsteuer und die geringere Exportrückvergütung. Auch der Gewinn je verkaufter Einheit ging zurück.
| Umsatz Q3 2026 | 165,22 Mrd. Yuan (+58,58 % zum Vorjahr) |
| Nettogewinn Q3 2026 | 21,25 Mrd. Yuan (+14,54 % zum Vorjahr) |
| Nettogewinn zum Vorquartal | −5,77 % |
| Bruttomarge | 20,69 % (zweiter Rückgang in Folge) |
| Aktie Hongkong am 21.10. | zeitweise −10,64 % auf 368 HK$ |
| Aktie Shenzhen am 21.10. | rund −12 % |
| Konsumsteuer Lithium-Akkus | 2 % seit 01.09.2026, 4 % ab 01.09.2027 |
| Export-Steuerrückerstattung Batterien | 9 → 6 % am 01.04.2026, entfällt ab 01.01.2027 |
Stand 22.10.2026. Angaben von CATL bzw. Börsenkurse vom 21.10.2026.
Zwei Steuern treffen die Batteriebranche gleichzeitig
Seit dem 1. September 2026 erhebt China wieder eine Konsumsteuer auf Lithium-Ionen-Batterien, zunächst mit 2 Prozent, ab dem 1. September 2027 mit 4 Prozent. Die Hintergründe haben wir bereits beschrieben, als China die Besteuerung von Lithium-Akkus beschloss. Im dritten Quartal wirkte die Steuer nur im September, im vierten Quartal schlägt sie voll durch.
Parallel dazu wurde die Mehrwertsteuer-Rückerstattung für exportierte Batterieprodukte am 1. April 2026 von 9 auf 6 Prozent gesenkt. Zum 1. Januar 2027 fällt sie ganz weg. Weil zwischen Versand und Umsatzbuchung Zeit vergeht, war die Kürzung im zweiten Quartal noch nicht vollständig sichtbar und belastete erst jetzt die Bilanz.
Wer zahlt die Mehrkosten? CATL verhandelt mit den Autobauern
Finanzchef Zheng Shu erklärte, die Konsumsteuer sei bereits in den Produktpreisen enthalten – ohne Neuverhandlung mit den Kunden lasse sich die zusätzliche Belastung aber kaum weitergeben. Die Gespräche über eine Aufteilung der Kosten laufen noch. Ein Teil des Ergebnisdrucks sei vorübergehend, neue Produkte und Technologien sollen die Profitabilität langfristig sichern.
JPMorgan stufte die in Hongkong notierte Aktie am 21. Oktober von „Overweight“ auf „Neutral“ herab und senkte das Kursziel von 725 auf 500 HK$. Für 2027 rechnet CATL dennoch mit einem Wachstum der weltweiten Nachfrage nach Fahrzeug- und Speicherbatterien um 20 bis 30 Prozent – getragen auch vom europäischen Markt.
Was das für E-Auto-Preise in Europa bedeutet
Für Käufer in Deutschland ist die Entwicklung ein Kostenfaktor, der sich erst mit Verzögerung zeigt. Die Batterie ist das teuerste Bauteil eines Elektroautos, und CATL beliefert Hersteller in China wie in Europa. Fällt die Exportrückvergütung für Batterien Anfang 2027 weg, werden Zellen aus China für europäische Werke teurer. Hinzu kommt, dass China die Exportrückerstattung für fertige E-Autos ab April 2027 von 13 auf 9 Prozent senkt. Wie stark Hersteller die Mehrkosten an Kunden weitergeben, ist offen; konkrete Preiserhöhungen in Europa hat bisher kein Hersteller mit dieser Begründung angekündigt.
Die Steuern sind in China beschlossen, ihre Wirkung auf europäische Listenpreise aber nicht beziffert. Bei aktuell niedrigen Zellpreisen machen 2 bis 4 Prozent Konsumsteuer pro Akku nur einen kleinen Betrag aus. Spürbarer könnte das Zusammenspiel mit dem Wegfall der Exportrückvergütung und den EU-Zusatzzöllen auf reine E-Autos aus China werden. Wer ein chinesisches E-Auto ohnehin plant, sollte Preisaktionen um den Jahreswechsel genau beobachten.

