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„Bosch Inside“ statt Huawei-Technik
Nach dem Bericht vom 20. Oktober bekommen die Auslandsversionen von M6, M7, M8 und M9 – in Europa Aito 6, 7, 8 und 9 – Boschs Lösungen für Fahrerassistenz, digitales Cockpit und Fahrwerk. Bosch habe die Entwicklung für diese Modelle bereits begonnen. Die Autobahn-Navigationsassistenz (NOA) soll im September 2027 in Serie gehen, also passend zum geplanten Europa-Start.
Das Modell heißt demnach „Bosch Inside“ und ähnelt dem Ansatz „Huawei Inside“, mit dem Huawei in China ganze Technikpakete an Autohersteller liefert. Es wäre laut Bericht das erste Mal, dass Bosch seine komplette Palette an Software- und Elektroniklösungen in einem einzigen Fahrzeug einsetzt. Offiziell bestätigt haben Seres und Bosch die Pläne bislang nicht.
Warum Aito in Europa ohne Huawei plant
In China ist Aito eng mit Huawei verbunden: Seres baut die Autos, Huawei liefert Fahrassistenz und Cockpit. Erst Ende September haben beide einen neuen Fünfjahresvertrag geschlossen. Mitte September hatten sie zudem festgelegt, dass Seres bei Aito Produkt, Marketing, Vertrieb und Service führt und Huawei unterstützt. Für Auslandsmodelle übergibt Huawei die Führung laut Bericht generell an die jeweiligen Autohersteller.
Für Europa spricht vieles für einen etablierten Partner: Fahrassistenzsysteme müssen hier eigens zugelassen werden, und Bosch kennt die europäischen Vorschriften. Seres-Vizepräsident Kang Bo hatte beim Europa-Auftritt von Aito in Paris gesagt, die Marke treibe Zertifizierung und lokale Strukturen aktiv voran. Einen Teil des Berichts – zur internen Neuordnung des Auslandsgeschäfts bei Seres – hat das Unternehmen allerdings als unzutreffend zurückgewiesen.
Aito in Europa: Was bisher bekannt ist
In Paris zeigte Aito im Oktober vier große SUV. Welche davon in Deutschland in den Handel kommen, welche Antriebe angeboten werden und was sie kosten, ist noch offen.
| Europa-Start | Herbst 2027 (angekündigt) |
| Modelle | Aito 6, 7, 8 und 9 (in China M6, M7, M8, M9) |
| Technikpartner Ausland (Bericht) | Bosch: Fahrassistenz, Cockpit, Fahrwerk |
| Autobahn-NOA in Serie (Bericht) | September 2027 |
| Auslieferungen HIMA im September 2026 | 37.490 (−29 % zum Vorjahr) |
| Antriebe für Europa | nicht bekannt |
| Preise für Deutschland | nicht bekannt |
Stand 21.10.2026. HIMA ist die von Huawei geführte Allianz, zu der Aito gehört.
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Rückenwind gesucht: Aito verliert in China
Der Schritt ins Ausland kommt in einer schwierigen Phase. HIMA, die Huawei-Allianz mit Aito und weiteren Marken, lieferte im September 37.490 Autos aus, 29 Prozent weniger als ein Jahr zuvor – der vierte Rückgang in Folge. Das Flaggschiff Aito M9 gehörte in China lange zu den erfolgreichsten Luxus-SUV.
Für die Zölle ist der Antrieb entscheidend: In China gibt es die großen Aito-Modelle als reine Elektroautos und mit Range-Extender. Reine Elektroautos aus China zahlen in der EU Zusatzzölle, für Range-Extender gilt nur der Basiszoll von 10 Prozent. Welche Varianten nach Europa kommen, hat Aito noch nicht gesagt. Wann welche chinesischen Marken nach Deutschland kommen, zeigt unsere Übersicht der Marktstarts.
Huaweis Fahrassistenz und Cockpit sind in China ein Hauptgrund, einen Aito zu kaufen. Mit Bosch-Technik bekäme Europa ein anderes Auto als China – möglicherweise leichter zuzulassen und vertrauter für Käufer, aber ohne das Huawei-Ökosystem. Ob die Bosch-Systeme beim Funktionsumfang mithalten, lässt sich erst bewerten, wenn Aito Details nennt. Bis dahin ist der Bericht ein Hinweis, keine bestätigte Ausstattung.

