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Tesla im dritten Quartal: stabiler Umsatz, weniger Gewinn
Tesla setzte von Juli bis September 28,05 Milliarden Dollar um, so viel wie ein Jahr zuvor. Weltweit lieferte der Konzern 486.532 Autos aus, 2,1 Prozent weniger. Der Nettogewinn sank um 43 Prozent auf 787 Millionen Dollar, vor allem weil die Ausgaben für Forschung und Entwicklung um 69 Prozent auf 2,76 Milliarden Dollar stiegen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 0,48 Dollar leicht über den Erwartungen.
Die Bruttomarge stieg auf 19,6 Prozent, nach 16,8 Prozent im Vorquartal. Im Autogeschäft ohne den Verkauf von CO2-Zertifikaten kletterte sie von 16,3 auf 18,1 Prozent. Als Grund nannte Finanzchef Vaibhav Taneja einen höheren Anteil an Auslieferungen in der Region Asien-Pazifik. Diese Märkte beliefert Tesla aus Shanghai. Die Aktie schloss vor den Zahlen 3,4 Prozent im Plus und gab nachbörslich gut 2 Prozent nach.
| Umsatz | 28,05 Mrd. $ (Vorjahr etwa gleich) |
| Nettogewinn | 787 Mio. $ (−43 %) |
| Bereinigter Gewinn je Aktie | 0,48 $ |
| Bruttomarge | 19,6 % (Q2: 16,8 %) |
| Automarge ohne CO2-Zertifikate | 18,1 % (Q2: 16,3 %) |
| Auslieferungen weltweit | 486.532 (−2,1 %) |
| Produktion weltweit | 464.391 |
| Freier Cashflow | 1,53 Mrd. $ |
| Barmittel und Anlagen | 45,4 Mrd. $ |
Stand 21. Oktober 2026, Angaben von Tesla für das dritte Quartal 2026.
China: Inlandsabsatz zum sechsten Mal in Folge im Minus
Im chinesischen Inland verkaufte Tesla im dritten Quartal 142.133 Autos, nach 169.294 ein Jahr zuvor. Das ist ein Minus von 16 Prozent und der sechste Quartalsrückgang in Folge. Gegenüber dem schwachen zweiten Quartal ging es zwar um knapp 13 Prozent nach oben, doch der Anteil Chinas an Teslas weltweiten Auslieferungen sank auf 29,2 Prozent, nach 34,1 Prozent im Vorjahr.
Der September war mit 64.837 Autos im Inland der stärkste Monat des Jahres, lag aber immer noch 9,4 Prozent unter dem Vorjahr. Tesla kam damit auf rund 6 Prozent des chinesischen Marktes für E-Autos und Plug-in-Hybride, der im September um 16,7 Prozent auf 1,084 Millionen Fahrzeuge schrumpfte. Um die Nachfrage zu stützen, senkte Tesla bis 31. Oktober die Schlusszahlung beim Model 3 um 5.000 Yuan und bei ausgewählten Model-Y-Versionen um 7.000 Yuan. Schon im Sommer hatte Tesla erstmals seit Ende 2024 wieder direkte Rabatte gegeben, wie wir in unserem Bericht über Teslas Absatzeinbruch in China beschrieben haben.
Die Konkurrenz wächst dagegen weiter. BYD baute seinen Vorsprung vor Tesla bei reinen E-Autos im Quartal weiter aus, Leapmotor und Zeekr meldeten im September Monatsrekorde, Xiaomi lieferte erstmals in diesem Jahr über 40.000 Autos in einem Monat aus.
Shanghai wird zur Exportfabrik
Was Tesla im Inland verliert, gleicht das Werk in Shanghai durch den Export aus. Im dritten Quartal verließen 132.978 Autos das Werk Richtung Ausland, 83 Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie nie. Zusammen mit dem Inlandsabsatz kam Shanghai auf 275.111 Auslieferungen, ebenfalls ein Rekord. Das entspricht mehr als der Hälfte aller Tesla-Auslieferungen weltweit.
Von Januar bis September exportierte Tesla 361.972 Autos aus Shanghai, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Der Exportanteil stieg damit von 29 auf 49 Prozent. Abnehmer sind vor allem Asien und Europa: Tesla meldete Rekorde in Australien, Japan und Taiwan, in Südkorea war das Model Y nach vorläufigen Zahlen das meistverkaufte Auto überhaupt. Auch das Model 3 für Deutschland kommt aus Shanghai, das Model Y für Europa dagegen aus Grünheide.
| Auslieferungen Werk Shanghai Q3 | 275.111 (+13,7 %, Rekord) |
| davon China-Inland | 142.133 (−16,0 %) |
| davon Export | 132.978 (+83,2 %, Rekord) |
| September Inland | 64.837 (−9,4 %) |
| September Export | 30.529 (+58,3 %) |
| Jan.–Sep. Shanghai gesamt | 743.060 (+22,5 %) |
| Jan.–Sep. Export | 361.972 (+108,4 %) |
| Anteil China an Tesla-Auslieferungen weltweit | 29,2 % (Vorjahr 34,1 %) |
Stand Oktober 2026. Großhandelszahlen des chinesischen Herstellerverbands CPCA, Veränderungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
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FSD in China: Tesla wartet weiter auf die Zulassung
In der Telefonkonferenz mit Analysten ging es auch um die Frage, ob autonomes Fahren in China längst Standard ist, weil fast jeder chinesische Hersteller eigene Systeme anbietet. Tesla sieht sich weiter vorne. Der technologische Vorsprung sei bei keinem chinesischen Hersteller vorhanden, hieß es von Tesla: „The leapfrog which we have in terms of this technology isn't there with any of the other Chinese OEMs today.“
Gleichzeitig räumte Tesla ein, dass die volle Zulassung fehlt. Man arbeite „sehr intensiv“ daran, eine breitere FSD-Zulassung in China zu bekommen, und stehe mit den Behörden in Kontakt. Bisher läuft in China nur eine eingeschränkte Version, die seit Mai 2026 Tesla Assisted Driving heißt. Wie es um Teslas Fahrassistenz in China und Deutschland steht, zeigt unser Überblick FSD wird TAD. Für die EU hofft Elon Musk auf eine breitere Zulassung „innerhalb von Monaten“, die Entscheidung liegt aber nicht bei Tesla.
Europa: mehr Autos aus Shanghai, mehr Druck von BYD
Für Europa ist Shanghai wichtiger geworden. Je schwächer der chinesische Markt läuft, desto mehr Autos schickt Tesla ins Ausland, und ein Teil davon landet in Europa. Für Elektroautos aus China zahlt Tesla in der EU 10 Prozent Zoll und einen Ausgleichszoll von 7,8 Prozent, deutlich weniger als die meisten chinesischen Hersteller.
Gleichzeitig wächst der Druck auch in Europa. Laut dem europäischen Herstellerverband ACEA lag BYD nach neun Monaten mit 283.997 Neuzulassungen in der EU, den EFTA-Staaten und Großbritannien vor Tesla mit 260.575. Weitere Hintergründe zur Marke findest du auf unserer Seite Tesla in China.
Teslas China-Geschäft hängt inzwischen am Export. Shanghai ist so ausgelastet wie nie, aber fast jedes zweite Auto geht ins Ausland, während Tesla im Heimatmarkt der Fabrik Quartal für Quartal Kunden an BYD, Xiaomi und Co. verliert. Dass die Marge trotzdem stieg, lag an den Exportmärkten in Asien. Solange es in China keine breite FSD-Zulassung und keine neuen Modelle gibt, dürfte sich am Trend im Inland wenig ändern.

