Bild-Quelle: Leapmotor
Jedes siebte neue Auto in Europa kommt von einem chinesischen Hersteller
Die Zahlen umfassen die EU, Großbritannien, Island, Norwegen und die Schweiz und decken nach Angaben von Dataforce rund 98 Prozent der Neuwagenverkäufe ab. Der Gesamtmarkt wuchs im September um 10 Prozent, in den ersten neun Monaten um 6,1 Prozent. Die chinesischen Hersteller wuchsen also rund zehnmal so schnell wie der Markt.
Mit 14,5 Prozent lag ihr Anteil im September deutlich über dem Schnitt des bisherigen Jahres: Von Januar bis September kamen sie auf 10,5 Prozent, bei einem Wachstum von 102 Prozent. Noch im August hatte der Anteil chinesischer Marken allein in der EU bei 10,8 Prozent gelegen, wie wir zu den August-Zahlen des Herstellerverbands berichtet hatten. Die Werte stammen aus unterschiedlichen Quellen und Marktabgrenzungen, die Richtung ist aber eindeutig.
Leapmotor, Chery und Xpeng wachsen am schnellsten
Die Liste der am schnellsten wachsenden Hersteller wird von chinesischen Marken angeführt. Leapmotor steigerte seine Verkäufe um 324 Prozent auf 14.382 Fahrzeuge. Die Stellantis-Partnermarke profitiert vom Vertrieb über das Händlernetz des Konzerns und von neuen Modellen wie dem Leapmotor B10, der seit Oktober auch im spanischen Zaragoza gebaut wird.
Chery (mit Marken wie Omoda und Jaecoo) legte um 263 Prozent zu, Xpeng um 229 Prozent, die Geely-Gruppe um 151 Prozent und BYD um 102 Prozent. SAIC mit der Marke MG wuchs nur um 21 Prozent. Für Chery, Xpeng, Geely, BYD und SAIC liegen bislang nur die Wachstumsraten vor, keine Stückzahlen für den Monat.
Wachstum der Hersteller im September im Überblick
Zum Vergleich: Von den etablierten Herstellern wuchs Tesla mit +71 Prozent am stärksten und hatte seinen bisher besten Monat in Europa. Stellantis legte um 5,1 Prozent zu, Mercedes-Benz um 4 Prozent. Die Volkswagen-Gruppe verlor 2,8 Prozent, Ford sogar 18 Prozent.
| Chinesische Hersteller gesamt | +104 % (Anteil 14,5 %) |
| Leapmotor | +324 % (14.382 Autos) |
| Chery | +263 % |
| Xpeng | +229 % |
| Geely-Gruppe | +151 % |
| BYD | +102 % |
| SAIC (MG) | +21 % |
| Tesla | +71 % |
| Stellantis | +5,1 % |
| Volkswagen-Gruppe | −2,8 % |
| Gesamtmarkt Europa | +10 % |
| Stückzahlen Chery, Xpeng, Geely, BYD, SAIC | nicht bekannt |
Stand 21.10.2026. Vorläufige Dataforce-Zahlen für September 2026, Veränderung zum Vorjahresmonat; EU, Großbritannien, Island, Norwegen, Schweiz.
Elektroauto-Anteil erreicht 30 Prozent
Auch der Elektromarkt insgesamt setzte einen Rekord. Reine Elektroautos legten im September um 60 Prozent zu und erreichten einen Anteil von 30 Prozent, einen Prozentpunkt mehr als im August. Plug-in-Hybride wuchsen um 25 Prozent auf 12 Prozent Anteil, Vollhybride um 9,3 Prozent auf 13,4 Prozent. Benziner ohne Hybridtechnik verloren 10 Prozent, Diesel 19 Prozent.
Gerade Plug-in-Hybride sind für chinesische Hersteller wichtig, weil für sie in der EU nur der normale Einfuhrzoll von 10 Prozent gilt, nicht die Zusatzzölle für reine Elektroautos. Die EU und China haben sich allerdings darauf verständigt, die Hybrid-Exporte aus China deutlich zu senken. Wie stark das die Zahlen der kommenden Monate bremst, ist offen.
Deutschland bleibt hinter dem Europa-Schnitt zurück
In Deutschland ist der Anteil chinesischer Marken deutlich kleiner. Sie kamen im September auf rund 6 Prozent der Neuzulassungen, wie unsere Auswertung der deutschen September-Zulassungen zeigt. Stärkste chinesische Marke war BYD. Ganz anders Großbritannien: Dort lag der Anteil chinesischer Marken im September bei rund 23 Prozent. Der europäische Rekordwert wird also stark von Märkten außerhalb Deutschlands getragen.
14,5 Prozent sind ein Signal, aber noch kein Dauerzustand. Die Zahlen sind vorläufig, und ein Teil des Wachstums kommt von Plug-in-Hybriden, deren Export die EU begrenzen will. Gleichzeitig verlagern Hersteller wie Leapmotor ihre Produktion nach Europa und umgehen so die Zusatzzölle. Für Käufer in Deutschland heißt das: Das Angebot chinesischer Modelle wächst weiter, und der Preisdruck auf etablierte Marken bleibt hoch.

