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Nio vor BMW, Mercedes und Audi: die Zahlen aus dem dritten Quartal
Grundlage des Vergleichs sind Endkundenverkäufe auf Basis von Versicherungszulassungen in China, die Nio-Mitgründer und -Präsident Qin Lihong am 17. Oktober veröffentlichte. Demnach lag die Nio Inc. mit ihren drei Marken im Zeitraum Juli bis September bei 111.638 verkauften Autos. Die BMW Group (inklusive Mini) erreichte 107.210 Fahrzeuge, die Mercedes-Benz Group (inklusive Maybach und smart) 99.592 und Audi 94.597.
Nach Angaben von Nio ist es das erste Quartal, in dem das Unternehmen alle drei deutschen Premiumhersteller gleichzeitig hinter sich gelassen hat. In acht Provinzen und 40 Städten – darunter Peking und Shanghai – verkaufte Nio mehr als jeder der drei. Mindestens einen der drei Hersteller überholte Nio in zwölf Provinzen und 94 Städten. Im Januar war das erst in zwei Provinzen und acht Städten der Fall, im April in vier Provinzen und 30 Städten, im Juni in sieben Provinzen und 36 Städten.
| Nio Inc. (Nio, Onvo, Firefly) | 111.638 |
| BMW Group (inkl. Mini) | 107.210 |
| Mercedes-Benz Group (inkl. Maybach, smart) | 99.592 |
| Audi | 94.597 |
| Nio vorn gegen alle drei | 8 Provinzen, 40 Städte |
| Nio vorn gegen mindestens einen | 12 Provinzen, 94 Städte |
Stand 19.10.2026. Endkundenverkäufe in China im dritten Quartal 2026 (Juli bis September) laut Nio-Präsident Qin Lihong, auf Basis von Versicherungszulassungen.
Der Haken: drei Marken gegen je einen Konzern
Der Vergleich hat Grenzen. Nio rechnet seine Kernmarke mit der Familienmarke Onvo und der Kleinwagenmarke Firefly zusammen. Die Marke Nio allein kam laut den Monatsmeldungen des Unternehmens im dritten Quartal auf rund 62.500 Auslieferungen und läge damit klar hinter den deutschen Herstellern. Die offiziellen Auslieferungen der Nio Inc. lagen im Quartal bei 109.178 Fahrzeugen, ein Plus von 25,4 Prozent. Im September waren es 37.408 Autos (plus 7,7 Prozent), in den ersten neun Monaten 300.301 (plus 49,2 Prozent).
Auch die Zahlen der deutschen Hersteller weichen je nach Quelle ab. BMW meldete für die Region China im dritten Quartal 114.355 ausgelieferte Autos der Marken BMW und Mini, ein Minus von 24,8 Prozent – die Hintergründe stehen in unserem Artikel darüber, warum BMW in China jeden vierten Käufer verloren hat. Mercedes-Benz Cars kam in China auf 86.800 Autos (minus 31 Prozent), allerdings ohne smart. Die Werte aus Nios Statistik sind also nicht mit den Auslieferungszahlen der Hersteller identisch, zeigen aber dieselbe Richtung.
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Warum die deutschen Premiummarken in China Boden verlieren
Hinter den Zahlen steht ein Umbruch im chinesischen Premiummarkt. Nach Daten des Branchenverbands CPCA, die Nio anführt, hielten BMW, Mercedes und Audi 2018 zusammen fast 70 Prozent des chinesischen Premiumsegments. In diesem Jahr liegt ihr gemeinsamer Anteil unter 40 Prozent. Im September brachen die Verkäufe von Premium-Verbrennern in China um 41 Prozent ein. Elektroautos und Plug-in-Hybride kamen auf einen Rekordanteil von 67 Prozent am Pkw-Markt, reine E-Autos allein auf 47,3 Prozent.
Für Volkswagen und Mercedes zeigte sich der Druck schon in den Quartalszahlen: VW verlor in China 38,5 Prozent, Mercedes 31 Prozent. Die deutschen Hersteller setzen nun auf eigens für China entwickelte Elektroautos, BMW etwa auf eine verlängerte iX3-Version aus Shenyang ab November.
Qin Lihong betonte, dass der Durchschnittspreis der Marke Nio weiterhin über 400.000 Yuan liege. Onvo habe in zwei Jahren 200.000 Autos ausgeliefert, Firefly mehr als 80.000. Zum Aufstieg der Marke sagte er: „Der Weg der Marke nach oben ist nicht einfach.“
Nio in China stark, in Deutschland fast unsichtbar
In Deutschland spielt Nio dagegen kaum eine Rolle. Im September wurde hierzulande nur ein einziges Nio zugelassen, die Standorte in Köln und Weiterstadt wurden geschlossen – mehr dazu in unserem Bericht über Nios Rückzug auf den Standort München. Die Familienmarke Onvo, die in China einen großen Teil des Wachstums trägt, soll erst 2028 oder 2029 nach Europa kommen. Für deutsche Käufer ändert der Erfolg in China kurzfristig also wenig.
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Der Vergleich ist zugespitzt: Nio zählt drei Marken zusammen, und die Datenbasis unterscheidet sich von den offiziellen Auslieferungen der deutschen Hersteller. Die Aussage dahinter ist trotzdem deutlich. Ein 2014 gegründeter Elektroauto-Hersteller verkauft in China inzwischen so viele Autos wie BMW, Mercedes oder Audi, während deren Absatz dort zweistellig schrumpft. Für die deutschen Hersteller ist das ein weiteres Signal, dass China als Gewinnbringer wegbricht – und dass sie mit Elektroautos konkurrieren müssen, die sich stark über Software, Ausstattung und Preis verkaufen.

