Smart #2 (2026) – Die Rückkehr der Ikone: Der elektrische Zweisitzer ist zurück
Er ist das meisterwartete Stadtauto seit Jahren: der Smart #2, offizieller Nachfolger des legendären Smart ForTwo. Nur 2,79 Meter lang, zwei Sitze, rund 300 km Reichweite, ECA-Plattform, V2L und ein Wendekreis von 6,95 Metern. Weltpremiere Serienversion: 12. Oktober 2026 auf dem Pariser Autosalon. Europa-Start: 2027.
Das Smart Concept #2 in der Seitenansicht: 2,79 m Länge, klassische Zweisitzer-Silhouette, Wheels-at-corners-Architektur · Bild-Quelle: Smart
Die Geschichte dahinter: Warum der Smart #2 so besonders ist
Es gibt wenige Autos, deren Rückkehr so viel Emotion auslöst wie der Smart ForTwo. Das Original, 1998 eingeführt, war mit 2,50 Metern Länge so radikal kurz, dass es quer in Parklücken passte. Es war polarisierend, belächelt, geliebt – und wurde zur Ikone der urbanen Mobilität in einer Zeit, als Innenstädte noch nicht von Fahrverboten bedroht waren.
2019 lief die letzte Produktion des ForTwo in Hambach aus. Was danach kam, war eine Smart-Marke, die sich kaum noch wie Smart anfühlte: Der Smart #1 misst 4,27 Meter, der Smart #3 4,40 Meter, der Smart #5 sogar 4,71 Meter. Alle drei sind solide Elektrofahrzeuge – aber kein einziges davon hat auch nur entfernt etwas mit dem Stadtflitzer gemein, für den Smart einst stand.
Das ändert sich jetzt. Unter dem internen Projektnamen „project: two“ hat Smart jahrelang an der Rückkehr zum kompakten Zweisitzer gearbeitet. Das Ergebnis: der Smart #2 – ein rein elektrischer Stadtflitzer, der die DNA des ForTwo in eine neue Ära überträgt. Der Name ist kein Zufall: „#2“ steht für ForTwo, und für den zweiten Akt einer Legende.
Seit 2020 ist Smart ein 50/50-Joint-Venture zwischen der Mercedes-Benz Group und dem chinesischen Geely-Konzern (zu dem auch Volvo, Polestar und Lynk&Co gehören). Mercedes verantwortet das Design (über das Global Design Team), Geely die Technologie und Produktion. Der Smart #2 wird in China gebaut – für die Welt, aber besonders für Europa, das der Hauptmarkt der Marke bleibt.
Das Concept #2, präsentiert auf der Auto China 2026 in Peking – seriennahe Studie des kommenden Smart #2 · Bild-Quelle: Smart
Von der Idee zur Premiere: Die Entwicklungsgeschichte des Smart #2
Design: Mercedes-DNA im Kleinformat
Das Concept #2 wurde vom Mercedes-Benz Global Design Team unter der Philosophie „Love, Pure, Unexpected“ entwickelt – derselben Designsprache, die auch den Smart #1, #3 und #5 prägt. Aber das Ergebnis sieht deutlich anders aus als die großen Geschwister.
Die Optik des Concept #2 erinnert bewusst an den letzten ForTwo: die kompakte Silhouette, das breite Heck, die kugeligen Proportionen. Gleichzeitig ist das Design klar moderner interpretiert – kantigere Kanten als beim ForTwo, aber mit denselben charakteristischen Elementen:
- „Wheels-at-the-corners“-Architektur: Die Räder sitzen an den äußersten Ecken der Karosserie – das klassische Smart-Prinzip, das trotz kompakter Außenabmessungen maximalen Innenraum ermöglicht
- Zweifarblackierung: Das Concept trägt mattes Weiß und warmes Gold – ein klarer Verweis auf die berühmten Tridion-Sicherheitszellen der alten ForTwo-Generation
- Transluzente Oberflächen: Verborgene Designelemente treten unter durchscheinenden Materialien hervor – eine Neuinterpretation des ForTwo-Transparenz-Konzepts
- Lederdetails: Hochwertige Materialien bereits am Exterieur, was auf ein Premiumgefühl im Innenraum hindeutet
Kai Sieber, Head of Design Smart bei Mercedes-Benz, fasst die Vision zusammen: „In Anlehnung an das ikonische Erbe des Fortwo überträgt das Concept #2 unsere mutige Persönlichkeit in eine neue Ära, in der Funktion zum Ausdruck von Haltung wird.“
Frontansicht des Concept #2: Die LED-Lichtsignatur greift die Designsprache der Smart-Familie auf · Bild-Quelle: Smart
Abmessungen: Noch kleiner als der ForTwo?
Das Concept #2 kommt auf eine Gesamtlänge von 2,79 Metern – das ist tatsächlich länger als der originale ForTwo (2,50 Meter), aber kürzer als alle aktuellen Smart-Modelle (#1: 4,27 m). Zum Kontext:
| Modell | Länge | Sitze | Klasse |
|---|---|---|---|
| Smart ForTwo (letztes Modell, 2014–2019) | 2.496 mm | 2 | A00 |
| Smart #2 (Concept, 2026) | 2.792 mm | 2 | A00 / A0 |
| Fiat 500e | 3.627 mm | 4 | A |
| Renault Twingo E-Tech | 3.615 mm | 4 | A |
| Smart #1 | 4.270 mm | 5 | C |
| Citroen Ami | 2.410 mm | 2 | Leichtfahrzeug |
Der Wendekreis von 6,95 Metern ist ebenfalls bemerkenswert: Ein VW Polo dreht sich in 10,1 Metern, ein Fiat 500 in 9,3 Metern. Der Smart #2 übertrifft beide deutlich und knüpft damit direkt an das Stadtmanövrier-Talent des ForTwo an.
Die ECA-Plattform: Neue Architektur für das Stadtauto der Zukunft
Das technische Herzstück des Smart #2 ist die Electric Compact Architecture (ECA) – eine vollständig neue Plattform, die Smart gemeinsam mit Geely speziell für kompakte Elektrofahrzeuge entwickelt hat. Sie ist nicht mit der SEA-Plattform zu verwechseln, auf der die größeren Smart-Modelle (#1, #3, #5) basieren.
Was die ECA-Plattform besonders macht
- Extremes Packaging: Durch die Räder-in-den-Ecken-Architektur ermöglicht die ECA trotz 2,79 m Außenlänge einen für die Klasse überraschend geräumigen Innenraum
- Flacher Unterboden: Der Akku sitzt im Fahrzeugboden – typische Elektroauto-Architektur, die Schwerpunkt senkt und Innenraum erhöht
- Akku 35,7 kWh: Offiziell bestätigt. Zusammen mit der niedrigen Fahrzeugmasse ergibt das exakt 300 km WLTP-Reichweite
- DC-Laden 10–80 %: 20 Minuten bei einer durchschnittlichen Ladeleistung von 75 kW – offiziell bestätigt
- V2L (Vehicle-to-Load): Der Akku kann externe Geräte mit Strom versorgen – eine Funktion, die Smart erstmals in diesem Format integriert
- Nicht 800V: Die ECA-Plattform arbeitet mit 400V – für ein Stadtauto dieser Klasse absolut ausreichend und kostenoptimiert
- Tridion-Zelle kehrt zurück: Offiziell bestätigt – die ikonische Sicherheitszelle des Smart ForTwo lebt im #2 wieder auf und sorgt für kompromisslose Sicherheit bei kleinen Außenabmessungen
- 5-Lenker-Hinterachse: Einzigartig im A-Segment – sorgt für mehr Agilität und Fahrstabilität als eine konventionelle Verbundlenker-Hinterachse
- Außenlänge Serienversion: Die 2,79 m des Concept #2 werden in der Serienversion leicht unterschritten – das Serienfahrzeug wird also noch kompakter
Innenraum: Durchgehende Sitzbank und S-förmiges Cockpit – jetzt offiziell bestätigt
Update 22. Juni 2026: Smart hat heute die Details der Mitte-Mai-Veranstaltung in Rom offiziell veröffentlicht. Bei dem exklusiven Event – das bereits vor einigen Wochen stattfand – zeigte Smart das Concept #2 erstmals in Europa und enthüllte das Innenraumkonzept. Die Details übertreffen die Erwartungen – und unterscheiden sich in einem wichtigen Punkt von dem, was bisher erwartet wurde.
Statt getrennter Einzelsitze kommt eine durchgehende Sitzbank. Smart hebt damit bewusst die klassische Trennung zwischen Fahrer und Beifahrer auf. Das schafft ein Gefühl von gemeinsamem Raum und Praktikabilität – großzügig, offen und einladend, selbst bei einer ultrakompakten Grundfläche. Das ist eine mutige Entscheidung, die zum urbanen Charakter des Fahrzeugs passt: Wer alleine fährt, hat mehr Freiraum. Wer zu zweit fährt, sitzt näher beisammen.
Das Cockpit folgt dem S-Form-Prinzip: ein flüssiger, geschwungener Übergang vom Armaturenbrett über die Mittelkonsole bis zur Tür. Es ist auf intuitive Bedienung, klare Orientierung und maximale Raumeffizienz ausgelegt – kein überladenes Display-Gewirr, sondern ein Cockpit, das „Kompaktheit in eine Qualität verwandelt, nicht in eine Einschränkung“, so Smart.
Das Leitprinzip des gesamten Designs: „Function becomes Fashion“ – funktionale Entscheidungen werden zur Designidentität. Was der Smart #2 besonders gut kann (kompakt, wendig, stadtgerecht), soll auch in seiner Erscheinung sichtbar werden.
Die durchgehende Sitzbank des Smart #2: keine Trennung zwischen Fahrer und Beifahrer – großzügig und offen trotz ultrakompakter Außenmaße · Bild-Quelle: Smart
Die Wheels-at-corners-Architektur der ECA-Plattform: Räder in den äußersten Ecken für mehr Innenraum trotz 2,79 m Länge · Bild-Quelle: Smart
Technische Daten: Was bisher bekannt ist
| Merkmal | Wert / Status |
|---|---|
| Länge (Concept) | 2.792 mm |
| Sitze | 2 (Zweisitzer, wie ForTwo) |
| Plattform | ECA (Electric Compact Architecture) |
| Antrieb | Rein elektrisch (BEV) |
| Batterie (erwartet) | ca. 30 kWh LFP oder NMC |
| Reichweite (angepeilt) | bis 300 km (WLTP noch nicht bestätigt) |
| DC-Laden 10–80 % | unter 20 Minuten (Zielwert) |
| V2L | Ja (bestätigt) |
| Wendekreis | 6,95 Meter |
| Design | Mercedes-Benz Global Design Team |
| Produktion | China |
| Spannung (erwartet) | 400V (nicht 800V) |
| Motorleistung | noch nicht bekannt |
| Innenraum | noch nicht offiziell gezeigt |
| Assistenzsysteme | noch nicht kommuniziert |
Preis: ca. 25.000 Euro – ein strategischer Angriff
Smart hat keinen offiziellen Preis kommuniziert. Smart spricht offiziell von einem „sehr attraktiven Preis im A-Segment“ – Marktbeobachter rechnen mit einem Einstieg ab ca. 20.000 Euro – was für ein Elektroauto mit 300 km Reichweite und V2L sehr wettbewerbsfähig wäre.
Zum Vergleich: Der Fiat 500e (der direkteste Konkurrent aus Europa) startet in Deutschland bei rund 29.990 Euro. Der Renault Twingo E-Tech, der gerade auf den Markt kommt, liegt bei etwa 25.000 Euro. Smart würde sich also in der Preisspanne positionieren, die für echte Volumen im Stadtauto-Segment entscheidend ist.
Der aktuelle Smart #1 startet in Deutschland bei rund 39.990 Euro, der Smart #3 bei 44.990 Euro. Ein Smart #2 bei 25.000 Euro wäre damit das mit Abstand günstigste Modell der Marke – und könnte neue Käuferschichten erschließen, die sich bisher kein Smart-Elektroauto leisten wollten oder konnten.
Die 0,25 %-Dienstwagenregel gilt für den Smart #2 ebenfalls. Bei einem Listenpreis von 25.000 Euro wären das monatlich nur 62,50 Euro geldwerter Vorteil – einer der niedrigsten Werte überhaupt für ein vollwertiges Elektrofahrzeug.
Der legendäre Smart ForTwo – seit 2019 nicht mehr gebaut, aber durch den #2 ab 2027 als Elektroauto wieder auferstehend · Bild-Quelle: Smart
Konkurrenz: Wer tritt gegen den Smart #2 an?
Der entscheidende Unterschied zum Fiat 500e und Renault Twingo: Der Smart #2 hat nur zwei Sitze. Das ist gleichzeitig sein größter Vorteil und sein größtes Handicap. Für Stadtbewohner, die alleine oder zu zweit unterwegs sind, ist das kein Problem – im Gegenteil: Die kompakteren Außenmaße ermöglichen das extrem kleine Wendekreismaß und die leichtere Parkbarkeit. Für Familien oder gelegentliche Mitfahrer ist es ein No-Go.
Interessant ist auch der Vergleich mit dem Citroën Ami: Der Ami ist noch kürzer (2,41 m), noch günstiger (ab ca. 9.990 Euro) und braucht nur einen Mofa-Führerschein – ist aber kein vollwertiges Fahrzeug und kommt nur auf 45 km/h. Der Smart #2 ist ein vollwertiges Elektroauto mit Autobahntauglichkeit und normaler Zulassung.
Der Smart #2 positioniert sich als einziger vollwertiger Elektro-Zweisitzer unter 3 m auf dem Markt · Bild-Quelle: Smart
Der Smart #2 in der Smart-Familie 2026
Mit dem #2 vervollständigt Smart seine Modellpalette nach unten hin. Die Familie wächst 2026 außerdem durch den Smart #6 – eine Fastback-Limousine mit fast 5 Metern Länge, die vorerst nur für China gedacht ist und dort auch als Plug-in-Hybrid mit über 1.800 km Gesamtreichweite angeboten wird.
| Modell | Klasse | Länge | Sitze | In DE |
|---|---|---|---|---|
| Smart #2 | Stadtauto / A00 | 2,79 m | 2 | ab 2027 |
| Smart #1 | Kompakt-Crossover | 4,27 m | 5 | Ja |
| Smart #3 | SUV-Coupé | 4,40 m | 5 | Ja |
| Smart #5 | Mittelklasse-SUV | 4,71 m | 5 | Ja |
| Smart #6 | Fastback-Limousine | ca. 5,00 m | 5 | Nur China (vorerst) |
Das Besondere: Smart wird mit dem #2 die einzige große Automarke sein, die 2027 einen vollwertigen elektrischen Zweisitzer unter drei Metern Länge in Europa anbietet. Das ist eine Nische – aber eine mit treuer Fangemeinde und echtem Bedarf in dichten Innenstädten.
Smart #2 in Deutschland: Wann kommt er, und was kostet er?
Smart hat den Europa-Start für 2027 offiziell bestätigt. Die Weltpremiere des Serienmodells findet am 12. Oktober 2026 auf dem Pariser Autosalon statt. Danach folgt der China-Start noch 2026, bevor das Fahrzeug 2027 nach Europa kommt.
Für Deutschland spricht einiges dafür, dass der #2 gut ankommen wird:
- Smart hat in Deutschland ein gut ausgebautes Händlernetz, auch für Beratung und Service
- Der ForTwo hatte in deutschen Innenstädten eine treue Fangemeinde, die seitdem auf einen Nachfolger wartet
- Zunehmende Parkraumbeschränkungen und Fahrverbote in Innenstädten machen kompakte Elektroautos attraktiver
- Die 0,25 %-Dienstwagenregel macht den #2 bei einem Preis von 25.000 Euro extrem günstig als Firmenwagen
- V2L ist ein praktischer Vorteil für Stadtbewohner ohne Lademöglichkeit zuhause (Camping-Ersatz, mobile Stromversorgung)
Was gegen einen schnellen Durchbruch spricht:
- Zwei Sitze sind in Deutschland ein Kaufargument, das polarisiert – viele Käufer wollen zumindest gelegentlich Rücksitzplätze
- EU-Strafzölle auf in China produzierte Elektroautos könnten den Preis über die anvisierten 25.000 Euro treiben
- Technische Daten sind noch unvollständig – Kaufentscheidungen erst nach Oktober 2026 möglich
Das S-förmige Cockpit des Smart #2: fließender Übergang, klare Orientierung, kein überladenes Display-Gewirr · Bild-Quelle: Smart
Fazit: Das wichtigste Smart seit Jahren
- Echte ForTwo-Erbfolge – 2,79 m, 2 Sitze, kompakteste Klasse
- 6,95 m Wendekreis – unerreicht im Segment
- ca. 300 km Reichweite – für Stadtnutzung mehr als genug
- V2L – erstmals in diesem Format bei Smart
- Unter 20 Min. DC-Laden 10–80 %
- Mercedes-Design-DNA, in China produziert
- Erwarteter Preis ca. 25.000 € – wettbewerbsfähig
- Einziger vollwertiger 2-Sitzer unter 3 m auf dem Markt 2027
- Nur 2 Sitze – schränkt Käuferzielgruppe ein
- Technische Daten noch nicht vollständig bekannt
- Kein Innenraum bisher gezeigt
- Erst 2027 in Deutschland erhältlich
- EU-Zölle könnten Preis nach oben treiben
- Produktion in China (manche Käufer bevorzugen EU-Produktion)
- Kein 800V – kein Ultra-Schnellladen möglich