Li Auto und Xiaomi verlängern die Ölwechsel-Intervalle ihrer Range-Extender-Modelle auf drei Jahre oder 30.000 Kilometer. Damit wollen die Hersteller den Wartungsvorteil reiner Elektroautos verkleinern – ein Punkt, der auch für deutsche Käufer bei der Entscheidung zwischen EREV und BEV zählt.

Li Auto L9

Der Li Auto L9 ist auch beim neuen Intervall dabei.
Bild-Quelle: Li Auto

Li Auto und Xiaomi verlängern EREV-Ölwechsel auf drei Jahre

Chinas Hersteller von Range-Extender-Fahrzeugen (EREV) senken den Wartungsaufwand: Li Auto und Xiaomi führen für ihre Modelle mit Reichweitenverlängerer künftig Ölwechsel-Intervalle von drei Jahren oder 30.000 Kilometern ein. Bei Li Auto gilt die Neuregelung für die EREV-SUV L8 und L9, Xiaomi sagt sie für die kommende Sky-Nomad-Reihe zu.

Der Hintergrund ist ein bekannter Schwachpunkt des Antriebskonzepts. Ein EREV fährt zwar rein elektrisch, führt aber einen kleinen Verbrennungsmotor als Generator mit – und der braucht, anders als ein reines Elektroauto, weiterhin Motoröl und regelmäßige Wartung. Genau dieser Punkt ist ein Argument, mit dem reine Elektroautos gegenüber Range-Extendern punkten. Mit den verlängerten Intervallen wollen die Hersteller diese Lücke verkleinern.

Verbrenner (Referenz) Ölwechsel typischerweise jährlich bzw. alle 15.000 km
EREV (neu) alle 3 Jahre bzw. 30.000 km (Li Auto L8/L9, Xiaomi Sky Nomad)
BEV (reines E-Auto) kein Motoröl, kein Ölwechsel nötig
Betroffene Modelle Li Auto L8, L9 · Xiaomi Sky Nomad (N90 Max / N70 Max)
Ziel Wartungsvorteil reiner E-Autos verkleinern

Die Angaben beziehen sich auf den Ölwechsel des Range-Extender-Motors. Weitere Wartungspositionen (Bremsen, Kühlmittel, Filter) sind davon unberührt und fallen bei EREV und BEV ähnlich an.

Was das für deutsche Käufer bedeutet

Für den deutschen Markt ist der Schritt vor allem eine Frage der Gesamtkosten (TCO). Range-Extender werden hierzulande zunehmend als Alternative für alle gehandelt, die elektrisch fahren, aber nicht auf Langstrecken-Tauglichkeit ohne Ladepause verzichten wollen. Ein Nachteil blieb bisher der zusätzliche Wartungsaufwand des Verbrenners. Fällt der Ölwechsel künftig nur noch alle drei Jahre an, sinkt dieser Nachteil spürbar – ganz verschwindet er nicht, denn ein reines Elektroauto kommt weiterhin ohne Motoröl aus.

Wichtig ist die Einordnung: Die verlängerten Intervalle gelten zunächst für den chinesischen Markt. Ob Li Auto und Xiaomi die EREV-Modelle überhaupt und mit welchen Wartungsvorgaben nach Europa bringen, ist noch offen. Für die grundsätzliche Rechnung „EREV gegen BEV“ liefert die Ankündigung aber ein neues Argument.

EinordnungDer Range Extender ist in China zu einem der erfolgreichsten Antriebskonzepte im Segment der großen Familien-SUV geworden. Mit sinkendem Wartungsaufwand rücken EREV noch näher an das Kostenprofil reiner Elektroautos heran. Was ein EREV genau ist und wie er sich von PHEV und BEV unterscheidet, erklären wir im Beitrag Range Extender erklärt.
Warum braucht ein EREV überhaupt einen Ölwechsel?
Weil ein EREV einen kleinen Verbrennungsmotor als Stromgenerator mitführt. Dieser Motor benötigt Öl und Wartung – auch wenn die Räder ausschließlich elektrisch angetrieben werden. Ein reines Elektroauto (BEV) hat keinen solchen Motor.
Wie oft muss der Range-Extender-Motor jetzt zum Ölwechsel?
Li Auto und Xiaomi geben für ihre EREV-Modelle künftig drei Jahre oder 30.000 Kilometer an – deutlich länger als die bei Verbrennern üblichen jährlichen Intervalle.
Welche Modelle sind betroffen?
Konkret genannt sind die Li-Auto-SUV L8 und L9 sowie die kommende Xiaomi-Sky-Nomad-Reihe (N90 Max und N70 Max).
Ist ein EREV damit so wartungsarm wie ein reines Elektroauto?
Nicht ganz. Die Lücke wird kleiner, aber ein reines Elektroauto kommt weiterhin ohne Motoröl aus. Bei anderen Positionen wie Bremsen oder Kühlmittel unterscheiden sich EREV und BEV kaum.
Gilt das auch in Deutschland?
Die verlängerten Intervalle gelten zunächst für China. Ob die betroffenen EREV-Modelle nach Europa kommen und mit welchen Wartungsvorgaben, ist noch nicht bestätigt.

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Philipp Wiedmaier
Über den AutorPhilipp WiedmaierGründer & Chefredakteur

Philipp Wiedmaier hat chinaelektro.de 2025 gegründet und verantwortet die Redaktion. Er wertet MIIT-Zulassungsdaten und Herstellerangaben aus und ordnet ein, welche der über 500 erfassten Modelle tatsächlich nach Deutschland kommen – mit Blick auf Preis, Zölle und Marktstart.

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