Xpeng plant für 2027 rund 22.000 Neuzulassungen in Deutschland. Bis September waren es 7.023, das Händlernetz soll auf 130 Standorte wachsen.
Bild-Quelle: Xpeng
22.000 Zulassungen: Xpengs Deutschland-Ziel für 2027
Xpeng hat sich für den deutschen Markt ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: 2027 sollen rund 22.000 Fahrzeuge neu zugelassen werden. Die Zahlen nannte Markus Schrick, Geschäftsführer der Vertriebsregion Zentraleuropa, Anfang Oktober bei der Präsentation des neuen L03 in Basel. Zum Vergleich: 2024 kam die Marke in Deutschland auf 393 Neuzulassungen, 2025 auf 2.991.
Für 2026 peilt Xpeng 10.000 Zulassungen an. Bis Ende September standen 7.023 Fahrzeuge in der Statistik, ein Plus von 279 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für das Jahresziel fehlen damit knapp 3.000 Zulassungen im vierten Quartal. Allein im September meldete das Kraftfahrt-Bundesamt 1.250 neue Xpeng-Modelle, ein Plus von 419 Prozent. „Wir sind voll auf Ziel“, heißt es dazu vom Hersteller.
Auftragsbestand: G9 und G6 tragen das Geschäft
Stand September lagen rund 8.000 Bestellungen vor. Die Verteilung zeigt, wo Xpengs Absatz in Deutschland herkommt: Jeweils 30 Prozent entfallen auf das große SUV G9 und das Mittelklasse-SUV G6, je 15 Prozent auf die Limousine P7+ und den neuen L03, 10 Prozent auf den Van X9.
Drei der fünf Modelle – G6, G9 und P7+ – laufen bei Magna Steyr in Graz vom Band. Für sie fallen keine EU-Zusatzzölle auf chinesische Elektroautos an. Der Xpeng L03 dagegen wird nicht in Graz gebaut, sondern aus China importiert. Er kommt im Oktober ab 35.600 Euro in den Handel, die Long-Range-Version schafft bis zu 520 km nach WLTP.
| Zulassungen Deutschland 2024 | 393 |
| Zulassungen Deutschland 2025 | 2.991 |
| Zulassungen Januar bis September 2026 | 7.023 (+279 %) |
| Zulassungen September 2026 | 1.250 (+419 %) |
| Ziel 2026 | 10.000 |
| Ziel 2027 | 22.000 |
| Auftragsbestand (Stand September) | rund 8.000 |
| Händlerstandorte Deutschland | 110, bis 2027 geplant 130 |
| Modellplan 2027 im Detail | nicht bekannt |
Stand 9. Oktober 2026. Ziele und Auftragsbestand laut Xpeng, Zulassungen laut KBA bzw. Herstellerangabe.
Händlernetz wächst – auch in Österreich und der Schweiz
Xpeng setzt in Deutschland auf klassische Vertragshändler. Bis 2027 soll das Netz von 110 auf 130 Standorte wachsen. Erst Anfang Oktober kam Emil Frey Deutschland mit zwei Betrieben in Frankfurt und Pforzheim hinzu. Schrick nannte Deutschland dabei „einen Schlüsselmarkt für Xpeng in Europa“.
Auch in den Nachbarländern sind die Ziele hoch: In Österreich sollen die Zulassungen von 1.500 (2026) auf 3.000 im Jahr 2027 steigen, in der Schweiz von 1.000 auf 2.500. In Österreich wächst das Netz von 25 auf 35 Standorte, in der Schweiz von 20 auf 30. Dort übernimmt Importeur Hedin den Vertrieb, in Deutschland und Österreich verantwortet Xpeng den Vertrieb selbst.
Europa ist Xpengs wichtigster Exportmarkt
Weltweit lieferte Xpeng von Januar bis September 59.481 Fahrzeuge außerhalb Chinas aus, davon 38.530 in Europa – rund 65 Prozent. Der September war mit 10.057 Auslandsauslieferungen der stärkste Monat des Jahres. Für 2026 plant Xpeng rund 90.000 Auslandsverkäufe, nach 45.008 im Jahr 2025. Von 380 Standorten außerhalb Chinas liegen 290 in Europa.
Den Aufschwung in Deutschland hatte bereits die Septemberbilanz der China-Marken gezeigt. Neuen Schub soll ab dem Pariser Autosalon das große SUV G9L bringen, das ebenfalls in Graz gefertigt wird.
22.000 Zulassungen wären für Xpeng eine Verdreifachung gegenüber dem bisherigen Jahresstand. Realistisch wird das Ziel vor allem durch die Fertigung in Graz: Die zollfreien Modelle G6, G9 und P7+ machen schon heute drei Viertel des Auftragsbestands aus. Ob der aus China importierte L03 zum Volumenmodell wird, hängt dagegen von seinem Preisabstand zur Konkurrenz ab.

