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BYD-Quartalszahlen: Gewinn steigt, aber weniger als erwartet
Den Bericht für das dritte Quartal (Juli bis September) legte BYD am 29. Oktober 2026 vor. Unter dem Strich blieben 10,02 Milliarden Yuan Gewinn, der Aktionären zuzurechnen ist – 28,08 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Ohne Sondereffekte waren es 8,63 Milliarden Yuan (plus 25,25 Prozent). Der Gewinn je Aktie lag bei 1,10 Yuan.
Analysten hatten allerdings mit 11,4 bis 12,95 Milliarden Yuan gerechnet. Das Wachstum hat sich zudem leicht verlangsamt: Im zweiten Quartal hatte der Gewinn noch um rund 30 Prozent auf 8,2 Milliarden Yuan zugelegt. Damals endete eine Serie von fünf Quartalen mit sinkendem Gewinn – nachzulesen in unserer Analyse zu BYDs Gewinneinbruch im ersten Halbjahr.
Umsatz wächst erstmals seit vier Quartalen
Wichtiger als der Gewinn ist für viele Beobachter der Umsatz. Mit 221,49 Milliarden Yuan lag er 13,59 Prozent über dem Vorjahr. Im zweiten Quartal war der Umsatz noch um rund 3 Prozent gesunken, insgesamt war es die erste Steigerung nach vier Quartalen mit Rückgang. Parallel stieg der Absatz im dritten Quartal um 18,75 Prozent auf 1.323.065 Fahrzeuge.
Für die ersten neun Monate fällt die Bilanz dagegen nüchtern aus: Der Umsatz stagnierte bei 566,30 Milliarden Yuan (plus 0,01 Prozent), der Nettogewinn sank um 4,24 Prozent auf 22,35 Milliarden Yuan. Die Bruttomarge lag nach neun Monaten bei 18,52 Prozent und damit etwas unter dem Wert des ersten Halbjahres (18,85 Prozent). Der operative Cashflow legte dagegen um 33,36 Prozent auf 54,47 Milliarden Yuan zu.
| Umsatz Q3 2026 | 221,49 Mrd. Yuan (+13,59 %) |
| Nettogewinn Q3 2026 | 10,02 Mrd. Yuan (+28,08 %) |
| Nettogewinn ohne Sondereffekte Q3 | 8,63 Mrd. Yuan (+25,25 %) |
| Analysten-Erwartung Nettogewinn Q3 | 11,4 bis 12,95 Mrd. Yuan |
| Absatz Q3 2026 | 1.323.065 Fahrzeuge (+18,75 %) |
| Umsatz Januar bis September | 566,30 Mrd. Yuan (+0,01 %) |
| Nettogewinn Januar bis September | 22,35 Mrd. Yuan (−4,24 %) |
| Bruttomarge Januar bis September | 18,52 % |
| Operativer Cashflow Januar bis September | 54,47 Mrd. Yuan (+33,36 %) |
| Absatz Ausland Januar bis September | 1.342.960 Fahrzeuge (+92,66 %) |
| Absatz gesamt Januar bis September | 3.131.576 Fahrzeuge (−3,94 %) |
Stand 29.10.2026. Quartalsbericht von BYD, Absatzzahlen laut BYD-Monatsmeldungen. Zahlen nicht geprüft (Quartalsbericht).
Export statt Heimatmarkt: Europa wird zum Gewinnbringer
Der Blick auf die Absatzzahlen erklärt das Bild. Von Januar bis September verkaufte BYD 3,13 Millionen Fahrzeuge, knapp 4 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Ausland waren es dagegen 1,34 Millionen – fast doppelt so viele wie ein Jahr zuvor. Im September allein gingen 180.700 Autos ins Ausland, das waren 38,98 Prozent aller Verkäufe und ein Plus von gut 150 Prozent. In China selbst leidet BYD weiter unter dem Preiskampf und der schwachen Nachfrage.
Europa ist dabei einer der wichtigsten Wachstumsmärkte. In EU, EFTA und Großbritannien kam BYD von Januar bis September auf 283.997 Neuzulassungen und lag damit vor Tesla. Im September wurde BYD dort allerdings erstmals vom Chery-Konzern überholt, wie die ACEA-Zahlen für September zeigten. Laut Analystenschätzungen verdient BYD an einem Exportauto ein Vielfaches dessen, was ein Auto in China einbringt.
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Was die Zahlen für BYD in Deutschland bedeuten
Für deutsche Kunden ist das Ergebnis vor allem ein Signal: BYD braucht das Ausland, um im Heimatmarkt den Preiskampf zu finanzieren. Entsprechend aggressiv baut der Konzern sein Europa-Geschäft aus – mit dem Werk im ungarischen Szeged, das im vierten Quartal 2026 die Serienfertigung starten soll, und dem Ziel von mehr als 40.000 Beschäftigten in Europa bis 2030. In Europa gefertigte Autos würden zudem die EU-Zusatzzölle auf reine Elektroautos aus China umgehen.
Gleichzeitig zeigt die Modellpolitik, dass BYD in Deutschland stärker auf Plug-in-Hybride setzt, die nur mit dem Basiszoll von 10 Prozent belegt sind. Einen Überblick über alle aktuellen Modelle bietet unsere Übersicht der BYD-Elektroautos und Plug-in-Hybride.
Ein Gewinnplus von 28 Prozent klingt stark, doch es kommt von einer niedrigen Basis und liegt unter den Erwartungen. Über neun Monate verdient BYD weniger als im Vorjahr, im Heimatmarkt schrumpft der Absatz. Das Wachstum stammt fast vollständig aus dem Export. Für Europa heißt das: BYD wird hier weiter mit neuen Modellen, mehr Händlern und eigenen Werken Druck machen – Rabattschlachten wie in China sind dagegen eher unwahrscheinlich, denn gerade die Auslandsmargen halten die Bilanz zusammen.

