BYD hat im dritten Quartal 2026 einen Nettogewinn von 10,02 Milliarden Yuan erzielt, ein Plus von 28,1 Prozent. Der Umsatz stieg um 13,6 Prozent auf 221,49 Milliarden Yuan und wuchs damit erstmals seit vier Quartalen wieder. Getragen wird das Ergebnis vom Export: Fast 40 Prozent der Autos verkauft BYD inzwischen außerhalb Chinas. Die Erwartungen der Analysten verfehlte der Konzern trotzdem.

BYD Atto 8
Der BYD Atto 8 gehört zu den neuen Modellen, mit denen BYD sein Europa-Geschäft ausbaut.
Bild-Quelle: BYD

BYD-Quartalszahlen: Gewinn steigt, aber weniger als erwartet

Den Bericht für das dritte Quartal (Juli bis September) legte BYD am 29. Oktober 2026 vor. Unter dem Strich blieben 10,02 Milliarden Yuan Gewinn, der Aktionären zuzurechnen ist – 28,08 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Ohne Sondereffekte waren es 8,63 Milliarden Yuan (plus 25,25 Prozent). Der Gewinn je Aktie lag bei 1,10 Yuan.

Analysten hatten allerdings mit 11,4 bis 12,95 Milliarden Yuan gerechnet. Das Wachstum hat sich zudem leicht verlangsamt: Im zweiten Quartal hatte der Gewinn noch um rund 30 Prozent auf 8,2 Milliarden Yuan zugelegt. Damals endete eine Serie von fünf Quartalen mit sinkendem Gewinn – nachzulesen in unserer Analyse zu BYDs Gewinneinbruch im ersten Halbjahr.

Umsatz wächst erstmals seit vier Quartalen

Wichtiger als der Gewinn ist für viele Beobachter der Umsatz. Mit 221,49 Milliarden Yuan lag er 13,59 Prozent über dem Vorjahr. Im zweiten Quartal war der Umsatz noch um rund 3 Prozent gesunken, insgesamt war es die erste Steigerung nach vier Quartalen mit Rückgang. Parallel stieg der Absatz im dritten Quartal um 18,75 Prozent auf 1.323.065 Fahrzeuge.

Für die ersten neun Monate fällt die Bilanz dagegen nüchtern aus: Der Umsatz stagnierte bei 566,30 Milliarden Yuan (plus 0,01 Prozent), der Nettogewinn sank um 4,24 Prozent auf 22,35 Milliarden Yuan. Die Bruttomarge lag nach neun Monaten bei 18,52 Prozent und damit etwas unter dem Wert des ersten Halbjahres (18,85 Prozent). Der operative Cashflow legte dagegen um 33,36 Prozent auf 54,47 Milliarden Yuan zu.

Umsatz Q3 2026221,49 Mrd. Yuan (+13,59 %)
Nettogewinn Q3 202610,02 Mrd. Yuan (+28,08 %)
Nettogewinn ohne Sondereffekte Q38,63 Mrd. Yuan (+25,25 %)
Analysten-Erwartung Nettogewinn Q311,4 bis 12,95 Mrd. Yuan
Absatz Q3 20261.323.065 Fahrzeuge (+18,75 %)
Umsatz Januar bis September566,30 Mrd. Yuan (+0,01 %)
Nettogewinn Januar bis September22,35 Mrd. Yuan (−4,24 %)
Bruttomarge Januar bis September18,52 %
Operativer Cashflow Januar bis September54,47 Mrd. Yuan (+33,36 %)
Absatz Ausland Januar bis September1.342.960 Fahrzeuge (+92,66 %)
Absatz gesamt Januar bis September3.131.576 Fahrzeuge (−3,94 %)

Stand 29.10.2026. Quartalsbericht von BYD, Absatzzahlen laut BYD-Monatsmeldungen. Zahlen nicht geprüft (Quartalsbericht).

Export statt Heimatmarkt: Europa wird zum Gewinnbringer

Der Blick auf die Absatzzahlen erklärt das Bild. Von Januar bis September verkaufte BYD 3,13 Millionen Fahrzeuge, knapp 4 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Ausland waren es dagegen 1,34 Millionen – fast doppelt so viele wie ein Jahr zuvor. Im September allein gingen 180.700 Autos ins Ausland, das waren 38,98 Prozent aller Verkäufe und ein Plus von gut 150 Prozent. In China selbst leidet BYD weiter unter dem Preiskampf und der schwachen Nachfrage.

Europa ist dabei einer der wichtigsten Wachstumsmärkte. In EU, EFTA und Großbritannien kam BYD von Januar bis September auf 283.997 Neuzulassungen und lag damit vor Tesla. Im September wurde BYD dort allerdings erstmals vom Chery-Konzern überholt, wie die ACEA-Zahlen für September zeigten. Laut Analystenschätzungen verdient BYD an einem Exportauto ein Vielfaches dessen, was ein Auto in China einbringt.

BYD Seal U DM-i in Seitenansicht
Der Plug-in-Hybrid BYD Seal U DM-i war im Juli 2026 der meistverkaufte Plug-in-Hybrid in Deutschland.
Bild-Quelle: BYD

Was die Zahlen für BYD in Deutschland bedeuten

Für deutsche Kunden ist das Ergebnis vor allem ein Signal: BYD braucht das Ausland, um im Heimatmarkt den Preiskampf zu finanzieren. Entsprechend aggressiv baut der Konzern sein Europa-Geschäft aus – mit dem Werk im ungarischen Szeged, das im vierten Quartal 2026 die Serienfertigung starten soll, und dem Ziel von mehr als 40.000 Beschäftigten in Europa bis 2030. In Europa gefertigte Autos würden zudem die EU-Zusatzzölle auf reine Elektroautos aus China umgehen.

Gleichzeitig zeigt die Modellpolitik, dass BYD in Deutschland stärker auf Plug-in-Hybride setzt, die nur mit dem Basiszoll von 10 Prozent belegt sind. Einen Überblick über alle aktuellen Modelle bietet unsere Übersicht der BYD-Elektroautos und Plug-in-Hybride.

Einordnung

Ein Gewinnplus von 28 Prozent klingt stark, doch es kommt von einer niedrigen Basis und liegt unter den Erwartungen. Über neun Monate verdient BYD weniger als im Vorjahr, im Heimatmarkt schrumpft der Absatz. Das Wachstum stammt fast vollständig aus dem Export. Für Europa heißt das: BYD wird hier weiter mit neuen Modellen, mehr Händlern und eigenen Werken Druck machen – Rabattschlachten wie in China sind dagegen eher unwahrscheinlich, denn gerade die Auslandsmargen halten die Bilanz zusammen.

Wie viel Gewinn hat BYD im dritten Quartal 2026 gemacht?
BYD erzielte im dritten Quartal 2026 einen Nettogewinn von 10,02 Milliarden Yuan, 28,08 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Ohne Sondereffekte waren es 8,63 Milliarden Yuan.
Hat BYD die Erwartungen erfüllt?
Nein. Analysten hatten mit einem Quartalsgewinn von 11,4 bis 12,95 Milliarden Yuan gerechnet. BYD blieb mit 10,02 Milliarden Yuan darunter.
Wie hoch war der Umsatz von BYD im dritten Quartal?
Der Umsatz stieg um 13,59 Prozent auf 221,49 Milliarden Yuan. Es war das erste Umsatzplus nach vier Quartalen mit Rückgang.
Wie viele Autos verkauft BYD im Ausland?
Von Januar bis September 2026 verkaufte BYD 1.342.960 Fahrzeuge außerhalb Chinas, ein Plus von 92,66 Prozent. Im September waren es 180.700 Autos oder knapp 39 Prozent des Gesamtabsatzes.
Werden BYD-Autos in Deutschland dadurch günstiger?
Davon ist nicht auszugehen. Die Exportmärkte sind für BYD besonders profitabel und stützen die Bilanz, während der Preiskampf in China auf die Gewinne drückt. Preisaktionen in Deutschland hängen eher vom Wettbewerb und von Modellwechseln ab.

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Philipp Wiedmaier
Über den AutorPhilipp WiedmaierGründer & Chefredakteur

Philipp Wiedmaier hat chinaelektro.de 2025 gegründet und verantwortet die Redaktion. Er wertet MIIT-Zulassungsdaten und Herstellerangaben aus und ordnet ein, welche der über 500 erfassten Modelle tatsächlich nach Deutschland kommen – mit Blick auf Preis, Zölle und Marktstart.

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redaktion@chinaelektro.de · LinkedIn