BYD Atto 8 in Paris vorgestellt: Marktstart Anfang 2027.
Bild-Quelle: BYD
BYD Atto 8: das neue Flaggschiff für Europa
Mit dem Atto 8 bringt BYD sein größtes Elektro-SUV nach Europa. Vorgestellt hat es Stella Li, Vizepräsidentin des Konzerns, am 12. Oktober 2026 in Paris. In China ist das Auto als Tang L bekannt. Für Europa hat BYD es deutlich umgebaut: Statt fünf Sitzen gibt es hier sieben in drei Reihen. Der Atto 8 setzt sich damit über den bisherigen BYD Tang und wird das neue Topmodell der Marke in Deutschland.
Mit 5.040 mm Länge, 1.996 mm Breite und 1.760 mm Höhe spielt der Atto 8 in der Klasse von Kia EV9, Volvo EX90 und dem kommenden Skoda Peaq. Der Radstand beträgt 2.950 mm.
| Länge / Breite / Höhe | 5.040 / 1.996 / 1.760 mm |
| Radstand | 2.950 mm |
| Sitze | 7 (2+3+2) |
| Batterie | 115 kWh, Blade-Batterie (LFP) der zweiten Generation |
| Design RWD | 340 kW (462 PS), Heckantrieb, 0–100 km/h in 8,0 s, bis 653 km WLTP |
| Excellence AWD | 570 kW (775 PS), Allrad, 0–100 km/h in 4,6 s, bis 602 km WLTP |
| Höchstgeschwindigkeit | 240 km/h (AWD) |
| Flash Charging | 10–97 % in ca. 9 Minuten |
| Kofferraum | 270 bis 1.960 Liter, Frunk 136 Liter |
| Marktstart | 1. Quartal 2027 |
| Preis Deutschland | noch nicht bekannt |
Herstellerangaben, Stand 12. Oktober 2026.
Neun Minuten statt einer halben Stunde
Die eigentliche Neuheit steckt im Ladesystem. Der Atto 8 ist das erste Modell der Kernmarke BYD in Europa, das an den hauseigenen Flash-Charging-Säulen laden kann. Laut BYD dauert es von 10 auf 97 Prozent rund neun Minuten. Selbst bei minus 30 Grad sollen es nur etwa drei Minuten mehr sein. Zum Vergleich: Die meisten Elektro-SUV dieser Größe brauchen für 10 auf 80 Prozent heute 20 bis 30 Minuten.
Damit das im Alltag funktioniert, braucht es allerdings die passenden Ladesäulen. BYD will bis Ende 2027 mehr als 3.000 Flash-Charging-Stationen in Europa aufbauen, außerhalb Chinas insgesamt rund 6.000. Wie weit der Ausbau hierzulande ist, haben wir zu den Flash-Ladesäulen in Deutschland zusammengefasst. An normalen Schnellladern lädt der Atto 8 deutlich langsamer, die Ladeleistung dort hat BYD noch nicht genannt.
Zwei Versionen, beide mit 115 kWh
BYD bietet den Atto 8 in zwei Varianten an. Der Design RWD hat Heckantrieb mit 340 kW und kommt nach WLTP bis zu 653 km weit. Der Excellence AWD kombiniert zwei Motoren zu 570 kW und 775 Nm, sprintet in 4,6 Sekunden auf Tempo 100 und schafft bis zu 602 km. Beide nutzen eine 115-kWh-Batterie mit Lithium-Eisenphosphat-Zellen der zweiten Blade-Generation.
Hinter der dritten Sitzreihe bleiben 270 Liter Kofferraum, mit umgeklappter zweiter und dritter Reihe sind es bis zu 1.960 Liter. Unter der vorderen Haube gibt es einen Frunk mit 136 Litern, der sich per Doppeltipp öffnet.
Massagesitze in Reihe zwei, Gemini im Cockpit
Innen setzt der Atto 8 auf Luxusausstattung: Leder, Sitzheizung, Belüftung und Massagefunktion gibt es vorne und auf den äußeren Plätzen der zweiten Reihe. Das Cockpit besteht aus einem 10,25-Zoll-Fahrerdisplay, einem 15,6-Zoll-Touchscreen und einem 26-Zoll-Head-up-Display. Navigation, Sprachassistent und Apps kommen von Google, inklusive der KI Gemini. Dazu kommen eine Dreizonen-Klimaautomatik, je nach Version 10 oder 21 Lautsprecher und ein Fach, das Getränke kühlen oder Essen warm halten kann.
Was über Preis und Herkunft bekannt ist
Einen Preis hat BYD in Paris nicht genannt. In China kostet der Tang L als Elektroauto 222.800 bis 272.800 Yuan, umgerechnet etwa 27.000 bis 33.000 Euro. Das ist aber keine Orientierung für Deutschland: Zoll, Transport, Homologation und die umfangreichere Europa-Ausstattung treiben den Preis deutlich nach oben. Der bisherige Tang steht in Deutschland mit 75.000 Euro in der Preisliste.
Wo der Atto 8 für Europa gebaut wird, hat BYD ebenfalls nicht mitgeteilt. Kommt er aus China, fällt für BYD ein EU-Ausgleichszoll von 17 Prozent plus 10 Prozent Einfuhrzoll an. Alle Elektroautos der Marke zeigt unsere Übersicht der BYD-Modelle. Weitere große Familien-SUV aus China vergleicht unser Überblick zu Elektro-SUV mit sechs und mehr Sitzen.
Der Atto 8 ist BYDs Antwort auf die größte Schwäche seiner Europa-Modelle: das vergleichsweise langsame Schnellladen. Neun Minuten auf 97 Prozent wären ein echter Vorsprung vor Kia EV9 oder Volvo EX90. Ob der Wert im Alltag zählt, hängt aber vollständig davon ab, wie schnell BYD sein eigenes Ladenetz in Deutschland ausbaut. Entscheidend für den Erfolg wird außerdem der Preis, den BYD erst zum Marktstart nennen will.

