Bild-Quelle: SAIC Volkswagen
VW ID. Era 9X auf einen Blick
ID. Era ist eine neue Modellfamilie von SAIC Volkswagen, dem Gemeinschaftsunternehmen von VW und dem chinesischen Staatskonzern SAIC. Sie ist eigens für den chinesischen Markt entwickelt, wo Volkswagen massiv Marktanteile an heimische Hersteller verloren hat. Der 9X ist das erste Modell der Reihe und zugleich das Flaggschiff von SAIC Volkswagen. Vorgestellt wurde er als Studie ID. Era auf der Auto Shanghai 2025, der Vorverkauf begann am 30. März 2026, der offizielle Marktstart folgte am 27. April 2026.
Der 9X ist der erste Volkswagen mit Range-Extender (EREV). Die Räder treiben ausschließlich Elektromotoren an, ein Benzinmotor dient nur als Stromgenerator. Diese Technik ist in China bei großen Familien-SUV sehr beliebt, weil sie lange Strecken ohne Ladestopp erlaubt. Mit dem 9X greift VW direkt Li Auto, Aito und Zeekr an.
| Fahrzeugklasse | Oberklasse-SUV, drei Sitzreihen, Range-Extender |
| Preis China | 309.800 bis 349.800 Yuan |
| Preis Deutschland | nicht erhältlich |
| Antrieb | zwei Elektromotoren, Allrad; 1,5-Liter-Turbobenziner EA211 Evo als Generator |
| Leistung | 370 kW (503 PS) bis 380 kW (517 PS) |
| 0–100 km/h | 5,6 s (Topversion) |
| Batterie | 51,1 oder 65,2 kWh |
| Reichweite elektrisch (CLTC) | 347 bis 406 km |
| Gesamtreichweite (CLTC) | 1.611 bis 1.651 km |
| Verbrauch mit leerer Batterie | 6,27 l/100 km |
| Laden DC | 800 Volt, 10–80 % in 16,5 Minuten |
| Länge / Breite / Höhe | 5.207 / 1.997 / 1.810 mm |
| Radstand | 3.070 mm |
| Sitzplätze | 6 (2+2+2) |
| Kofferraum | 210 Liter (dritte Reihe aufgestellt) bis 1.014 Liter |
| Luftwiderstand | cW 0,253 |
| Produktion | SAIC Volkswagen, China |
Herstellerangaben für China, Stand Oktober 2026. Die CLTC-Werte liegen nach WLTP etwa 15 bis 25 Prozent niedriger.
Preise und Versionen
In China gibt es den ID. Era 9X in drei Ausstattungen. Der Pro kostet 309.800 Yuan, umgerechnet etwa 37.000 Euro, der Max 329.800 Yuan und der Ultra 349.800 Yuan. Beim Vorverkauf lag der Einstiegspreis noch höher, VW hat ihn zum Marktstart gesenkt. Alle Versionen haben Allradantrieb mit zwei Elektromotoren. Die Einstiegsversion leistet 370 kW, die Topversion 380 kW.
Zur Einordnung: Ein vergleichbar großes SUV wie der VW Touareg kostet in Deutschland über 70.000 Euro. China-Preise sind aber nicht auf Europa übertragbar, weil Ausstattung, Steuern, Zölle und Kostenstrukturen völlig unterschiedlich sind.
| ID. Era 9X Pro | 309.800 Yuan (ca. 37.000 Euro) |
| ID. Era 9X Max | 329.800 Yuan |
| ID. Era 9X Ultra | 349.800 Yuan |
China-Preise seit dem Marktstart am 27. April 2026. Eine im Typgenehmigungsverfahren gezeigte Version mit Heckantrieb kam nicht auf den Markt.
Antrieb: Wie der Range-Extender funktioniert
Der ID. Era 9X fährt immer elektrisch. Zwei Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse treiben ihn an, die Systemleistung liegt bei 370 bis 380 kW. Die Topversion sprintet in 5,6 Sekunden auf 100 km/h. Ist die Batterie leer, springt ein 1,5-Liter-Turbobenziner aus der bekannten VW-Baureihe EA211 Evo an. Er treibt einen Generator, der Strom für die Elektromotoren erzeugt. Mit den Rädern ist der Motor nicht verbunden.
Die Batterie hat 51,1 oder 65,2 kWh und reicht nach CLTC für 347 bis 406 km rein elektrisch – nach WLTP wären das grob 270 bis 340 km. Mit vollem Tank kommt der 9X auf 1.611 bis 1.651 km. Mit leerer Batterie verbraucht er 6,27 Liter pro 100 km. Dank 800-Volt-Technik lädt er von 10 auf 80 Prozent in 16,5 Minuten – für ein Range-Extender-Modell sehr schnell.
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Fahrwerk und Fahrassistenz
Serienmäßig hat der 9X eine Zweikammer-Luftfederung, die die Straße bis zu 15 Meter voraus erfasst und die Dämpfer vorausschauend einstellt. Eine Hinterradlenkung verkleinert den Wenderadius auf 4,85 Meter – für ein Auto von 5,21 Metern Länge sehr wenig.
Die Fahrassistenz stammt nicht von VW selbst, sondern vom chinesischen Spezialisten Momenta. Sie nutzt einen Lidar und das KI-Modell R7, ein lernendes Weltmodell. Damit fährt der 9X in China auf Autobahnen und in der Stadt assistiert entlang der Navi-Route und parkt selbstständig. Diese Partnerschaft zeigt, wie stark VW in China auf lokale Technologie setzt.
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Innenraum und Ausstattung
Der Innenraum ist auf chinesische Familien zugeschnitten. Vorn sitzen zwei 15,6-Zoll-Bildschirme nebeneinander, dazu kommen ein 8,88-Zoll-Kombiinstrument und ein Head-up-Display. Im Fond gibt es einen 21,4-Zoll-Deckenmonitor und 6-Zoll-Bildschirme in den hinteren Türen. Die sechs Sitze sind in drei Reihen zu je zwei angeordnet, die zweite Reihe hat Zero-Gravity-Liegesitze.
Alle Sitze sind beheizt, die vorderen und die der zweiten Reihe auch belüftet und mit Massage. Ein beheizbarer Kühlschrank, 27 Lautsprecher (vier davon in den Kopfstützen), Karaoke ohne Mikrofon, 255 Farben Ambientebeleuchtung, Sprachsteuerung für vier Zonen und Gestensteuerung runden das Angebot ab. Ein Sondermodell im Stil der Star-Wars-Serie The Mandalorian gibt es auch.
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Platz und Kofferraum
Mit 5,21 Metern Länge, 2,00 Metern Breite, 1,81 Metern Höhe und 3,07 Metern Radstand ist der 9X etwas größer als ein VW Touareg. Hinter der dritten Reihe bleibt mit 210 Litern nur Platz für Taschen, bei umgeklappten Sitzen sind es 1.014 Liter. Die hinteren Türen öffnen 80 Grad weit, das erleichtert das Einsteigen in die dritte Reihe.
Kommt der ID. Era 9X nach Europa?
Nein, nach aktuellem Stand nicht. Der 9X ist ein reines China-Modell, und VW hat keinen Export angekündigt. VW-Chef Oliver Blume hat im April 2026 zwar gesagt, Volkswagen könne künftig in China entwickelte Modelle auch in Europa bauen, wenn sie zu den Kunden hier passen. Konkrete Modelle oder Termine nannte er aber nicht, zuerst soll die neue China-Plattform CMP ab 2027 anlaufen.
Für Europa sprechen beim 9X wenig Argumente: Range-Extender-SUV dieser Größe sind hier eine Nische, die Software ist auf China ausgelegt, und über eine Begrenzung der Plug-in-Hybrid-Exporte aus China verhandeln EU und China gerade. In Deutschland bleiben Touareg und ID. Buzz die großen VW.
Was der 9X über VW in China verrät
Der ID. Era 9X ist eine Antwort auf die Krise von VW in China. Im dritten Quartal 2026 sanken die Auslieferungen dort um fast 39 Prozent, bei Elektroautos um 30 Prozent – während Plug-in-Hybride und Range-Extender um 30 Prozent zulegten. Mit dem 9X folgt VW dem Trend zu großen Familien-SUV mit Range-Extender, den Li Auto groß gemacht hat.
Auffällig ist, wie viel Technik von chinesischen Partnern kommt: Fahrassistenz von Momenta, Software und Bildschirm-Landschaft nach chinesischem Geschmack. Auch beim Chip setzt VW in China auf lokale Partner, etwa beim Gemeinschaftsunternehmen mit Horizon Robotics. Weitere Elektro-SUV aus China stehen in unserer Übersicht der chinesischen Elektro-SUV.
ID. Era 9X gegen die chinesische Konkurrenz
Die Gegner des 9X sind die großen Range-Extender-SUV aus China: Li Auto L9, Aito M9 und Zeekr 9X. Preislich liegt er deutlich unter den Topmodellen Aito M9 und Zeekr 9X. Bei der Ausstattung zieht VW gleich, beim Markenimage hofft der Konzern auf den Ruf deutscher Ingenieurskunst. Ob das in China noch reicht, werden die Verkaufszahlen zeigen.
- Bis 406 km elektrisch und über 1.600 km gesamt (CLTC)
- Schnelles Laden in 16,5 Minuten dank 800 Volt
- Luftfederung und Hinterradlenkung serienmäßig
- Üppige Komfort- und Unterhaltungsausstattung
- Fahrassistenz mit Lidar und Momenta-KI
- Nur in China erhältlich
- Kleiner Kofferraum hinter der dritten Reihe
- Benzinverbrauch mit leerer Batterie über 6 Liter
- Software auf chinesische Kunden ausgelegt
- Reichweiten nur nach CLTC
Der ID. Era 9X ist der chinesischste Volkswagen, den es je gab – und genau das ist der Punkt. VW kopiert das Erfolgsrezept von Li Auto und Co. und kauft die nötige Software bei lokalen Partnern ein. Für deutsche Käufer ist der 9X kein Thema. Interessant ist er trotzdem: Er zeigt, dass VW in China vom Vorreiter zum Nachahmer geworden ist.

