Der MG IM6 — Coupé-SUV mit 800V-Architektur, ab Juli 2026 in Deutschland.
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Vom IM LS6 in China zum MG IM6 in Europa
Der MG IM6 ist die Europa-Adaption der IM LS6, die SAIC unter der eigenständigen Marke IM Motors (Intelligence in Motion) entwickelt hat. IM Motors entstand 2020 als Joint Venture aus SAIC, Alibaba und dem Pudong-Innovationscluster Zhangjiang Hi-Tech. Die LS6 startete bereits im Oktober 2023 in China — und war damit das erste IM-Motors-Modell, das in Serie ging. Die L6-Limousine (Europa: MG IM5) folgte einige Monate später.
Für Europa hat SAIC entschieden, IM Motors nicht als eigenständige Marke aufzubauen. Stattdessen wird das SUV unter dem etablierten MG-Banner vermarktet — als MG IM6. So nutzt SAIC das bestehende MG-Händlernetz mit rund 200 Vertragspartnern in Deutschland statt eine neue Premium-Marke von Null aufbauen zu müssen.
Die europäische Rollout-Reihenfolge: Großbritannien seit Sommer 2025, Schweiz seit November 2025, Deutschland + Frankreich + Belgien + Niederlande ab Juli 2026.
Karosserie, Maße und Design
Der IM6 ist ein klassisches Coupé-SUV: höher als eine Limousine, aber mit der ablaufenden Dachlinie eines Coupés. Mit 4.904 Millimetern Länge, 1.988 mm Breite und 1.669 mm Höhe liegt er in der Mittelklasse-SUV-Klasse — knapp größer als ein Tesla Model Y (4,75 m) und etwa auf einem Niveau mit Polestar 4 (4,84 m) und BMW iX1.
Charakteristisch sind die durchgehende LED-Lichtleiste vorne und hinten, ein bewusst stilisiertes Front-„Gesicht“ ohne klassischen Kühlergrill, versenkbare Türgriffe und die typische Coupé-SUV-Dachlinie mit kleinem Heckfenster — versehen mit einer charakteristischen wellenförmigen Heckleuchte.
Beim Kofferraum punktet der IM6 mit 665 Litern Standardvolumen (1.640 l bei umgeklappten Rücksitzen) plus zusätzlichem 32-Liter-Frunk unter der vorderen Haube. Damit liegt das SUV im direkten Vergleich klar über Polestar 4 (526 l) und auf Augenhöhe mit Tesla Model Y (854 l unten + 117 l vorne).
Antriebsvarianten im Detail
MG bietet den IM6 in zwei Hauptvarianten an, parallel zur IM5-Strategie:
1. Long Range Heckantrieb (300 kW): Die volumenstarke Variante mit 100-kWh-Batterie, einem Heck-E-Motor und einer WLTP-Reichweite von rund 625 Kilometern. Reale Verbrauchstests zeigen Werte zwischen 480 und 560 km — abhängig von Geschwindigkeit und Streckenprofil. Damit positioniert sich der IM6 im SUV-Segment in der oberen Liga.
2. Performance Allrad (553 kW / 752 PS): Mit Dual-Motor-Allrad und 752 PS Systemleistung beschleunigt der IM6 in 3,5 Sekunden von Null auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 238 km/h. Damit liegt er im Performance-Segment auf dem Niveau des Tesla Model Y Performance — bei höherer Reichweite.
Eine kleinere Einstiegsvariante mit 75-kWh-Batterie wie beim IM5 ist für den deutschen Markt aktuell nicht angekündigt — MG positioniert den IM6 bewusst als Premium-SUV oberhalb des klassischen MG-Portfolios.
800V-Plattform und Schnellladen bis 396 kW
Der IM6 nutzt dieselbe 800V-Architektur wie der IM5 und unterstützt damit DC-Schnellladen mit Spitzenwerten von bis zu 396 kW. Eine 10-auf-80-Prozent-Ladung dauert damit rund 17 Minuten. Damit gehört der IM6 zu den schnellstladenden Premium-Elektro-SUVs auf dem deutschen Markt.
Im direkten Vergleich: Tesla Model Y lädt mit Peak rund 250 kW, Polestar 4 mit 200 kW, BMW iX1 mit 130 kW. Der IM6 hat damit ladetechnisch einen deutlichen Vorsprung — die in der Praxis aber nur dann zum Tragen kommt, wenn auch passende Lader (350 kW+) verfügbar sind. In Deutschland decken Ionity, EnBW Hyper und Aral Pulse die 350-kW-Klasse weitgehend ab.
Innenraum, Software und Assistenzsysteme
Wie beim IM5 dominiert auch im IM6 ein 26,3-Zoll-Hauptbildschirm, der sich über die gesamte Breite des Armaturenbretts erstreckt. Dazu kommt ein 10,5-Zoll-Touchscreen in der Mittelkonsole für Klima- und Sekundärfunktionen. Die Materialqualität wird in ersten Tests in Schweizer und britischen Medien als überraschend hochwertig beschrieben — speziell die Aluminium-Akzente und das Kunstleder werden positiv hervorgehoben.
Hinten profitieren Passagiere von der SUV-Höhe und einem langen Radstand. Trotz Coupé-Dachlinie ist die Kopffreiheit auch für 1,85-Meter-Erwachsene ausreichend — das ist im Coupé-SUV-Segment keineswegs Standard. Die Sitze sind 12-fach elektrisch verstellbar (vorne), belüftet, beheizt und mit Memory-Funktion ausgestattet.
Bei den Assistenzsystemen bietet MG auf SAE-Level 2 alle Standard-Features: adaptiver Tempomat, Spurhaltung, Spurwechselassistent, automatische Notbremse, Verkehrszeichenerkennung, 360-Grad-Kamera. Eine Variante mit höherer Autonomiestufe ist für Europa nicht angekündigt.
Innenraum des MG IM6.
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| Marke / Modell | MG IM6 |
| China-Pendant | IM LS6 (in China seit Oktober 2023) |
| Karosserie | Coupé-SUV, 5 Türen |
| Länge × Breite × Höhe | 4.904 × 1.988 × 1.669 mm |
| Radstand | 2.950 mm |
| Kofferraum (Sitze aufgestellt) | 665 Liter |
| Kofferraum (Sitze umgeklappt) | 1.640 Liter |
| Frunk (vorderer Kofferraum) | 32 Liter |
| Batterie Long Range (NMC) | 100 kWh |
| Architektur | 800V |
| DC-Ladeleistung max. | 396 kW |
| Ladezeit 10–80 % | ≈ 17 Min |
| Variante 1: Heck-Long-Range | 300 kW, 625 km WLTP |
| Variante 2: Allrad-Performance | 553 kW / 752 PS, ca. 575 km WLTP |
| 0–100 km/h (Performance) | 3,5 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit | 238 km/h |
| Hauptdisplay | 26,3 Zoll (durchgehend) |
| Zweitdisplay (Klima/Audio) | 10,5 Zoll Touchscreen |
| Assistenz-Level | SAE-Level 2 |
| Marktstart Deutschland | Juli 2026 |
| Einstiegspreis (Schätzung) | ab ca. 56.000 € |
| Top-Preis (Schätzung) | ca. 68.000 € |
| Garantie Fahrzeug | 7 Jahre / 150.000 km |
| Garantie Batterie | 8 Jahre / 160.000 km |
* Maße und Werte basieren auf den offiziellen Angaben von MG Motor Deutschland sowie den UK-Marktdaten. Finale Preise werden zum deutschen Marktstart im Juli 2026 bekannt gegeben. Reichweiten gelten nach WLTP, real je nach Fahrprofil 15–25 % geringer.
Preise und Konfiguration in Deutschland
Offizielle deutsche Preise hat MG Motor zum Stand Juni 2026 noch nicht kommuniziert. Basierend auf dem UK-Preis (ab 48.500 £) lässt sich für Deutschland ein Einstiegspreis von etwa 56.000 Euro ableiten. Die Performance-Variante mit 553 kW dürfte gegen 68.000 Euro kosten.
Damit positioniert sich der IM6 deutlich oberhalb des klassischen MG ZS EV oder MG4 und konkurriert in der Preisklasse mit Tesla Model Y Performance (ab ca. 58.000 €), Polestar 4 (ab ca. 62.000 €), BMW iX1 (ab ca. 55.000 €) und Xpeng G6 (ab ca. 49.000 €).
Der Verkauf erfolgt über das bestehende MG-Händlernetz — in Deutschland aktuell rund 200 Vertragspartner. Damit ist die Servicedichte deutlich besser als bei reinen Newcomer-Marken wie NIO oder Xpeng, die ihr Netz noch aufbauen.
Konkurrenz: IM6 vs. Tesla Model Y, Polestar 4 und Xpeng G6
Das Segment der Premium-Elektro-SUVs zwischen 50.000 und 70.000 Euro ist mittlerweile dicht besetzt. Der MG IM6 hat klare Stärken und Schwächen:
Gegen den Tesla Model Y spielt der IM6 seine 800V-Architektur (vs. 400V), die größere Akku-Option und das größere Hauptdisplay aus. Tesla kontert mit dem dichten Supercharger-Netz, der ausgereiften Software (FSD-Beta) und der starken Markenidentität.
Gegen den Polestar 4 punktet der IM6 mit deutlich schnellerem Laden (396 vs. 200 kW), höherer Reichweite und größerem Kofferraum. Polestar 4 bietet dafür das vertrautere skandinavische Markenbild und ein puristischeres Design.
Gegen den Xpeng G6 ist der Vergleich am engsten — beide kommen aus China, beide setzen auf 800V, beide sind Coupé-SUV. Der G6 startet günstiger (ab ca. 49.000 €), der IM6 bietet im Gegenzug mehr Performance-Optionen und das größere Display. Plattform-technisch ist Xpeng allerdings einen Schritt voraus (Turing-Chip, höhere TOPS-Leistung).
Gegen den BMW iX1 bietet der IM6 die deutlich bessere Lade- und Reichweiten-Performance bei ähnlichem Einstiegspreis. BMW kontert mit dem Premium-Markenbild und der vollständig in Deutschland verfügbaren Service-Infrastruktur.
4,90 Meter langes Premium-Coupé-SUV von SAIC
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Die Entscheidung, IM Motors in Europa nicht als eigenständige Marke einzuführen, ist pragmatisch: Eine neue Premium-Marke aufzubauen, würde Jahre und dreistellige Millionenbeträge kosten. MG Motor verfügt dagegen über ein etabliertes Händlernetz, eine bekannte Markenwahrnehmung und vertrauten Service.
Der Schritt ist allerdings nicht ohne Risiko: Käufer im Premiumsegment achten stark auf Markenwert, und MG ist historisch eine Volumenmarke. Mit dem IM6 wagt MG den Sprung in die Liga von Tesla, Polestar und BMW — ein gewagter, aber konsequenter Schritt. Erste Tests in der Schweiz und Großbritannien attestieren dem Modell tatsächlich „Audi-DNA im Innenraum“ — ein klares Lob.
SAIC ist mit einem EU-Zusatzzoll von 35,3 Prozent der am stärksten belastete chinesische Hersteller — im Vergleich zu 17 % bei BYD und 18,8 % bei Geely. Zusammen mit dem regulären 10-%-Einfuhrzoll zahlt SAIC damit aktuell 45,3 % auf jeden in der EU verkauften IM6 aus China-Produktion. Das wirkt als Preisanker, der MG bei Aktionen und Rabatten weniger Spielraum lässt als günstigere chinesische Wettbewerber.
Mittelfristige Entlastung soll das geplante SAIC-Werk in Ferrol (Galicien, Spanien) mit Produktionsstart 2028 bringen. In Europa gefertigte Modelle würden den Zusatzzoll vollständig umgehen. Ob der IM6 dort gebaut wird, ist noch offen — die ersten dort produzierten Modelle werden voraussichtlich der MG4 und MG ZS EV sein.
In der Schweiz und Großbritannien ist der IM6 bereits seit mehreren Monaten im Verkauf — erste Tests fallen überwiegend positiv aus. Das Magazin „Blick“ lobte „den positiven Fahreindruck und die Premium-Verarbeitung“, weist aber auf einzelne Software-Macken hin. Die österreichische Auto-Touring-Redaktion sprach von einem „beeindruckenden Premium-Anspruch zu Sub-Premium-Preis“.
Klare Schwächen aus europäischen Tests: Die Bedienungslogik des Hauptdisplays braucht Eingewöhnung, einzelne Funktionen sind ausschließlich über das Touchscreen erreichbar. Sprachsteuerung funktioniert gut auf Englisch, in Deutsch noch eingeschränkt — ein OTA-Update zum Marktstart soll Abhilfe schaffen.
Häufige Fragen
FAQ: MG IM6