BYD hat am 28. Mai 2026 einen Schritt unternommen, der die gesamte Autoindustrie unter Druck setzt: Der chinesische Marktführer übernimmt die volle Haftung für Schäden, die sein Assistenzsystem „God’s Eye“ während des Urban-Navigate-on-Autopilot-Betriebs verursacht. Reparatur am Fahrzeug, Schäden Dritter, Personenschäden und Anwaltskosten — alles ohne Deckungsobergrenze. Bisher gilt die Regelung nur in China, doch der Signal-Effekt für deutsche und europäische Käufer ist erheblich: Während BMW, Mercedes und VW ihre Kunden bei aktivem Level-2-System weiter in der Haftung lassen, schafft BYD einen neuen Industrie-Standard.
BYD God’s Eye

Was die BYD-Garantie konkret abdeckt

Die Ansage des chinesischen Branchenprimus am 28. Mai 2026 ist deutlich: Solange der Fahrer die Verkehrsregeln einhält, übernimmt BYD bei Unfällen während der Nutzung der Urban Navigate on Autopilot (NOA)-Funktion die volle finanzielle Verantwortung. Das beinhaltet konkret:

Reparaturkosten am eigenen Fahrzeug, Schäden Dritter (Sachschäden), Personenschäden (medizinische Kosten und Schmerzensgeld) sowie juristische Kosten (Anwaltsgebühren, Gerichtskosten). Eine Obergrenze für die Auszahlungen nennt BYD ausdrücklich nicht. Das System „God’s Eye“ arbeitet dabei auf SAE-Level 2 — der Fahrer bleibt damit weiter haftungsrelevant für das Halten der Aufmerksamkeit, BYD nur für Systemfehler innerhalb der NOA-Funktion.

Neukunden erhalten die Haftungsübernahme ab Fahrzeugübergabe. Bestandskunden bekommen den Schutz nach dem OTA-Update auf God’s Eye 5.0 — ein Update, das BYD in China sukzessive ausrollt.

BYD God’s Eye Haftungsübernahme — Eckdaten (Stand: Juni 2026)
Ankündigung 28. Mai 2026
System-Bezeichnung BYD God’s Eye, Version 5.0
SAE-Level Level 2 (Fahrer-Verantwortung Aufmerksamkeit)
Abgedeckte Funktion Urban Navigate on Autopilot (NOA)
Reparatur am eigenen Fahrzeugvollständig abgedeckt
Sachschäden Dritter vollständig abgedeckt
Personenschäden vollständig abgedeckt
Anwalts-/Gerichtskosten vollständig abgedeckt
Deckungsobergrenze keine angegeben
Voraussetzung Fahrer hält Verkehrsregeln ein
Neukunden geschützt ab Fahrzeugübergabe
Bestandskunden geschützt ab OTA-Update God’s Eye 5.0
Geografische Geltung nur China
Geltung Deutschland nicht angekündigt

* Angaben gemäß BYD-Pressemitteilung vom 28. Mai 2026 und ergänzender Branchenberichterstattung. Übertragung auf europäische Märkte derzeit nicht bestätigt.

Warum das deutsche Premium-Hersteller in Zugzwang bringt

Bisher haben nur wenige Hersteller eine vergleichbare Verantwortung übernommen — und immer nur für SAE-Level-3-Systeme: Mercedes-Benz mit dem „Drive Pilot“ auf der A8 bei bis zu 95 km/h, Volvo mit dem ähnlich gelagerten EX90-System. BMW hat eine vergleichbare Ankündigung für den iX vorbereitet, aber bisher nicht in Kraft gesetzt.

BYD ist nun der erste Volumenhersteller, der eine volle Haftung auf Level-2-Niveau anbietet — und das mit unbegrenzter Deckung. Für deutsche Premium-Hersteller ist das ein doppelter Druck: Erstens verschiebt BYD damit die Marketing-Erwartungen für Assistenzsysteme insgesamt nach oben. Zweitens entsteht für China-Käufer von BYD ein Argument, das deutsche Wettbewerber nicht haben — und das spätestens dann nach Europa schwappt, wenn BYD seine Strategie internationalisiert.

Eine offizielle Aussage zur Übertragung auf den deutschen Markt gibt es bislang nicht. Für deutsche BYD-Kunden gilt damit weiterhin die hier übliche Aufteilung: Der Fahrer haftet bei aktiver Level-2-Funktion grundsätzlich selbst, BYD nur bei nachgewiesenen Systemfehlern. Eine Anpassung des deutschen Modells im Verlauf der nächsten 12 Monate ist aber realistisch — schon aus Marketing-Gründen.

Einordnung: Was bedeutet das für deutsche Käufer?

Aktuell betrifft die BYD-Garantie ausschließlich Käufer in China. Doch der Schritt wirkt als Industrie-Signal: BMW, Mercedes, VW und Tesla müssen jetzt erklären, warum sie ihren Kunden nicht denselben Schutz bieten — vor allem, wenn die Systeme technisch vergleichbar sind. Versicherungsrechtlich ist das in Deutschland komplex (Halterhaftung, Mitverschulden, Versichererregress), aber nicht unmöglich.

Strategisch besonders interessant ist der Zeitpunkt: BYD setzt das Signal genau in der Phase, in der die Verhandlungen mit Volkswagen über das Dresdner Werk laufen und die deutschen Zulassungszahlen Monat für Monat neue Rekorde markieren. Die Botschaft ist eindeutig: Wir sind technisch nicht nur nicht hinten dran — wir setzen die Standards.

Häufige Fragen

FAQ: BYD God’s Eye Haftungsübernahme

Was deckt die BYD-Haftungsgarantie für God’s Eye ab?
BYD übernimmt für Schäden während der Urban-Navigate-on-Autopilot-Funktion (Level 2) folgende Kosten: Reparatur am eigenen Fahrzeug, Sachschäden Dritter, Personenschäden und juristische Kosten (Anwalts- und Gerichtskosten). Eine Deckungsobergrenze gibt es laut BYD nicht — Voraussetzung ist, dass der Fahrer die Verkehrsregeln einhält.
Gilt die BYD-Haftung auch in Deutschland?
Stand Juni 2026 gilt die Regelung ausschließlich für den chinesischen Markt. Eine Übertragung auf Deutschland oder Europa ist nicht angekündigt. Beobachter erwarten jedoch, dass BYD die Garantie mittelfristig auch in seinen Wachstumsmärkten anbieten wird — Deutschland ist mit 13.825 Zulassungen in vier Monaten 2026 BYDs wichtigster Auslandsmarkt.
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Der Fahrer muss die Verkehrsregeln einhalten — etwa Geschwindigkeitsbegrenzungen respektieren und die Aufmerksamkeit nicht von der Straße abwenden. Da God’s Eye auf SAE-Level 2 arbeitet, bleibt der Fahrer grundsätzlich verantwortlich; BYD übernimmt jedoch bei einem System- oder Auslegungsfehler die finanziellen Folgen.
Wie kommen Bestandskunden an den Schutz?
Bestandskunden erhalten die Haftungsübernahme automatisch, sobald ihr Fahrzeug das OTA-Update auf God’s Eye 5.0 installiert hat. BYD rollt dieses Update in China sukzessive aus. Neukunden sind ab der Fahrzeugübergabe geschützt.
Was bedeutet das für deutsche Premium-Hersteller?
BYD setzt mit der vollen Haftungsübernahme einen neuen Industrie-Standard auf Level-2-Niveau. BMW, Mercedes und VW haben bislang nur teilweise vergleichbare Schritte unternommen — Mercedes etwa für Drive Pilot auf Level 3. Es ist zu erwarten, dass die deutschen Hersteller nachziehen oder ihre Kommunikation zu Haftung und Assistenzsystemen anpassen.

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