smart #2 – Der fortwo-Nachfolger zeigt sich erstmals als Serienversion
Countdown für Paris: smart hat erstmals den Serien-Prototyp des #2 gezeigt – noch in schwarz-weißer Tarnlackierung, aber mit klar erkennbarer Lichtsignatur. Der elektrische Zweisitzer tritt drei Jahrzehnte nach dem Ur-fortwo dessen Nachfolge an: 2,80 Meter kurz, 35,7-kWh-Akku, rund 300 Kilometer Reichweite und ein Wendekreis von 6,90 Metern. Seine Weltpremiere feiert er im Oktober auf dem Pariser Autosalon, der Marktstart folgt im März 2027.
Was smart jetzt gezeigt hat
Vor der Weltpremiere gewährt smart einen Blick auf das Serienfahrzeug – erstmals nicht als Studie, sondern als fahrender Prototyp im Erprobungsprogramm. Die maßgeschneiderte schwarz-weiße Tarnfolie entwarf das Mercedes-Benz Global Design Team; verdeckt wird damit vor allem die Fläche, während die neue Lichtsignatur bereits deutlich erkennbar ist.
Die Bilder verraten einige Details, die bislang offen waren: Der Ladeanschluss sitzt hinten links auf der Fahrerseite, die Türgriffe sind als Bügel ausgeführt, am Heck gibt es einen Dachspoiler sowie runde Rückleuchten mit durchbrochener Umrahmung. Insgesamt bleibt der #2 nah an der Studie, die smart im Frühjahr in Peking gezeigt hatte – inklusive der charakteristischen Zweifarblackierung mit abgesetzten Dachholmen, in denen die Tridion-Sicherheitszelle sichtbar weiterlebt.
Das Testprogramm vor der Premiere
Parallel läuft ein weltweites Erprobungsprogramm, das smart bewusst öffentlich macht. Im Fokus stehen vier Bereiche:
- Agilität: Auf speziellen Testgeländen werden typische Stadtsituationen simuliert – unerwartete Hindernisse, Not-Spurwechsel und nasse Fahrbahnen mit geringer Haftung. Fahrwerksaufnahmepunkte, Lenkverhältnis, Lenkgetriebeweg und Federungssteuerung werden dabei laufend nachgeschärft.
- Akustik (NVH): Tests im Windkanal, im Akustiklabor und auf öffentlichen Straßen sollen Wind-, Abroll- und Antriebsgeräusche senken – bei einem so kompakten Fahrzeug eine besondere Herausforderung.
- Haltbarkeit: Dauerlauftests zur Optimierung von Karosseriesteifigkeit und strukturellen Belastungspunkten.
- Sicherheit: Weiterentwicklung der Tridion-Zelle, die den Insassenschutz im Kleinstwagen-Format sicherstellen soll.
Technische Daten: Was bislang bekannt ist
| Merkmal | Wert (vorläufig) |
|---|---|
| Länge | knapp 2.800 mm |
| Sitzplätze | 2 |
| Plattform | Electric Compact Architecture (ECA), 400 Volt |
| Batterie | 35,7 kWh |
| Reichweite | ca. 300 km |
| Schnellladen | 10–80 % in unter 20 Minuten |
| Hinterachse | Fünflenker |
| Wendekreis | ca. 6,90 m |
| Sicherheitszelle | weiterentwickelte Tridion-Struktur |
| Produktion | China |
smart weist ausdrücklich darauf hin, dass die kommunizierten Daten noch vorläufig sind – die finalen Werte kommen zur Premiere in Paris. Bemerkenswert ist die Plattform: Die ECA wurde eigens für den Zweisitzer entwickelt, nachdem smart Kooperationen mit Partnern als zu kompromissbelastet eingestuft hatte. Eine komplett neue Architektur für ein Auto dieser Größe ist ein erheblicher Aufwand – Global-CEO Tong Xiangbei bezeichnete die Entwicklung eines ultrakompakten Fahrzeugs bereits bei der Ankündigung als komplexer als die eines großen Modells.
Einordnung: smart kehrt zurück zu den Wurzeln
Der #2 ist eine Kehrtwende. Nach der Neuausrichtung unter Geely wuchsen die smart-Modelle stetig – vom #1 über den #3 bis zum #5, der als großes SUV mit dem ursprünglichen Markenversprechen vom urbanen Minimalismus kaum noch etwas gemein hat. Mit dem #2 kehrt die Marke drei Jahrzehnte nach dem fortwo-Debüt in genau das Segment zurück, das sie einst selbst erfunden hat. Der Vorgänger, der smart EQ fortwo, war bis 2023 bestellbar und lief 2024 aus – seither klafft im A-Segment eine Lücke.
Der Zeitpunkt ist gut gewählt, denn das Kleinstwagen-Segment erwacht gerade wieder: Volkswagen bringt mit dem ID. Every1 ab 2027 einen Stromer für unter 20.000 Euro, Dacia, Citroën und Fiat drängen mit günstigen Elektro-Kleinwagen nach. Beim Preis dürfte sich der #2 laut Branchenberichten am Vorgänger orientieren, der zuletzt für knapp 22.000 Euro zu haben war – offizielle Angaben stehen aber noch aus.
Warum die Premiere ausgerechnet in Paris stattfindet, liegt auf der Hand: Europa ist für den Zweisitzer der wichtigste Markt, und die europäischen Metropolen mit engen Gassen und knappen Parklücken sind sein natürliches Revier. smart-Europa-Chef Dirk Adelmann nannte bei der Ankündigung ausdrücklich Städte wie Rom, London und Paris als Zielmärkte.
Fazit
Was für den #2 spricht
- Rückkehr zum echten Stadtauto-Konzept
- Eigens entwickelte ECA-Plattform statt Kompromisslösung
- 6,90 m Wendekreis – Klassenbestwert im Stadtverkehr
- 300 km Reichweite deutlich über dem alten EQ fortwo
- Schnellladen unter 20 Minuten im A-Segment ungewöhnlich
- Design von Mercedes-Benz, Technik von Geely
Die offenen Fragen
- Preise noch nicht genannt
- Alle technischen Daten offiziell vorläufig
- Marktstart erst März 2027
- Nur 400-Volt-Technik statt 800 Volt
- Zweisitzer-Konzept bleibt eine Nische
Der smart #2 ist das vielleicht ehrlichste Modell, das die Marke seit ihrer Neuausrichtung gebaut hat: kompromisslos klein, gebaut für genau den Zweck, für den smart einst erfunden wurde. Dass Geely dafür eine komplett neue Plattform entwickelt hat, statt einen bestehenden Kleinwagen umzumodeln, spricht für den Anspruch. Ob der Preis die Rückkehr zum Erfolg macht, entscheidet sich in Paris.
Häufig gestellte Fragen
Wann kommt der smart #2 auf den Markt?
Die Weltpremiere findet im Oktober 2026 auf dem Pariser Autosalon statt. Der Marktstart in Europa ist für März 2027 vorgesehen.
Wie weit fährt der smart #2?
Die 35,7-kWh-Batterie soll rund 300 Kilometer Reichweite ermöglichen. Schnellladen von 10 auf 80 Prozent dauert weniger als 20 Minuten. Alle Werte sind noch vorläufig.
Ist der smart #2 der Nachfolger des fortwo?
Ja. Der #2 tritt die Nachfolge des smart EQ fortwo an, der bis 2023 bestellbar war und 2024 auslief. Er kehrt damit ins A-Segment zurück, das smart einst selbst definiert hat.
Was kostet der smart #2?
Offizielle Preise gibt es noch nicht. Branchenberichte gehen von einem Niveau um den Vorgänger aus, der zuletzt für knapp 22.000 Euro angeboten wurde.
Wo wird der smart #2 gebaut?
In China. smart ist seit 2019 ein Joint Venture von Mercedes-Benz und Geely – Mercedes verantwortet das Design, Geely Entwicklung und Fertigung.
Auf welcher Plattform steht der smart #2?
Auf der eigens entwickelten Electric Compact Architecture (ECA) mit 400-Volt-Bordnetz. smart entschied sich für eine Eigenentwicklung, nachdem Partner-Kooperationen als zu kompromissbelastet bewertet wurden.