Der MG IM5 — Premium-Limousine mit 800V-Architektur, ab Juli 2026 in Deutschland.
Bild-Quelle: MG Motor
Vom IM L6 in China zum MG IM5 in Europa
Der MG IM5 ist keine völlig neue Konstruktion, sondern die Europa-Adaption der IM L6-Limousine, die SAIC unter der eigenständigen Marke IM Motors (Intelligence in Motion) entwickelt hat. IM Motors entstand 2020 als Joint Venture aus SAIC, Alibaba und dem Pudong-Innovationscluster Zhangjiang Hi-Tech — mit dem klaren Auftrag, Premium-Elektroautos in einer Liga oberhalb von MG zu positionieren.
Die L6-Limousine feierte im Februar 2024 auf dem Genfer Autosalon ihre internationale Premiere und ist seither in China im Verkauf. Für Europa hat SAIC sich entschieden, IM Motors nicht als eigenständige Marke zu etablieren, sondern die Modelle unter dem etablierten MG-Dach zu vermarkten — und so das bestehende Händlernetz zu nutzen. Das Ergebnis: Aus der IM L6 wird der MG IM5.
Großbritannien war im Sommer 2025 der erste europäische Markt, gefolgt von der Schweiz im November 2025. In Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden erfolgt der Marktstart parallel im Juli 2026.
Karosserie, Maße und Design
Der IM5 ist eine klassische Stufenheck-Limousine mit Coupé-Anleihen. Mit einer Länge von 4.931 Millimetern liegt das Auto in der oberen Mittelklasse — nur 13 mm kürzer als ein BMW i5 und rund 25 cm länger als ein Tesla Model 3. Die Karosserieform mit der langen Heckpartie und der flachen Dachlinie folgt klar der „IM-Design-DNA“, die auch das SUV-Schwestermodell IM6 prägt.
Charakteristische Designelemente sind die durchgehende LED-Lichtleiste vorne und hinten, versenkbare Türgriffe und ein bewusst aerodynamisch optimiertes Heckdesign mit niedrigem cW-Wert. Im Innenraum dominiert ein 26,3-Zoll-Hauptbildschirm, der das Instrumenten- und Infotainment-Display vereint, plus ein zusätzlicher 10,5-Zoll-Touchscreen für Klima- und Audiofunktionen.
Antriebsvarianten im Detail
MG bietet den IM5 in drei Leistungsstufen an:
1. Standard Range Heckantrieb (217 kW): Einstiegsvariante mit Hinterradantrieb, 75-kWh-Batterie, rund 489 Kilometer WLTP-Reichweite. Die ausgewogene Variante für Vielfahrer ohne Performance-Ambitionen.
2. Long Range Heckantrieb (300 kW): Mit 100-kWh-Akku und stärkerem E-Motor erreicht der IM5 in dieser Konfiguration bis zu 710 Kilometer Reichweite nach WLTP — einer der höchsten Werte im Mittelklasse-Limousinen-Segment überhaupt.
3. Performance Allrad (553 kW / 752 PS): Das Topmodell beschleunigt in 3,2 Sekunden auf 100 km/h, erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von rund 240 km/h und schafft trotz Performance-Auslegung 575 km WLTP-Reichweite. Direktes Pendant zum Tesla Model 3 Performance und Polestar 2 BST Edition.
800V-Plattform und Schnellladen bis 400 kW
Der IM5 ist das erste MG-Modell, das konsequent auf einer 800V-Architektur aufbaut. Das bedeutet konkret: Die DC-Schnelllade-Spitzenleistung liegt bei bis zu 400 kW, in der Praxis dürfte die Sustained-Leistung im Bereich 250–300 kW liegen. MG nennt für die 100-kWh-Variante eine 10–80-%-Ladezeit von rund 17 Minuten.
Damit übertrifft der IM5 ladetechnisch sowohl den Tesla Model 3 (Lade-Peak rund 250 kW) als auch den Polestar 2 (rund 205 kW) deutlich. Voraussetzung ist allerdings ein passender Schnelllader — in Deutschland decken aktuell vor allem Ionity-, EnBW-Hyper- und Aral-Pulse-Standorte die 350-kW-Klasse ab. 400-kW-fähige Lader sind im Aufbau, aber noch selten.
MG IM5 Innenraum-Ansicht.
Bild-Quelle: MG Motor
Innenraum, Software und Assistenzsysteme
Das Cockpit des IM5 ist klar auf Hightech ausgerichtet. Der 26,3-Zoll-Hauptbildschirm erstreckt sich über die gesamte Breite des Armaturenbretts und dient als kombiniertes Instrumenten-, Navigations- und Infotainment-Display. Der zusätzliche 10,5-Zoll-Touchscreen in der Mittelkonsole steuert Klima, Audio und Sekundärfunktionen.
Der Fahrersitz ist 12-fach elektrisch verstellbar, belüftet und beheizt, mit Memory-Funktion. Hinten bieten 4,93 Meter Länge und ein langer Radstand für die Klasse großzügige Beinfreiheit. Materialien folgen einem klaren Premium-Anspruch — synthetisches Leder als Standard, echtes Leder optional, Mikrofaser-Dachhimmel und Aluminium-Akzente.
Bei den Assistenzsystemen kommt MG nicht ganz auf das Niveau eines Tesla Autopilot oder XPeng XNGP, bietet aber alle relevanten Funktionen: adaptiver Tempomat, Spurhaltung, Spurwechselassistent, automatischer Notbremsassistent, Verkehrszeichenerkennung, 360-Grad-Kamera. Das System arbeitet auf SAE-Level 2.
| Marke / Modell | MG IM5 |
| China-Pendant | IM L6 (in China seit 2024) |
| Karosserie | Limousine, 4 Türen |
| Länge × Breite × Höhe | 4.931 × 1.960 × 1.474 mm |
| Radstand | 2.950 mm |
| Batterie Einstieg (NMC) | 75 kWh |
| Batterie Long Range (NMC) | 100 kWh |
| Architektur | 800V |
| DC-Ladeleistung max. | 400 kW |
| Ladezeit 10–80 % (100 kWh) | ≈ 17 Min |
| Variante 1: Heck-Standard | 217 kW, 489 km WLTP |
| Variante 2: Heck-Long-Range | 300 kW, 710 km WLTP |
| Variante 3: Allrad-Performance | 553 kW / 752 PS, 575 km WLTP |
| 0–100 km/h (Performance) | 3,2 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit | ≈ 240 km/h |
| Hauptdisplay | 26,3 Zoll (durchgehend) |
| Zweitdisplay (Klima/Audio) | 10,5 Zoll Touchscreen |
| Assistenz-Level | SAE-Level 2 |
| Marktstart Deutschland | Juli 2026 |
| Einstiegspreis (Schätzung) | ab ca. 46.000 € |
| Top-Preis (Schätzung) | ca. 60.000 € |
| Garantie | 7 Jahre / 150.000 km |
* Maße und Werte basieren auf den offiziellen Angaben von MG Motor Deutschland sowie den UK-Marktdaten. Finale Preise werden zum deutschen Marktstart im Juli 2026 bekannt gegeben. Reichweiten gelten nach WLTP, real je nach Fahrprofil 10–25 % geringer.
Das Heck des MG IM5
Bild-Quelle: MG Motor
Preise und Konfiguration in Deutschland
Offizielle deutsche Preise hat MG Motor zum Stand Juni 2026 noch nicht kommuniziert. Auf Basis der UK-Preise (ab 39.450 £ für die Einstiegsvariante) und Schweizer Preise (ab 41.990 CHF) lässt sich für Deutschland eine Spanne von etwa 46.000 bis 60.000 Euro ableiten — abhängig von Akku- und Antriebskonfiguration.
Damit positioniert sich der IM5 deutlich oberhalb des klassischen MG4 (ab rund 28.000 €) und konkurriert direkt mit Tesla Model 3 (ab ca. 41.000 €), Polestar 2 (ab ca. 50.000 €) und BYD Seal (ab ca. 45.000 €).
Der Verkauf wird über das bestehende MG-Händlernetz erfolgen — in Deutschland sind das aktuell rund 200 MG-Vertragshändler. Servicepunkte sind damit nahezu flächendeckend verfügbar.
Konkurrenz: IM5 vs. Tesla, Polestar und BYD
Im Segment der Premium-Elektrolimousine zwischen 45.000 und 60.000 Euro positioniert sich der MG IM5 klar als technischer Herausforderer:
Gegen den Tesla Model 3 spielt der IM5 seine Lade-Architektur (800V vs. 400V), die größere Akku-Option (100 vs. 79 kWh) und das größere Hauptdisplay aus. Tesla kontert mit dem Supercharger-Netz und der bekannten Software-Reife.
Gegen den Polestar 2 punktet der IM5 mit signifikant höherer Reichweite (bis 710 vs. 655 km), mehr Topleistung (553 vs. 350 kW) und niedrigerem Einstiegspreis. Polestar bietet dafür das vertrautere skandinavische Markenbild.
Gegen den BYD Seal ist der Vergleich am engsten: Beide kommen aus China, beide setzen auf 800V, beide haben ähnliche Reichweiten. Der IM5 hat den größeren Hauptbildschirm, der Seal die etabliertere deutsche Vertriebsstruktur (BYD verkaufte im April 2026 fast 5.000 Fahrzeuge in Deutschland).
SAIC hat sich gegen die Einführung von IM Motors als eigenständige Marke in Europa entschieden — aus pragmatischen Gründen: Der Aufbau einer komplett neuen Premium-Marke hätte Jahre und dreistellige Millionenbeträge gekostet. MG Motor verfügt dagegen in Europa über ein etabliertes Händlernetz, eine bekannte Markenwahrnehmung und vertrauten Service-Backend.
Strategisch gesehen funktioniert das Modell als „MG geht Premium“ — ähnlich wie Volkswagen seinerzeit den ID-7 als Premium-Limousine oberhalb des klassischen Passat positionierte. Der Schritt ist allerdings mit Risiken verbunden: Käufer im Premiumsegment achten stark auf Markenwert, und MG ist historisch eine Volumenmarke.
SAIC ist mit einem EU-Zusatzzoll von 35,3 Prozent der am stärksten belastete chinesische Hersteller. Zusammen mit dem regulären Einfuhrzoll von 10 % zahlt SAIC damit aktuell 45,3 % auf jeden in der EU verkauften MG-Wagen aus China-Produktion. Der IM5 ist von dieser Regelung betroffen.
Mittelfristig könnte das geplante SAIC-Werk in Ferrol (Galicien) mit Produktionsstart 2028 Entlastung bringen — die in Europa gefertigten Modelle würden den Zollaufschlag umgehen. Bis dahin wirkt der hohe Zoll als Preisanker, der MG bei Preisaktionen weniger Spielraum lässt als BYD oder Geely-Marken mit niedrigeren Sätzen.
MG IM5 Premium-Limousine mit 800V Architektur
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Häufige Fragen
FAQ: MG IM5