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Was Thomas Schäfer gesagt hat
Der Chef der Marke Volkswagen Pkw äußerte sich auf dem Pariser Autosalon zu den China-Modellen des Konzerns. „Für die Zukunft bereiten wir uns darauf vor, ein oder mehrere Fahrzeuge aus China einzuführen“, sagte Schäfer. Und weiter: „Es geht nicht darum, eines der vorhandenen Fahrzeuge zu ersetzen.“ Die China-Modelle sollen das europäische Angebot also ergänzen, nicht ID.3, ID.4 oder ID.7 verdrängen.
Wichtig ist die Reihenfolge: Laut Schäfer beginnt VW jetzt mit Exporten aus China in den sogenannten globalen Süden, etwa nach Australien und in den Nahen Osten. Europa würde nach bisherigen Berichten erst danach folgen. Welche Modelle es konkret werden, wann sie kommen und ob sie importiert oder in Europa gebaut werden, ließ Schäfer offen.
Welche China-VWs als Kandidaten gelten
Genannt wird vor allem der ID. UNYX 09 mit Xpeng-Technik, eine gut 5,08 Meter lange Elektro-Limousine von Volkswagen Anhui. Sie nutzt den Turing-KI-Chip von Xpeng mit 750 TOPS und startete im September in China in den Vorverkauf. Bislang war das Modell ausdrücklich nur für China vorgesehen.
Zweiter Kandidat ist das SUV ID. Aura T6 von FAW-Volkswagen: 4,81 Meter lang, ein Motor mit bis zu 170 kW, LFP-Akku und 550 oder 620 Kilometer Reichweite nach CLTC (nach WLTP rund 15 bis 25 Prozent weniger). Es basiert auf der mit Xpeng entwickelten China-Elektronikarchitektur CEA. Bereits im Juli hatte ein Bericht das Range-Extender-SUV ID. Era 9X von SAIC-Volkswagen und ein SUV auf der neuen China-Plattform CSP als mögliche Importe genannt – mit Export frühestens Ende 2027.
| Aussage | VW bereitet Import von „ein oder mehreren“ China-Modellen vor |
| Wer | Thomas Schäfer, CEO Marke Volkswagen Pkw |
| Erste Zielmärkte | globaler Süden (u. a. Australien, Naher Osten) |
| Europa-Termin | nicht bekannt (Bericht vom Juli: frühestens Ende 2027) |
| Kandidat Limousine | ID. UNYX 09 (Volkswagen Anhui, mit Xpeng) |
| Kandidat SUV | ID. Aura T6 (FAW-Volkswagen), 550/620 km CLTC |
| Weitere genannte Modelle | ID. Era 9X (Range Extender), CSP-SUV |
| Produktion in Europa | offen, von Schäfer nicht erwähnt |
Stand 19.10.2026. Kandidaten laut Berichten, VW hat noch kein Modell offiziell bestätigt.
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Zölle: Warum der Weg nach Europa teuer ist
Reine Elektroautos aus China tragen in der EU neben dem Basiszoll von 10 Prozent einen Ausgleichszoll, je nach Hersteller zwischen 20,7 und 35,3 Prozent. Plug-in-Hybride und Range-Extender sind von diesen Zusatzzöllen ausgenommen. Bisher hat VW nur für den Cupra Tavascan aus Anhui eine Ausnahme: Seit Februar 2026 gilt für ihn eine Preiszusage mit Mindestimportpreis und Mengenbegrenzung statt des Zusatzzolls.
Für jedes weitere China-Modell müsste VW entweder den Zoll zahlen, eine neue Zusage mit Brüssel aushandeln oder in Europa fertigen. Den letzten Weg gehen chinesische Marken bereits: Leapmotor baut den B10 im spanischen Zaragoza, Xpeng lässt bei Magna in Graz produzieren. Ein Bericht vom Sommer nannte für VW das Werk Zwickau als mögliche Option, bestätigt ist das nicht.
Der Hintergrund: VW verliert in China
Volkswagen hat in China mit Partnern wie Xpeng, SAIC und FAW eine eigene Elektro-Palette aufgebaut: 13 neue Modelle mit E-, Plug-in- oder Range-Extender-Antrieb sollen 2026 dort starten. Gleichzeitig brechen die Auslieferungen in China ein – im dritten Quartal um 38,5 Prozent. Die teuer entwickelten China-Modelle auch in anderen Märkten zu verkaufen, würde die Entwicklungskosten auf mehr Stückzahlen verteilen.
Für Europa wäre das ein Kurswechsel: Bisher galt, dass China-VWs in China bleiben. Erst vor wenigen Tagen hatte VW etwa die Limousine ID. Aura L5 ausschließlich für den chinesischen Markt vorgestellt. Graue Importe von China-VWs durch freie Händler hat der Konzern in der Vergangenheit ausdrücklich bekämpft.
Schäfers Aussage ist eine Absichtserklärung, kein Marktstart. Ein ID. UNYX 09 beim deutschen VW-Händler ist frühestens 2027 realistisch – und nur, wenn VW die Zollfrage löst. Spannend ist das Signal: Wenn selbst Volkswagen Autos mit Xpeng-Elektronik nach Europa holen will, ist chinesische Software endgültig zum Wettbewerbsfaktor geworden. Für Käufer könnte das mehr Technik zum günstigeren Preis bedeuten, allerdings müssten Assistenzsysteme und Software erst für Europa angepasst und zugelassen werden.

