Der BYD Dolphin Surf – in China Seagull – bekommt eine deutlich überarbeitete zweite Generation. Erste offizielle Designskizzen zeigen ein größeres, sportlicheres Auto: 4,20 Meter lang, fünf statt vier Sitze und mit 127 PS spürbar stärker. Ungewöhnlich für einen Kleinwagen: ein Dach-LiDAR fürs assistierte Fahren. Marktstart in China ist bis Ende 2026 geplant.

BYD Seagull / Dolphin Surf: die zweite Generation

BYD zeigt erste Designskizzen der zweiten Generation seines Seagull (in Europa Dolphin Surf).
Bild-Quelle: BYD

BYD Seagull / Dolphin Surf: die zweite Generation wird größer und stärker

4,20 m, fünf Sitze, 127 PS und ein Dach-LiDAR. Marktstart China bis Ende 2026.
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BYD Seagull / Dolphin Surf: die zweite Generation wird größer und stärker

BYD legt seinen Bestseller im Kleinwagensegment neu auf. Von der zweiten Generation des Modells, das in China Seagull heißt und in Europa als Dolphin Surf verkauft wird, hat der Konzern erste offizielle Designskizzen veröffentlicht. Zhang Zhuo, Vertriebschef der BYD-Ocean-Reihe, teilte die Bilder auf der Plattform Weibo und versprach „neu gezeichnete Linien und aufgefrischte Flächen“ sowie „einige Überraschungen“. Auf den Skizzen sind neue dreizackförmige Leuchten vorn und hinten, eine ansteigende Fensterlinie und ein sportlicheres Dach zu sehen.

Die auffälligste Änderung ist die Größe. Laut den chinesischen Zulassungsunterlagen misst die Neuauflage 4,205 Meter in der Länge – satte 425 Millimeter mehr als der aktuelle Seagull (rund 3,78 m) und nur 65 Millimeter kürzer als der größere BYD Dolphin. Der Radstand wächst um 150 Millimeter, die Zahl der Sitze steigt von vier auf fünf. Aus dem knuffigen Stadtfloh wird damit ein vollwertiger Kleinwagen. Intern lief das Modell zunächst unter dem Namen „Great Seagull“ (Da Haiou), passend zu BYDs neuer Namensgebung wie Da Han und Da Tang; zuletzt sprach BYD aber von der „zweiten Generation“.

Auch technisch legt BYD nach: Der einzelne E-Motor leistet 95 kW (127 PS) – rund 73 Prozent mehr als die 55 kW des Vorgängers. Zwei LFP-Batterien (30 und 39,2 kWh) ermöglichen 320 bis 420 Kilometer Reichweite nach CLTC, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 150 km/h. Besonders bemerkenswert für ein so günstiges Auto: An Bord ist ein Dach-LiDAR als Teil von BYDs Assistenzsystem „God’s Eye B“ (DiPilot 300) mit Navigations-Assistenz auf Autobahn und in der Stadt – in dieser Preisklasse eine Seltenheit.

ModellBYD Seagull (Europa: Dolphin Surf), 2. Generation
StatusDesignskizzen/Teaser (Zhang Zhuo, Weibo)
Marktstart Chinabis Ende 2026 (Datum und Preis offen)
Länge4,205 m (+425 mm); Radstand +150 mm
Sitze5 (bisher 4)
Motor95 kW (127 PS) – vorher 55 kW
Batterie/Reichweite30 / 39,2 kWh LFP; 320–420 km (CLTC)
AssistenzDach-LiDAR, God’s Eye B (DiPilot 300)
Europa/Preisnicht bestätigt (aktueller Dolphin Surf ab ~22.900 €)

Bislang liegen nur Teaser-Skizzen und Zulassungsdaten vor; Marktstart-Termin, Preis und ein Europa-Start sind noch nicht offiziell bestätigt. Die Reichweiten sind CLTC-Werte und liegen nach WLTP niedriger.

Was das für den deutschen Markt bedeutet

Für Deutschland ist die Neuauflage hochinteressant, denn der Dolphin Surf ist BYDs günstigstes E-Auto hierzulande – er startet aktuell bei rund 22.900 Euro und ist einer der Preis-Anker im Kleinwagensegment. Wird die zweite Generation wie in China größer, fünfsitzig und stärker, rückt sie näher an den nächstgrößeren Dolphin heran und wertet das Einstiegsmodell deutlich auf. Für Käufer, denen der bisherige Dolphin Surf zu klein war, könnte das genau die Lücke schließen.

Spannend ist vor allem das Dach-LiDAR: Ein solches Sensorpaket in einem Auto unter 30.000 Euro wäre in Europa ein Novum und würde den Druck auf etablierte Kleinwagen wie VW ID.2, Renault 5 und Hyundai Inster erhöhen. Zwei Haken bleiben aber: Ein Europa-Start und der Preis sind noch nicht bestätigt – und als reines Elektroauto trägt der Dolphin Surf den EU-Sonderzoll auf BYD (17 Prozent zusätzlich zum Basiszoll), sofern er nicht im ungarischen BYD-Werk gebaut wird. Ob die günstige zweite Generation auch günstig nach Deutschland kommt, hängt genau daran.

Einordnung

Der Dolphin Surf war BYDs Trumpf im bezahlbaren Segment – klein, günstig, weltweit ein Bestseller. Die zweite Generation zeigt, wohin die Reise geht: mehr Größe, mehr Leistung, High-End-Assistenz zum Kleinwagenpreis. Das ist genau die Kampfansage, mit der China-Marken die europäischen Hersteller im 20.000-Euro-Segment unter Druck setzen. Noch sind es nur Skizzen; entscheidend wird, ob BYD das Paket ohne Zollaufschlag nach Europa bringt.

Was ändert sich bei der zweiten Generation?
Sie wird größer (4,20 m, plus 425 mm), bekommt fünf statt vier Sitze, einen stärkeren Motor (127 PS) und ein neues, sportlicheres Design mit dreizackförmigen Leuchten.
Heißt das Auto Seagull oder Dolphin Surf?
In China Seagull, in Europa Dolphin Surf. Intern lief das neue Modell zunächst als „Great Seagull“; zuletzt sprach BYD von der zweiten Generation.
Wann kommt es?
In China bis Ende 2026; ein genaues Datum und der Preis sind noch nicht bestätigt. Bisher sind nur Designskizzen und Zulassungsdaten bekannt.
Kommt die zweite Generation nach Deutschland?
Nicht offiziell bestätigt. Der aktuelle Dolphin Surf wird hier ab rund 22.900 Euro verkauft; ein Nachfolger dürfte folgen, ein Termin steht aber aus.
Was ist am Dach-LiDAR besonders?
Ein LiDAR-Sensor fürs assistierte Fahren ist in einem Auto unter 30.000 Euro ungewöhnlich – das bringt Technik der Oberklasse in den Kleinwagen.

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Philipp Wiedmaier
Über den AutorPhilipp WiedmaierGründer & Chefredakteur

Philipp Wiedmaier hat chinaelektro.de 2025 gegründet und verantwortet die Redaktion. Er wertet MIIT-Zulassungsdaten und Herstellerangaben aus und ordnet ein, welche der über 500 erfassten Modelle tatsächlich nach Deutschland kommen – mit Blick auf Preis, Zölle und Marktstart.

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