Bild-Quelle: Denza
City NOA: Was God's Eye in der Stadt können soll
Angekündigt hat BYD das Update auf dem Pariser Autosalon. Die Funktion heißt City Navigation on Driving Assistant, kurz CNOA, und führt das Auto von Punkt zu Punkt durch dichten Stadtverkehr. Das System hält an roten Ampeln, gewährt an Kreisverkehren Vorfahrt, hält sich an Tempolimits, biegt auch über den Gegenverkehr ab und wechselt die Spur, um Zweite-Reihe-Parker oder langsamen Verkehr zu umfahren. Radfahrer und Fußgänger in engen Straßen soll es erkennen und ihnen den Vortritt lassen.
Autonom ist das trotzdem nicht: Es bleibt ein überwachtes Assistenzsystem, der Fahrer muss den Verkehr im Blick behalten und jederzeit eingreifen können. Eine Innenraumkamera überwacht Blickrichtung, Kopfhaltung und Hände am Lenkrad. „Diese Technologie wird das Fahren in der Stadt weniger stressig machen – vom Stau bis zu belebten Kreuzungen und Kreisverkehren“, sagte BYD-Vizepräsidentin Stella Li.
Denza Z9 GT bekommt das Update zuerst
Erster Empfänger ist der Denza Z9 GT, der Shooting Brake der BYD-Premiummarke. Er wird in Europa bereits mit der kompletten Sensorik ausgeliefert, ein Werkstattbesuch ist für das Update nicht nötig. In Deutschland kostet der Z9 GT als Plug-in-Hybrid ab 101.000 Euro, als Elektroauto ab 115.000 Euro. Welche weiteren Modelle der Marke Denza folgen, hat BYD noch nicht gesagt.
| Funktion | City NOA (God's Eye) für Stadtverkehr |
| Start in Europa | 2027 per Over-the-Air-Update |
| Erstes Modell | Denza Z9 GT |
| Lidar | 1 |
| Kameras | 11 |
| Radarsensoren | 3 (Millimeterwelle) |
| Ultraschallsensoren | 12 |
| Zulassung | UN R171, noch ausstehend |
| Kosten des Updates | nicht bekannt |
Stand 13.10.2026. Sensorik laut Hersteller für den Z9 GT in Europa-Ausführung.
Ohne Typzulassung kein Stadtpilot
Die Software befindet sich laut BYD in einem fortgeschrittenen Stadium der Kalibrierung und Anpassung an europäische Straßen. Freigeschaltet werden darf sie aber erst, wenn sie eine Typgenehmigung nach UN R171 hat. Diese Regel erlaubt Systeme, die unter Aufsicht des Fahrers lenken, beschleunigen und bremsen. Der Termin 2027 hängt also an den Behörden – in China nutzen BYD-Kunden God's Eye dagegen bereits seit 2025 auf Autobahnen und in Städten.
BYD ist mit dem Vorstoß nicht allein: Auch Xpeng will seinen Navigationsassistenten 2027 in Europa freischalten, wie das Unternehmen erst kürzlich im Zuge der Mona-L03-Bestellzahlen ankündigte. Chinesische Hersteller wollen ihren Software-Vorsprung damit auch in Europa ausspielen.
Für Denza wäre City NOA ein starkes Verkaufsargument gegen die etablierten Premiummarken, denn Software und Assistenz sind die Felder, auf denen chinesische Hersteller ihren Vorsprung sehen. Die Ankündigung ist aber eher ein Plan als ein Versprechen: Ob und wann das Update kommt, entscheidet die Typzulassung. Wer einen Z9 GT kauft, sollte das Update nicht als fest zugesagte Ausstattung einpreisen.

