Fahrassistenz für Peugeot und Jeep von Momenta aus China.
Bild-Quelle: Momenta
Stellantis holt chinesische Fahrassistenz für Peugeot und Jeep
Stellantis geht bei der Fahrassistenz eine weitreichende Partnerschaft mit China ein. Dongfeng Stellantis Automotive Technology, die Technologie-Gesellschaft des Konzerns mit seinem chinesischen Partner Dongfeng in Wuhan, hat am 25. September eine globale strategische Kooperation mit dem chinesischen Software-Spezialisten Momenta unterzeichnet, verkündet wurde sie am 28. September. Gemeinsam sollen fortschrittliche Fahrassistenzsysteme für Serienmodelle von Peugeot und Jeep entwickelt werden.
Grundlage ist Momentas KI-Modell R7, ein sogenanntes Weltmodell, das Verkehrssituationen vorausberechnet und kontinuierlich per Update verbessert werden soll. Die Partner wollen damit auch Funktionen für das automatisierte Fahren nach Level 3 entwickeln, bei dem der Fahrer in bestimmten Situationen die Verantwortung abgeben darf. Die Systeme sollen auf die Marken zugeschnitten werden: bei Jeep auf die Geländefähigkeiten, bei Peugeot auf das Fahrverhalten. Die ersten Modelle sollen ab 2027 auf den Markt kommen, mit Elektro- und Plug-in-Hybridantrieb.
Entscheidend ist der geografische Umfang: Die Kooperation gilt ausdrücklich für China, Europa und weitere globale Märkte. Momenta ist längst kein Nischenanbieter mehr. Bis Mitte 2026 lief seine Software in mehr als einer Million Fahrzeugen, verteilt auf 105 Serienmodelle von 26 Herstellern, darunter Kunden wie Mercedes-Benz, Toyota und General Motors in China. Stellantis ist zudem bereits mit rund 21 Prozent an Leapmotor beteiligt und vertreibt dessen Autos in Europa.
| Partner | Momenta / Dongfeng Stellantis Automotive Technology (Wuhan) |
|---|---|
| Marken | Peugeot und Jeep |
| Märkte | China, Europa und weitere globale Märkte |
| Technik | Fahrassistenz auf Basis des KI-Weltmodells Momenta R7 |
| Automatisierungsgrad | Entwicklung bis Level 3 geplant |
| Marktstart | ab 2027 |
| Antriebe | Elektro und Plug-in-Hybrid |
| Momenta-Verbreitung | über 1 Mio. Fahrzeuge, 105 Modelle, 26 Hersteller (Mitte 2026) |
| Konkrete Modelle | noch nicht genannt |
Stand: 28. September 2026. Welche Modelle in Europa die Momenta-Technik erhalten, ist noch offen; Level-3-Funktionen benötigen in der EU eine eigene Typgenehmigung. Diese Einordnung ist eine journalistische Analyse und keine Anlageberatung.
Was das für den deutschen Markt bedeutet
Peugeot und Jeep sind in Deutschland fest etablierte Marken – und damit könnte chinesische Assistenz-Software ab 2027 in Autos einziehen, die hierzulande bei ganz normalen Händlern stehen. Der Kunde wird davon wenig merken: Außen steht Peugeot oder Jeep drauf, die Software für Spurführung, Abstandsregelung und automatisiertes Fahren kommt aber aus China. Das reiht sich in eine Entwicklung ein, die sich in den vergangenen Monaten deutlich beschleunigt hat: VW nutzt Chips und Software von Xpeng, Volvo profitiert von Geely-Technik, Maserati greift auf chinesische Systeme zurück.
Für europäische Hersteller ist das ein Eingeständnis: Bei Assistenzsystemen und KI-basiertem Fahren sind chinesische Anbieter schneller und günstiger. Für Käufer kann das Vorteile bringen – modernere Funktionen, häufigere Updates. Offen sind aber regulatorische Fragen: Level-3-Systeme brauchen in der EU eine eigene Zulassung, und beim Umgang mit Fahrzeug- und Kameradaten gelten strenge europäische Vorgaben. Wie Stellantis die China-Technik für Europa aufbereitet, wird entscheidend dafür sein, wie schnell sie hier tatsächlich ankommt.
Stellantis macht einen Schritt, den viele westliche Hersteller inzwischen gehen: Statt teure eigene Software zu entwickeln, kauft man sie dort ein, wo sie am weitesten ist – in China. Bemerkenswert ist, dass die Kooperation nicht auf den chinesischen Markt beschränkt bleibt, sondern ausdrücklich Europa einschließt. Der Wettbewerb um das Auto der Zukunft verlagert sich damit vom Blech zur Software, und dort liegt China vorn. Diese Einordnung ist keine Anlageberatung.

