Bild-Quelle: BYD
Was sich bei der Exportsteuer-Rückerstattung ändert
Chinesische Hersteller bekommen beim Export bisher 13 Prozent Mehrwertsteuer zurückerstattet. Ab dem 1. April 2027 sind es für Fahrzeuge mit neuer Antriebsenergie nur noch 9 Prozent. Maßgeblich ist das Exportdatum auf der Zollanmeldung. Betroffen sind batterieelektrische Pkw und Plug-in-Hybride, außerdem Elektrobusse und elektrische Sattelzugmaschinen. Die Regeln zur Verbrauchsteuer beim Export bleiben unverändert.
Eine offizielle Begründung gab es nicht. Chinesische Ökonomen sehen die Kürzung als Signal, dass die Branche wettbewerbsfähig genug ist und der Preiskampf eingedämmt werden soll. Ein ähnlicher Schritt lief schon bei Batterien: Dort sank die Rückerstattung im April 2026 von 9 auf 6 Prozent, ab dem 1. Januar 2027 entfällt sie ganz.
Was die Kürzung BYD und Co. kostet
Analysten der Deutschen Bank rechnen damit, dass der Nettogewinn von BYD um rund 5.000 Yuan pro exportiertem Fahrzeug sinkt, umgerechnet grob 600 Euro. Spürbar werde das ab dem zweiten Quartal 2027. Für BYD wiegt das schwer, denn der Konzern hat von Januar bis September 2026 bereits 1.342.468 Fahrzeuge im Ausland abgesetzt, etwa 43 Prozent seines gesamten Absatzes. Ebenfalls betroffen sind laut der Analyse Chery, Geely, SAIC, GWM, Changan, Leapmotor, GAC und Xpeng.
Wie viel Exporte inzwischen ausmachen, zeigen die September-Zahlen: Der Herstellerverband CAAM meldete 571.000 exportierte Fahrzeuge mit neuer Antriebsenergie, ein Plus von 160 Prozent. Im Inland sank der Absatz um 9,4 Prozent auf 1,252 Millionen.
| Rückerstattung NEV-Export bisher | 13 % |
| Rückerstattung ab 1. April 2027 | 9 % |
| Betroffen | BEV- und PHEV-Pkw, E-Busse, E-Sattelzugmaschinen |
| Batterien | 6 %, Wegfall ab 1. Januar 2027 |
| Geschätzter Effekt BYD | rund 5.000 Yuan weniger Gewinn je Exportauto (Deutsche Bank) |
| NEV-Export China, September 2026 | 571.000 (+160 %, CAAM) |
| NEV-Export China, Januar bis September 2026 | 4,006 Mio. (+130 %, CAAM) |
Stand 13.10.2026. Euro-Umrechnung nur als grobe Orientierung.
Die größten Exporteure im September
Nach den Daten des Pkw-Verbands CPCA führte BYD im September mit großem Abstand bei den Exporten von Elektroautos und Plug-in-Hybriden. Dahinter folgen Chery und Geely. Leapmotor lag mit über 27.000 Exporten bereits auf Platz sieben.
| BYD | 175.877 |
| Chery | 85.990 |
| Geely | 72.893 |
| Tesla China | 30.529 |
| SAIC | 29.552 |
| Changan | 29.325 |
| Leapmotor | 27.454 |
| Xpeng | 10.055 |
Stand 13.10.2026. NEV-Exporte September 2026 nach CPCA, Auswahl (SGMW und Dongfeng lagen vor Xpeng), alle Zielmärkte, keine Aufteilung nach Europa.
Doppelter Druck: Steuerkürzung und Hybrid-Begrenzung
Die Kürzung trifft die chinesischen Hersteller in einer Phase, in der auch die EU bremst. Nach den Gesprächen in Peking soll der Export chinesischer Hybride in die EU deutlich sinken, wie wir zur Einigung über die Hybrid-Exporte berichtet haben. Reine Elektroautos zahlen weiterhin die EU-Zusatzzölle.
Beides spricht für eine Fertigung in Europa. Leapmotor hat gerade die Produktion in Spanien gestartet, Xpeng lässt bei Magna in Graz bauen, BYD will in Ungarn produzieren, und Geely plant den Einstieg in Fords Werk in Valencia. In Europa gebaute Autos sind von der Exportsteuer-Regel nicht betroffen.
Vor April 2027 ändert sich für Käufer in Deutschland nichts. Danach steigen die Kosten für Autos aus China, und Hersteller können sie über weniger Rabatte oder höhere Listenpreise weitergeben. Ob und wie stark sie das tun, ist offen. Modelle aus europäischer Fertigung sind davon nicht betroffen.

