Leapmotor hat im Mai 2026 mit 81.569 ausgelieferten Fahrzeugen einen neuen Monatsrekord aufgestellt – und ist damit bereits im ersten Quartal 2026 zur meistverkauften chinesischen Elektroauto-Marke in der EU geworden. Mit 726 Prozent Wachstum in Europa gegenüber dem Vorjahr und dem bevorstehenden Produktionsstart in Spanien ab Oktober 2026 baut Leapmotor seinen Europaangriff planmäßig aus. Zugleich meldete das Unternehmen für das Gesamtjahr 2025 erstmals einen Jahresgewinn.
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Leapmotor liefert im Mai 2026 rekordverdächtige 81.569 Fahrzeuge aus und ist Europas meistverkaufte chinesische E-Auto-Marke. Ab Oktober startet die Produktion in Spanien.
Bild-Quelle: Leapmotor

726 Prozent Wachstum in Europa: Wie Leapmotor so schnell wurde

Im ersten Quartal 2026 lieferte Leapmotor in 16 europäischen Ländern insgesamt 23.300 Fahrzeuge aus – ein Plus von 726,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Allein in den zwölf EU-Kernmärkten zählte die Marke 16.736 rein elektrische Fahrzeuge, womit sie in diesem Zeitraum zur meistverkauften chinesischen EV-Marke in der EU avancierte.

Der Treiber dieses Wachstums ist klar: das Stellantis-Distributionsnetz. Über Opel-, Peugeot- und Citroën-Händler hat Leapmotor innerhalb weniger Monate Zugang zu über 800 Verkaufs- und Servicestellen in Europa aufgebaut. Ein Netz, das Neueinsteigern wie NIO oder Zeekr Jahre kosten würde. In Deutschland allein sind es rund 110 Partnerstandorte.

Dazu kommen attraktive Preise: Der Leapmotor C10 ist ab 29.900 Euro erhältlich, der kleinere T03 bereits ab 18.900 Euro. Das Einstiegsleasing liegt bei 49 Euro pro Monat für den T03 – ein Wert, der in der Fahrzeugkategorie kaum zu unterbieten ist.

Leapmotor Europa – Kennzahlen Q1 2026 und Produktionsstart Spanien
Auslieferungen Europa Q1 202623.300 Fahrzeuge (+726,5 % YoY)
Auslieferungen EU Q1 2026 (BEV)16.736 Einheiten (Platz 1 China-Marken)
Auslieferungen weltweit Mai 202681.569 Fahrzeuge (+81 % YoY) – Rekord
Händlernetz Europaüber 800 Standorte (Stellantis-Netz)
Händlernetz Deutschlandca. 110 Partnerstandorte
Produktionsstart SpanienOktober 2026, Werk Figueruelas/Saragossa
Erstes Modell in SpanienLeapmotor B10
Geplantes Volumen Spanien ab Start40.000 Einheiten/Jahr
Einstiegspreis C10 in Deutschlandab 29.900 Euro
Einstiegspreis T03 in Deutschlandab 18.900 Euro
Jahresergebnis 2025Erster Jahresgewinn der Unternehmensgeschichte

* Auslieferungszahlen gemäß Leapmotor-Pressemitteilung Juni 2026. Produktionsangaben Spanien basieren auf Stellantis-Bestätigung März 2026 und Leapmotor Q1-Ergebnissen.

Produktion in Spanien ab Oktober: Zollfreiheit als Wachstumsbeschleuniger

Ab Oktober 2026 rollt der Leapmotor B10 vom Band im Stellantis-Werk Figueruelas bei Saragossa – dem gleichen Werk, das bis dato Opel-Modelle produziert. Das anfängliche Jahresvolumen liegt bei 40.000 Einheiten, soll aber rasch hochgefahren werden. Ab 2027 sollen drei weitere Modelle (B05, A10, A05) in Spanien folgen.

Strategisch ist die EU-Produktion ein Gamechanger: Leapmotor-Fahrzeuge aus Spanien sind von den EU-Strafzöllen auf chinesische Elektroautos befreit. Das gibt Spielraum für aggressivere Preisgestaltung oder verbesserte Margen – beides verschafft Wettbewerbsvorteile gegenüber Konkurrenten, die weiterhin aus China importieren müssen.

Parallel entsteht in München ein europäisches Entwicklungszentrum von Leapmotor. Damit ist die Marke nicht mehr nur ein chinesischer Importeur, sondern baut schrittweise eine eigenständige europäische Identität auf – mit lokalem Design, lokaler Entwicklung und lokaler Produktion.

Einordnung: Leapmotor überholt MG und Zeekr in Europa

Während MG Motor in Q1 2026 Marktanteile verlor und Zeekr seinen Europastart nach hinten verschob, wuchs Leapmotor um den Faktor sieben. Das Geheimnis ist kein Technologievorsprung, sondern Infrastruktur: Wer über das Stellantis-Netz verkauft, hat von Tag eins an Servicestellen, Ersatzteile und Finanzierungsoptionen – genau das, was chinesische Neueinsteiger bislang fehlte.

BYD verfolgt dieselbe Strategie in Ungarn, Stellantis macht es für Leapmotor in Spanien. Das Muster ist eindeutig: EU-Produktion ist keine Option mehr, sondern Voraussetzung für skalierbares Wachstum in Europa.

Häufige Fragen

FAQ: Leapmotor in Deutschland und Europa 2026

Ist Leapmotor wirklich die meistverkaufte chinesische E-Auto-Marke in Europa?
Ja – im ersten Quartal 2026 führte Leapmotor das Ranking der chinesischen BEV-Marken in der EU an, mit 16.736 reinen Elektrofahrzeugen in zwölf EU-Märkten. Das entspricht einem Wachstum von 726,5 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2025.
Welche Leapmotor-Modelle gibt es in Deutschland zu kaufen?
In Deutschland sind aktuell drei Modelle erhältlich: der Leapmotor T03 (Stadtauto, ab 18.900 Euro), der C10 (Kompakt-SUV, ab 29.900 Euro) und der B10 (mittelgroßes SUV, ab 29.900 Euro). Alle Modelle werden über das Stellantis-Händlernetz (Opel, Peugeot, Citroën) mit rund 110 Partnerstandorten in Deutschland verkauft und gewartet.
Wann beginnt die Leapmotor-Produktion in Spanien?
Der Produktionsstart im Stellantis-Werk Figueruelas bei Saragossa ist für Oktober 2026 geplant. Das erste in Spanien gefertigte Modell ist der Leapmotor B10. Das anfängliche Jahresvolumen liegt bei 40.000 Einheiten, ab 2027 sollen drei weitere Modelle folgen.
Warum ist die Produktion in Spanien strategisch wichtig?
Fahrzeuge, die innerhalb der EU produziert werden, sind von den EU-Zusatzzöllen auf chinesische Elektroauto-Importe befreit. Das ermöglicht Leapmotor eine wettbewerbsfähigere Preisgestaltung in Europa und macht das Unternehmen unabhängiger von zukünftigen Handelsschranken.
Was bedeutet der Jahresgewinn 2025 für Leapmotor?
2025 war das erste Jahr, in dem Leapmotor in seiner Unternehmensgeschichte einen Jahresüberschuss erzielte. Das signalisiert, dass das Geschäftsmodell – attraktive Preise durch schlanke Plattformstrategie kombiniert mit dem Stellantis-Vertriebsnetz – profitabel funktioniert. Die Rentabilität gibt Leapmotor Spielraum für weitere Investitionen in Europa.

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Philipp Wiedmaier
Über den AutorPhilipp WiedmaierGründer & Chefredakteur

Philipp Wiedmaier hat chinaelektro.de 2025 gegründet und verantwortet die Redaktion. Er wertet MIIT-Zulassungsdaten und Herstellerangaben aus und ordnet ein, welche der über 500 erfassten Modelle tatsächlich nach Deutschland kommen – mit Blick auf Preis, Zölle und Marktstart.

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