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Volvo EX60 auf einen Blick
Volvo Cars gehört seit 2010 dem chinesischen Geely-Konzern, ist aber weiterhin in Göteborg zu Hause und entwickelt seine Autos in Schweden. Der EX60 wurde am 21. Januar 2026 in Stockholm vorgestellt und ist für Volvo besonders wichtig: Er tritt im größten Segment der Marke an, dem der Mittelklasse-SUV, und soll den Käufern des meistverkauften Volvo XC60 den Umstieg aufs Elektroauto leicht machen. Volvo selbst sagt, der EX60 liege preislich auf Höhe des XC60 als Plug-in-Hybrid.
Technisch ist der EX60 ein Neuanfang. Er ist das erste Modell auf der Plattform SPA3, auf der künftig alle Volvo-Modelle stehen sollen. Dazu gehören große Druckguss-Bauteile (Megacasting), eine direkt in die Karosserie integrierte Batterie (Cell-to-Body), eine zentrale Rechnerarchitektur und 800-Volt-Technik. Die Serienproduktion lief am 22. April 2026 im Werk Torslanda bei Göteborg an, seit Juli 2026 bekommen europäische Kunden ihre Autos. Alle weiteren Modelle der Marke stehen auf unserer Volvo-Übersicht.
| Fahrzeugklasse | Mittelklasse-SUV, Elektroauto |
| Preis Deutschland | ab 62.990 Euro (P6 Plus) |
| Batterie (netto) | 80 kWh (P6), 91 bis 92 kWh (P10), 112 kWh (P12) |
| Reichweite WLTP | bis 620 km (P6), 660 km (P10), 810 km (P12) |
| Leistung | 275 kW (374 PS) · 375 kW (510 PS) · 500 kW (680 PS) |
| Antrieb | Heckantrieb (P6) oder Allrad (P10, P12) |
| 0–100 km/h | 5,9 s (P6) bis 3,9 s (P12) |
| Höchstgeschwindigkeit | 180 km/h (abgeregelt) |
| Verbrauch WLTP | 14,7 bis 16,2 kWh/100 km |
| Laden DC | bis 370 kW (P10/P12) bzw. 320 kW (P6), 10–80 % in 16 bis 19 Minuten |
| Laden AC | 22 kW dreiphasig |
| Länge / Breite / Höhe | 4.803 / 1.899 / 1.635 bis 1.651 mm |
| Radstand | 2.970 mm |
| Leergewicht | ca. 2.115 bis 2.330 kg |
| Kofferraum | 523 bis 1.647 Liter plus 58 Liter Frunk |
| Anhängelast | 2.000 bis 2.400 kg gebremst |
| Plattform | SPA3, 800 Volt, Cell-to-Body, Megacasting |
| Produktion | Torslanda, Schweden |
Herstellerangaben für Deutschland, Stand Oktober 2026. Die Reichweite des P12 ist teils noch als vorläufig gekennzeichnet. Beim Kofferraum nennt Volvo je nach Messung 523 oder 634 Liter.
Preise und Versionen in Deutschland
Volvo kombiniert beim EX60 drei Antriebe mit zwei Ausstattungslinien. Die Antriebe heißen P6, P10 und P12, die Linien Plus und Ultra. Der Einstieg ist der P6 Plus mit Heckantrieb für 62.990 Euro. Der Allradler P10 kostet 3.000 Euro mehr, der P12 mit der großen Batterie 9.000 Euro mehr. Die Linie Ultra kostet jeweils 6.800 Euro Aufpreis. Das Topmodell P12 Ultra steht damit bei 78.790 Euro.
Dazu kommt der EX60 Cross Country mit mehr Bodenfreiheit, Luftfederung und Unterbodenschutz, den es nur mit Allrad gibt und der ab 68.990 Euro startet. Die Preisliste der Optionen ist kurz, abgedunkelte Scheiben kosten etwa 450 Euro. Weil der EX60 in Schweden gebaut wird, fallen keine China-Zölle an. Private Käufer mit passendem Einkommen können die staatliche E-Auto-Prämie von 3.000 bis 6.000 Euro beantragen – eine Preisobergrenze gibt es dabei nicht.
| EX60 P6 Plus (RWD, 374 PS) | ab 62.990 Euro |
| EX60 P10 AWD Plus (510 PS) | ab 65.990 Euro |
| EX60 P12 AWD Plus (680 PS) | ab 71.990 Euro |
| EX60 P6 Ultra | ab 69.790 Euro |
| EX60 P10 AWD Ultra | ab 72.790 Euro |
| EX60 P12 AWD Ultra | ab 78.790 Euro |
| EX60 Cross Country (AWD) | ab 68.990 Euro |
Unverbindliche Preisempfehlungen für Deutschland, Stand Oktober 2026. Für den P12 nannten Händler im Frühjahr Lieferzeiten von über zwölf Monaten.
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Die drei Antriebe: P6, P10 und P12
Der P6 hat einen Elektromotor an der Hinterachse mit 275 kW (374 PS) und eine Batterie mit 80 kWh netto. Er sprintet in 5,9 Sekunden auf 100 km/h und kommt nach WLTP bis zu 620 km weit, je nach Ausstattung auch etwas weniger. Für die meisten Käufer reicht er völlig aus. Der P10 legt vorn einen zweiten Motor dazu, kommt auf 375 kW (510 PS), hat eine etwas größere Batterie mit rund 91 kWh und schafft 660 km.
Der P12 ist die Reichweiten-Version. Mit 500 kW (680 PS) beschleunigt er in 3,9 Sekunden auf 100 km/h, vor allem aber hat er eine 112-kWh-Batterie und kommt nach WLTP bis zu 810 km weit. Das ist einer der höchsten Werte aller Elektro-SUV auf dem Markt. Alle Versionen sind bei 180 km/h abgeregelt – das ist bei Volvo seit Jahren Prinzip, für deutsche Autobahnen aber ein Kritikpunkt.
| P6 (RWD) | 275 kW / 374 PS, 80 kWh, bis 620 km WLTP, 0–100 km/h 5,9 s |
| P10 (AWD) | 375 kW / 510 PS, ca. 91 kWh, bis 660 km WLTP |
| P12 (AWD) | 500 kW / 680 PS, 112 kWh, bis 810 km WLTP, 0–100 km/h 3,9 s |
Herstellerangaben, Stand Oktober 2026. Batteriekapazitäten netto.
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Laden und Effizienz
Dank 800-Volt-Technik lädt der EX60 am Schnelllader mit bis zu 370 kW (P10 und P12) beziehungsweise 320 kW (P6). Von 10 auf 80 Prozent dauert es je nach Version 16 bis 19 Minuten. Volvo spricht davon, an einer 400-kW-Säule in zehn Minuten Strom für bis zu 340 km nachzuladen. An der Wallbox lädt der EX60 dreiphasig mit 22 kW, was in Deutschland an vielen öffentlichen Säulen hilft.
Beim Verbrauch überzeugt der EX60: Nach WLTP liegt er bei 14,7 bis 16,2 kWh pro 100 km, auf ersten Testfahrten wurden 15,8 bis 17,6 kWh gemessen. Mit dem P6 sind damit im Alltag rund 450 km realistisch, mit dem P12 deutlich über 600 km. Damit gehört der EX60 zu den effizientesten großen Elektro-SUV.
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Fahreindruck
Auf ersten Testfahrten zeigte sich der EX60 als komfortables, leises und effizientes Langstreckenauto. Die Dämpfung ist gut abgestimmt, der Innenraum sehr ruhig, optional gibt es ein Soundsystem von Bang & Olufsen mit aktiver Geräuschunterdrückung. Die Lenkung ist leichtgängig, ein Sportwagen ist der EX60 auch als P12 nicht.
Kritik gab es am verkleinerten Lenkrad, dessen Bedienstruktur umständlich ist, an den gewöhnungsbedürftigen Türgriffen und an der Abregelung bei 180 km/h. Das Assistenzsystem Pilot Assist Plus lenkt und wechselt auf der Autobahn bis 130 km/h selbstständig die Spur.
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Innenraum, Software und Ausstattung
Innen setzt Volvo auf skandinavische Schlichtheit: viele recycelte Materialien, optional Nappaleder, ein serienmäßiges Panorama-Glasdach, elektrisch einstellbare Sitze mit Memory-Funktion und eine elektrisch verstellbare Rückbanklehne. In der Mitte sitzt ein 15 Zoll großer OLED-Touchscreen, hinter dem Lenkrad ein Fahrerdisplay von knapp 12 Zoll.
Das Infotainment basiert auf Google, der KI-Assistent Gemini ist fest eingebaut. Die Rechenleistung liefern eine Nvidia-Plattform vom Typ AGX Orin und ein Qualcomm-Chip Snapdragon 8255. Volvo verspricht ein Infotainment ohne Verzögerungen und regelmäßige Updates über das Internet. In Tests lobten die Fahrer die Geschwindigkeit des Systems, die Verarbeitung einiger Materialien überzeugte dagegen nicht jeden.
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Platz, Kofferraum und Anhängelast
Mit 2,97 Metern Radstand bietet der EX60 im Fond viel Platz. Der Kofferraum fasst je nach Messmethode 523 oder 634 Liter, bei umgeklappter Rückbank bis zu 1.647 Liter. Unter der vorderen Haube gibt es einen Frunk mit 58 Litern für die Ladekabel.
Praktisch für Wohnwagen- und Pferdeanhänger: Der EX60 darf je nach Version 2.000 bis 2.400 kg ziehen, ungebremst 750 kg. Das ist mehr als bei vielen Konkurrenten und macht ihn für Familien mit Wohnwagen interessant.
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SPA3: Was die neue Plattform bringt
Die Plattform SPA3 ist Volvos erste Architektur, die von Anfang an nur für Elektroautos entwickelt wurde. Große Teile des Unterbaus entstehen im Megacasting-Verfahren als einzelne Druckguss-Teile, das spart Hunderte Einzelteile, Gewicht und Montagezeit. Die Batteriezellen sitzen ohne eigene Module direkt in der Karosserie und tragen zur Steifigkeit bei. Statt Dutzender Steuergeräte steuert ein zentraler Rechner alle Funktionen, was schnellere Software-Updates erlaubt.
Volvo hat SPA3 in Schweden entwickelt, profitiert aber vom Geely-Konzern, zu dem auch Zeekr, Polestar und Lynk & Co gehören: Bei Batterien, Elektronik und Einkauf teilen sich die Marken Know-how und Lieferanten. Auf SPA3 sollen in den nächsten Jahren alle neuen Volvo-Modelle stehen.
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EX60 Cross Country
Für Kunden, die öfter auf Schotterwegen oder im Schnee unterwegs sind, bietet Volvo den EX60 Cross Country an. Er liegt 20 bis 40 mm höher, hat serienmäßig eine Luftfederung mit aktiven Dämpfern, einen Unterbodenschutz aus Edelstahl und markantere Radhausverkleidungen. Es gibt ihn nur mit den Allradantrieben P10 und P12, der Einstiegspreis liegt bei 68.990 Euro.
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Sicherheit und Garantie
Ein Euro-NCAP-Ergebnis für den EX60 liegt noch nicht vor. Volvo verspricht wie gewohnt hohe Sicherheitsstandards, die Karosserie besteht zu großen Teilen aus hochfesten Druckguss-Teilen.
Auf das Fahrzeug gibt Volvo drei Jahre oder 100.000 km Garantie, auf die Batterie acht Jahre oder 160.000 km, gegen Durchrostung zwölf Jahre. Verglichen mit den sieben Jahren bei MG oder den sechs Jahren bei BYD ist das eher knapp.
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Volvo EX60 gegen BMW iX3 und Co.
Der wichtigste Gegner ist der neue BMW iX3, der ebenfalls 800-Volt-Technik und große Reichweiten bietet. Dazu kommen Mercedes GLC mit EQ-Technologie, Audi Q6 e-tron und Tesla Model Y. Gegenüber den deutschen Premiummarken ist der EX60 in der Basis günstiger und bietet viel Serienausstattung. Das Model Y ist billiger, aber weniger komfortabel.
Aus dem eigenen Konzern kommen günstigere Alternativen: Der Zeekr 7X nutzt ebenfalls 800-Volt-Technik und lädt noch schneller, der Polestar 3 ist größer und sportlicher. Weitere Modelle findet man in unserer Übersicht der Elektro-SUV aus China.
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Kaufberatung: Welcher EX60 passt?
Für Pendler und Familien, die selten mehr als 400 km am Stück fahren, ist der P6 mit Heckantrieb die beste Wahl: Er ist am günstigsten, am effizientesten und mit 374 PS mehr als stark genug. Der P10 lohnt sich für alle, die Allradantrieb brauchen, etwa im Winter oder mit Anhänger, ohne den Aufpreis für die große Batterie zu zahlen.
Den P12 sollten vor allem Vielfahrer nehmen: Mit 810 km WLTP und im Alltag deutlich über 600 km reicht eine Ladung für fast jede Tagesetappe. Wegen der langen Lieferzeiten lohnt es sich, früh zu bestellen. Die Linie Ultra bringt mehr Komfort und Optik, an der Technik ändert sie nichts.
EX60 als Dienstwagen
Für Firmenwagenfahrer ist der EX60 besonders interessant. Für Elektroautos gilt bei der privaten Nutzung die 0,25-Prozent-Regel, die Grenze liegt inzwischen bei 100.000 Euro Bruttolistenpreis. Alle EX60-Versionen liegen darunter, auch der P12 Ultra mit Extras. Wer einen EX60 P6 Plus als Dienstwagen fährt, versteuert damit monatlich nur rund 157 Euro geldwerten Vorteil statt 630 Euro bei einem Verbrenner zum gleichen Preis. Dazu kommt das 22-kW-AC-Laden, das an Firmenparkplätzen viel Zeit spart.
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Räder, Farben und Optionen
Volvo bietet den EX60 mit Rädern bis 22 Zoll an, kleinere Räder verbessern Komfort und Reichweite. Beim Design gibt es neben der normalen Optik eine Dark-Variante mit schwarzen Akzenten ohne Aufpreis. Zu den wichtigsten Optionen gehören das Soundsystem von Bang & Olufsen, Nappaleder und abgedunkelte Scheiben ab der B-Säule.
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- Bis 810 km WLTP mit 112-kWh-Batterie
- Laden mit bis zu 370 kW, 10–80 % in 16 Minuten
- Sehr effizient mit 14,7 bis 16,2 kWh/100 km
- Hohe Anhängelast bis 2.400 kg
- 22-kW-AC-Laden serienmäßig
- Leise und komfortabel
- Abgeregelt bei 180 km/h
- Kleines Lenkrad mit umständlicher Bedienung
- Lange Lieferzeit für den P12
- Garantie nur drei Jahre auf das Fahrzeug
- Noch kein Euro-NCAP-Ergebnis
Der Volvo EX60 ist eines der überzeugendsten Elektro-SUV des Jahres: effizient, komfortabel, schnell am Lader und mit Reichweiten bis 810 km. Für die meisten ist der P6 die vernünftigste Wahl, wer viel Langstrecke fährt oder einen Wohnwagen zieht, greift zum P12. Gegen BMW iX3 und Mercedes GLC punktet der Volvo mit dem Preis, die Abregelung bei 180 km/h und die kurze Garantie sind seine Schwachstellen.

