Xiaomi hat die SUV-Reihe Sky Nomad am 7. September in China gestartet und die Preise gesenkt.
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Xiaomi Sky Nomad: Marktstart mit gesenkten Preisen ab 209.900 Yuan
Xiaomi hat auf seinem Herbst-Flaggschiff-Event am 7. September die SUV-Reihe Sky Nomad offiziell auf den chinesischen Markt gebracht – und dabei die Preise gegenüber dem Vorverkauf deutlich gesenkt. Die Reihe ist Xiaomis zweite Fahrzeugbaureihe nach den Elektromodellen SU7 und YU7 und zugleich der erste Vorstoß des Konzerns in die Welt der Range-Extender (EREV). Konzernchef Lei Jun bezifferte die bisherigen Auslieferungen von SU7 und YU7 auf über 700.000 Fahrzeuge.
Zum Start gibt es vier Varianten: den fünfsitzigen N70 Pro (Heckantrieb) ab 209.900 Yuan (rund 27.000 Euro), den fünfsitzigen N70 Max (Allrad) für 239.900 Yuan, das siebensitzige Flaggschiff N90 Max für 269.900 Yuan und das Camping-Topmodell N90 Max Studio mit Aufstelldach für 299.900 Yuan. Entscheidend: Gegenüber den Vorverkaufspreisen von Ende Juli sank der N70 Max um 20.000 Yuan (−7,7 Prozent), der N90 Max sogar um 30.000 Yuan (−10 Prozent). Damit unterbietet Xiaomi etablierte EREV-Flaggschiffe von Li Auto und Aito – und liegt klar unter dem Tesla Model Y L (339.000 Yuan).
Technisch setzen alle Modelle auf einen Range-Extender: Ein 1,5-Liter-Turbobenziner dient nur als Generator und treibt die Räder nie direkt an. Das Flaggschiff N90 Max (5,29 Meter, sieben Sitze, Allrad) schafft rein elektrisch 464 Kilometer und kombiniert bis zu 1.705 Kilometer (CLTC), 0 auf 100 km/h in 5,9 Sekunden. Der kleinere N70 (4,96 Meter, fünf Sitze) kommt dank geringeren Gewichts sogar auf bis zu 505 Kilometer rein elektrisch; die 76-kWh-Batterie lädt in 18 Minuten von 20 auf 80 Prozent. Herzstück ist eine flexible „Living Space“-Kabine mit sechs Sitzschienen und flachem Boden – ausgelegt auf Familien und Camping.
| Marktstart China | 7. September 2026 (nur China) |
|---|---|
| N70 Pro (5 Sitze, Heckantrieb) | 209.900 Yuan (~27.000 €) |
| N70 Max (5 Sitze, Allrad) | 239.900 Yuan (−20.000 vs. Vorverkauf) |
| N90 Max (7 Sitze, Flaggschiff) | 269.900 Yuan (−30.000 vs. Vorverkauf) |
| N90 Max Studio (Aufstelldach, Camping) | 299.900 Yuan |
| Antrieb | Range-Extender (1,5-l-Turbo als Generator) – Xiaomis erster EREV |
| E-Reichweite (CLTC) | N70 bis 505 km · N90 Max 464 km (kombiniert bis 1.705 km) |
| Laden | 76-kWh-Akku 20–80 % in 18 Minuten |
| Konkurrenz | Li Auto, Aito; unter Tesla Model Y L (339.000 Yuan) |
Die Reichweiten sind CLTC-Werte und liegen nach europäischem WLTP-Standard niedriger. Die Preise sind chinesische Marktpreise; ein Deutschland-Preis existiert nicht.
Was das für den deutschen Markt bedeutet
Aktuell ist die Sky-Nomad-Reihe ausschließlich in China erhältlich. Für Deutschland ist sie trotzdem hochinteressant, denn Xiaomi kommt 2027 nach Europa – Deutschland zuerst, die ersten Händlerverträge wurden gerade auf der IFA unterzeichnet. Für den Sky Nomad wird ein Europastart in der zweiten Jahreshälfte 2027 erwartet. Und hier liegt der Clou: Als Range-Extender wäre der Sky Nomad vom EU-Sonderzoll auf reine Elektroautos ausgenommen – anders als Xiaomis Elektromodell SU7. Der Zoll trifft nur batterieelektrische Autos; ein EREV könnte Xiaomi also zu konkurrenzfähigen europäischen Preisen anbieten.
Ausgerechnet mit einem Verbrenner-Generator könnte Xiaomi damit sein größtes Europa-Problem umgehen – den Preisaufschlag durch Zölle. Die aggressive China-Preisgestaltung (Einstieg unter 27.000 Euro, Preissenkung zum Marktstart) zeigt, wie ernst es Xiaomi mit dem Volumen meint. Offen bleibt, ob und wann genau die Reihe nach Deutschland kommt, welche Varianten homologiert werden und zu welchem Preis. Die Enthüllung der Sky-Nomad-Reihe hatten wir bereits behandelt; der jetzige Marktstart macht aus dem Konzept ein konkretes, bepreistes Angebot – vorerst nur für China.
EinordnungDer Sky Nomad ist Xiaomis Wette darauf, dass Familien Reichweite ohne Reichweitenangst wollen – und dass der Range-Extender das richtige Werkzeug dafür ist. Pikant: Der EREV-Markt in China schrumpft gerade (minus 15 Prozent im ersten Halbjahr), Xiaomi steigt also gegen den Trend ein. Für Europa aber könnte genau diese Technik zum Trumpf werden, weil sie den EU-Zoll umgeht. Ob Xiaomi seine chinesischen Kampfpreise nach Deutschland übersetzen kann, wird zur Schlüsselfrage seines Europa-Starts 2027.

