Bild-Quelle: Maextro
Maextro V800: Bremspedal-Halterung brach im Test
Am 8. Oktober 2026 veröffentlichte die chinesische Autoplattform Dongchedi ein Testvideo zum Maextro V800. Bei wiederholten Notbremsungen aus 100 km/h bis zum Stillstand brach bei drei Fahrzeugen die Halterung des Bremspedals, jeweils zwischen dem zweiten und vierten Bremsversuch. Laut den Testern ließ sich das Bremspedal danach nicht mehr normal nutzen. Gestoppt wurden die Autos über die Notbremsfunktion, die sich über die Park-Taste auslösen lässt.
Der V800 ist erst seit dem 5. August 2026 auf dem Markt. Der große Van kostet in China zwischen 766.000 und 1.016.000 Yuan und zielt auf Kunden von Toyota Alphard und Lexus LM. Mehr zum Fahrzeug selbst steht in unserem Bericht über den Maextro V800 als Luxus-Van.
MIIT, Cyberspace-Behörde und Marktaufsicht ermitteln gemeinsam
Am Abend des 15. Oktober teilte das Industrieministerium MIIT mit, es habe gemeinsam mit der Cyberspace-Verwaltung CAC und der Marktaufsicht SAMR ein Untersuchungsteam gebildet. Das Team soll auf früheren Ermittlungen aufbauen und den Fall nach Recht und Gesetz behandeln; weitere Informationen sollen zeitnah folgen. Eine Ursache für die Brüche nannte das Ministerium nicht, ebenso wenig äußerte es sich zu den Testmethoden.
Maextro erklärte auf Weibo, man werde mit dem Untersuchungsteam „aktiv und vollständig kooperieren" und die Rechte der Verbraucher schützen. Einen formellen Rückruf gibt es bislang nicht.
| Modell | Maextro V800 (Luxus-Van, nur China) |
| Marktstart China | 5. August 2026 |
| Preis China | 766.000 bis 1.016.000 Yuan |
| Testvideo | 8. Oktober 2026 |
| Befund im Test | Bremspedal-Halterung brach an 3 Fahrzeugen |
| Testbedingungen | wiederholte Notbremsungen aus 100 km/h |
| Behörden-Untersuchung | MIIT, CAC und SAMR, angekündigt am 15. Oktober |
| Maßnahme Maextro | neu konstruierte Halterung, kostenloses Upgrade |
| Formeller Rückruf | bislang keiner |
| Ursache | nicht bekannt |
Stand 16.10.2026. China-Preise sind nicht mit Preisen in Deutschland vergleichbar; der V800 wird in Europa nicht angeboten.
So reagiert Maextro – und so die Börse
Schon am 8. Oktober hatte Maextro erklärt, seit Beginn der Auslieferungen sei im Kundeneinsatz kein solcher Bruch aufgetreten. Das Video zeige „nicht standardmäßige Extrembedingungen". Das Bremssystem sei nach Vorgaben entwickelt und geprüft worden, die über den chinesischen Normen GB 21670-2025, GB 7258-2026 und QC/T 788-2018 liegen. Trotzdem will Maextro die Halterung neu konstruieren und bereits ausgelieferte Fahrzeuge kostenlos nachrüsten. Zudem sollen Konstruktionsprüfung, Testparameter und Qualitätsmanagement in der Produktion überprüft werden.
An der Börse traf der Fall vor allem JAC, den Fertigungspartner von Huawei. Die Aktie fiel am 8. Oktober um das Tageslimit von 10,01 Prozent und verlor vom 8. bis zum 15. Oktober insgesamt 22,37 Prozent. Nach der Ankündigung der Untersuchung stieg sie am 16. Oktober um das Tageslimit von 9,98 Prozent auf 22,37 Yuan.
Bild-Quelle: Maextro
Ein Imageproblem für Huaweis Autoallianz
Maextro ist die am höchsten positionierte Marke der Huawei-Allianz HIMA. Dazu gehört auch die Luxuslimousine Maextro S800. Für Europa ist der Fall vor allem eine Frage des Vertrauens: Mit Aito will die nächste HIMA-Marke im Herbst 2027 nach Europa kommen. Pläne für den V800 außerhalb Chinas gibt es nicht.
Ob der Bruch ein echter Konstruktionsfehler ist oder nur unter extremer Dauerbelastung auftritt, muss die Untersuchung klären. Bemerkenswert ist, wie schnell Peking reagiert hat: Drei Behörden auf einmal, darunter die Internetaufsicht, zeigen, dass die Regierung den Fall nicht nur technisch, sondern auch wegen der öffentlichen Debatte ernst nimmt. Für deutsche Käufer hat der Fall keine direkten Folgen.

