BYD steigerte im September seinen Absatz um 17 Prozent auf 463.561 Fahrzeuge und erzielte den besten Monat des Jahres.
Bild-Quelle: BYD
China-Autobauer im September: Wachstum kommt aus dem Export
Zum Monatswechsel haben die chinesischen Autohersteller ihre Absatzzahlen für September vorgelegt – und sie zeichnen ein zweigeteiltes Bild. Auf der einen Seite stehen Hersteller mit kräftigem Wachstum: BYD steigerte seinen Absatz um 17 Prozent auf 463.561 Fahrzeuge und erzielte den besten Monat des Jahres. Leapmotor lieferte mit 105.656 Autos so viele aus wie nie zuvor (+58,5 Prozent), Zeekr verdoppelte seine Auslieferungen nahezu auf 37.216 (+104 Prozent).
Auf der anderen Seite geraten mehrere bekannte Namen unter Druck. Li Auto lieferte 31.817 Fahrzeuge aus, 6,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Xpeng erreichte mit 41.256 Auslieferungen zwar seinen besten Monat 2026, lag aber leicht unter dem Vorjahreswert. Besonders deutlich fiel der Rückgang bei Huaweis Autoallianz HIMA aus, zu der die Marke Aito gehört: minus 29 Prozent auf 37.490 Fahrzeuge. Great Wall Motor verzeichnete mit minus 14 Prozent den stärksten Rückgang des Jahres.
Was die Gewinner verbindet, ist der Export. BYD verkaufte im September 180.700 Fahrzeuge außerhalb Chinas, 154 Prozent mehr als vor einem Jahr – fast 40 Prozent des gesamten Absatzes. Geely exportierte 106.685 Autos, ein Plus von 162 Prozent; damit endete allerdings eine Serie von acht Exportrekorden in Folge. Leapmotor schickte mehr als 27.000 Fahrzeuge ins Ausland. Im chinesischen Heimatmarkt dagegen herrscht weiter ein harter Preiskampf bei schwacher Nachfrage.
| BYD | 463.561 (+17 %), davon 180.700 im Ausland (+154 %) |
|---|---|
| Geely (Konzern) | 292.168 (+7 %), davon 106.685 Export (+162 %) |
| Leapmotor | 105.656 (+58,5 %), Rekord, über 27.000 Export |
| Xpeng | 41.256 (−0,8 %) |
| Xiaomi | über 40.000 (bester Monat 2026) |
| Huawei HIMA (u. a. Aito) | 37.490 (−29 %) |
| Nio (alle Marken) | 37.408 (+7,7 %) |
| Zeekr | 37.216 (+104 %), Rekord |
| Li Auto | 31.817 (−6,3 %) |
| Great Wall Motor | 114.944 (−14 %) |
Absatz- bzw. Auslieferungszahlen September 2026 nach Herstellerangaben, Veränderung gegenüber September 2025. Diese Einordnung ist eine journalistische Analyse und keine Anlageberatung.
Was das für den deutschen Markt bedeutet
Die Zahlen bestätigen einen Trend, der Europa direkt betrifft: Chinesische Hersteller verlagern ihr Wachstum ins Ausland, weil der Heimatmarkt gesättigt und von Rabattschlachten geprägt ist. Europa ist dabei eines der wichtigsten Ziele. BYD hat sein Auslandsziel für 2026 auf 1,9 bis 2 Millionen Fahrzeuge angehoben, Geely hat nach neun Monaten bereits 87 Prozent seines Exportziels von 920.000 Autos erreicht. In Deutschland ist der Effekt schon sichtbar: BYD lag im August mit 5.256 Neuzulassungen deutlich vor Tesla, Leapmotor ist die am schnellsten wachsende China-Marke bei den Elektroautos.
Für deutsche Käufer bedeutet das mehr Auswahl und anhaltenden Preisdruck – zumal immer mehr Modelle als Plug-in-Hybrid oder aus europäischer Fertigung kommen und damit dem EU-Sonderzoll entgehen. BYD startet zum Jahresende die Produktion in Ungarn, Leapmotor fertigt den B10 in Spanien vor, Xpeng baut in Graz. Für die deutschen Hersteller, die im eigenen Heimatmarkt Anteile verlieren, wächst die Konkurrenz damit genau in dem Segment, in dem sie ihre Zukunft sehen.
Der September zeigt die neue Arbeitsteilung der chinesischen Autoindustrie: Zu Hause wird um Marktanteile gekämpft, verdient wird zunehmend im Ausland. Wer stark exportiert wie BYD, Geely oder Leapmotor, wächst; wer vor allem auf China setzt wie Li Auto oder Huaweis HIMA, stagniert oder verliert. Für Europa ist das kein vorübergehender Effekt, sondern eine strukturelle Verschiebung, die sich in den kommenden Monaten eher verstärken dürfte. Diese Einordnung ist keine Anlageberatung.

