Bild-Quelle: Chery
Chery Q: Daten des ersten Chery-Elektroautos für Europa
Der Chery Q ist die Europa-Version des Stadtwagens, den Chery in China seit dem Frühjahr 2026 als QQ3 verkauft. Mit 4,19 Metern Länge, 1,81 Metern Breite und 2,70 Metern Radstand ist er größer als viele Kleinwagen und liegt eher im Format eines Kompaktwagens. Den Antrieb übernimmt ein Elektromotor mit 121 PS, die Batterie fasst 41 kWh.
Die Reichweite gab Chery in Paris mit 400 Kilometern an – allerdings nach dem veralteten NEDC-Zyklus. Ein WLTP-Wert für Europa steht noch aus und dürfte niedriger liegen. In China wird die 41-kWh-Version mit bis zu 420 km nach CLTC geführt; WLTP-Werte liegen erfahrungsgemäß etwa 15 bis 25 Prozent unter CLTC. Am Schnelllader soll der Akku in unter 17 Minuten von 30 auf 80 Prozent kommen.
Praktisch denkt Chery mit: 375 Liter Kofferraum, zusätzlich 70 Liter im Frunk unter der Fronthaube, 38 Ablagen und eine V2L-Funktion, über die externe Geräte Strom aus dem Akku ziehen können. Über das Modell hatten wir bereits berichtet, als Chery den QQ 3 als elektrisches Stadtauto wiederbelebte.
Ohne Preis und Termin: Was zum Marktstart noch fehlt
Einen Preis für Frankreich oder andere EU-Länder nannte Chery nicht, ebenso wenig einen Liefertermin – der Hersteller kündigte lediglich an, Details später bekanntzugeben. China-Preise lassen sich ohnehin nicht übertragen: Ein in China gebautes Elektroauto zahlt in der EU neben dem Basiszoll von 10 Prozent einen herstellerspezifischen Ausgleichszoll, dazu kommen Homologation, Logistik und Händlermarge.
Am Stand stand der Chery Q deshalb nicht im Mittelpunkt der Bestellaktionen. Sofort bestellbar war in Frankreich ab dem 12. Oktober der Tiggo 4 HEV, ein Vollhybrid-SUV mit 224 PS Systemleistung (1,5-Liter-Turbo plus E-Motor), zu Preisen ab 23.990 Euro. Chery ist in Frankreich erst seit dem 1. September 2026 offiziell aktiv und will die Zahl der Verkaufsstellen dort bis Jahresende von 56 auf 90 erhöhen.
27 EU-Märkte und 1.143 Standorte bis 2027
Unter dem Motto „For EU. For Family.“ stellte Chery in Paris seinen Europa-Fahrplan vor. 2026 ist die Marke in 20 EU-Märkten mit 687 Verkaufs- und Servicestandorten vertreten, 2027 sollen es 27 Märkte und 1.143 Standorte werden. Die Zahl der Kundenfamilien will Chery von rund 100.000 auf 300.000 steigern; das ist ein Ziel, kein Absatzergebnis. Neben Hybriden und Plug-in-Hybriden sollen auch reine Elektroautos das Angebot ergänzen.
Für Deutschland ist der Start der Marke Chery für das erste Halbjahr 2027 angekündigt. Zum Auftakt sind vier Tiggo-SUV geplant, aber kein Elektroauto. Der Chery Q ist damit das erste konkrete BEV, das für ein späteres Europa-Angebot in Frage kommt – ob und wann er nach Deutschland kommt, ist offen. Er würde in ein Segment stoßen, in dem gerade mehrere neue Elektro-Kleinwagen aus China um Käufer werben.
| Modell | Chery Q (China: QQ3) |
| Länge / Breite / Radstand | 4,19 m / 1,81 m / 2,70 m |
| Leistung | 121 PS |
| Batterie | 41 kWh |
| Reichweite | 400 km (NEDC), WLTP-Wert ausstehend |
| Laden 30–80 % | unter 17 Minuten |
| Kofferraum / Frunk | 375 l / 70 l |
| Europa-Preis | nicht bekannt |
| Marktstart Europa/Deutschland | nicht bekannt |
Stand 14.10.2026. Herstellerangaben vom Pariser Autosalon; NEDC-Werte sind nicht mit WLTP vergleichbar.
Bild-Quelle: Chery
Mit 41 kWh und einer NEDC-Angabe von 400 km dürfte der Chery Q nach WLTP eher im Bereich typischer Stadt-Stromer landen. Entscheidend wird der Preis: Weil das Auto in China gebaut wird, fällt der EU-Ausgleichszoll an. Gegen Wettbewerber, die knapp unter 20.000 Euro starten, braucht Chery eine scharfe Kalkulation – und für Deutschland erst einmal einen Starttermin.

