Waymo Ojai im Passagierbetrieb: Robotaxi von Zeekr aus China.
Bild-Quelle: Waymo
Sechste Driver-Generation auf chinesischer Basis
Der Waymo Ojai markiert die sechste Generation des Waymo-Driver-Systems — und ist gleichzeitig das erste Mal, dass Waymo seine Skalierungspläne explizit an einer chinesischen Plattform aufgehängt hat. Die Basisstruktur wird komplett bei Zeekr im Werk Ningbo gefertigt: Chassis, Karosserie, Batterie und E-Antrieb. Anschließend werden die Rohfahrzeuge nach Mesa, Arizona verschifft, wo Waymo den eigenen Driver-Stack einbaut.
Den Namen erhielt das Modell am 7. Januar 2026 — benannt nach der kalifornischen Stadt Ojai. Die Zusammenarbeit selbst geht auf eine Vereinbarung aus dem Dezember 2021 zurück: Waymo und Zeekr hatten damals vereinbart, gemeinsam ein Purpose-built-Robotaxi zu entwickeln. Federführend für das Engineering war Zeekr Technology Europe mit Sitz in Göteborg — derselben Stadt, in der Geely auch Volvo betreibt.
Im Markt ist der Ojai seit dem 28. Mai 2026 — zunächst in San Francisco, Los Angeles und Phoenix. San Diego, Las Vegas und Denver sollen noch im Sommer 2026 folgen.
| Hersteller Plattform | Zeekr (Geely-Konzern), Werk Ningbo, China |
| Driver-Generation | Waymo Driver, 6. Generation |
| Finalmontage | Waymo-Werk Mesa, Arizona |
| Sensoreneinsparung ggü. Vorgänger | −42 % |
| Kostenersparnis pro Einheit | ≈ 75.000 US-Dollar ggü. Jaguar I-PACE |
| Namensgebung | 7. Januar 2026, nach Ojai (Kalifornien) |
| Produktion seit | Dezember 2024 |
| Passagierbetrieb seit | 28. Mai 2026 |
| Erste Märkte | San Francisco, Los Angeles, Phoenix |
| Nächste Märkte (Sommer 2026) | San Diego, Las Vegas, Denver |
| Engineering-Basis | Zeekr Technology Europe, Göteborg |
| Vorgängermodell | Jaguar I-PACE (1. Gen-Flotte) |
| Marktstart Europa | nicht angekündigt |
* Angaben gemäß Waymo-Blog vom 28. Mai 2026 sowie Pressemitteilungen von Geely Zeekr und ergänzender Branchenberichterstattung.
Warum das für deutsche Mobility-Strategien relevant ist
Für deutsche Robotaxi-Pläne — von Moia über die Mercedes-Benz-Vorstöße bis hin zu Volkswagens autonomen Konzepten — ist der Ojai ein doppeltes Signal: Erstens, dass selbst westliche Marktführer wie Waymo ohne chinesische E-Plattformen nicht wirtschaftlich skalieren können. Zweitens, dass die Kostenführerschaft im Robotaxi-Segment faktisch nicht mehr in Europa oder den USA entstehen kann — sondern dort, wo Plattform- und Batterie-Kompetenz konzentriert sind.
Volkswagen hat dies bereits indirekt anerkannt: Die Verhandlungen mit Xpeng über ein gemeinsames europäisches Werk laufen, und auch die Stellantis-Leapmotor-Partnerschaft folgt einem ähnlichen Muster. Waymo geht noch einen Schritt weiter — die kalifornische Tech-Firma verzichtet komplett auf eigene Plattformentwicklung und kauft die Hardware vom chinesischen Marktführer.
Für deutsche Käufer und Branchenbeobachter heißt das: Wer auf eine europäische Robotaxi-Lösung wartet, die ohne chinesische Komponenten auskommt, dürfte enttäuscht werden. Die kommenden Mobility-Generationen werden technisch und wirtschaftlich ohne chinesische Plattform-Substanz kaum noch möglich sein.
Für Geely ist der Waymo-Deal ein strategischer Lückenschluss: Der Konzern hat damit erstmals einen großen westlichen Mobility-Anbieter als Plattform-Kunden gewonnen — neben dem eigenen Volvo-Geschäft, der Polestar-Marke und Zeekr selbst. Im Robotaxi-Segment positioniert sich Geely damit auf Augenhöhe mit Hyundai/Ionie 5 für Motional und Toyota für May Mobility.
Für Zeekr bedeutet der Ojai zudem einen Imagegewinn im Premium-Bereich: Eine Plattform, die Waymo gut genug ist, wird auch in Europa und in Asien als Premium-Referenz wahrgenommen — eine wichtige Voraussetzung für den weiteren Markenausbau, z. B. mit der Zeekr-009-Grand-Variante in Europa.
Häufige Fragen
FAQ: Waymo Ojai Robotaxi