Xpeng will bis 2028 über 4.000 Schnellladepunkte in Europa bauen.
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Xpeng baut eigenes Schnellladenetz in Europa – mit deutschem Partner
Xpeng wird in Europa nicht nur Autos verkaufen, sondern auch die passende Ladeinfrastruktur betreiben. Der chinesische Hersteller kündigte an, bis 2028 über 4.000 eigene Schnellladepunkte in Europa aufzubauen; die ersten Stationen sollen noch 2026 in Betrieb gehen. Für die DACH-Region – Deutschland, Österreich und die Schweiz – hat sich Xpeng das hessische Start-up Elmi Power als strategischen Partner an die Seite geholt.
Elmi Power soll den Markteintritt mit regionaler Expertise beschleunigen, vor allem bei Standortsicherung und Genehmigungen. Denn nicht die Zahl der geplanten Ladepunkte ist der eigentliche Engpass, sondern die Frage, wo sie überhaupt entstehen können: In Deutschland wird der Netzanschluss beim Aufbau von Schnellladeinfrastruktur immer wieder zum Flaschenhals. Genau hier setzt der gemeinsame Ansatz an – mit batteriegepufferten Ladeparks, die hohe Ladeleistung auch an Standorten mit schwacher Netzanbindung ermöglichen.
Die Technik stammt von Xpeng selbst: Stationen mit bis zu 1.000 kW Leistung, integrierten Batteriespeichern und der Fähigkeit, Strom ins Netz zurückzuspeisen. Der Puffer senkt den nötigen Netzanschluss auf rund 100 kW und damit die Baukosten; eine Station kann bis zu 15 Fahrzeuge gleichzeitig laden. Erfahrung bringt Xpeng aus dem Heimatmarkt mit, wo der Konzern bereits über 3.500 eigene Ladestationen in mehr als 430 Städten betreibt. Angestoßen wurde die Kooperation durch einen Besuch von Elmi-CEO James Xin Xu am Xpeng-Hauptsitz in Guangzhou Ende August.
| Vorhaben | eigenes Xpeng-Schnellladenetz in Europa |
|---|---|
| Umfang | über 4.000 Ladepunkte bis 2028 |
| Erste Stationen | noch 2026 |
| DACH-Partner | Elmi Power (Start-up aus Hessen) |
| Rolle Elmi | Standortsicherung und Genehmigungen (D/A/CH) |
| Technik | bis 1.000 kW, Batteriepuffer, bis 15 Fahrzeuge gleichzeitig |
| Vorteil Puffer | hohe Leistung trotz schwachem Netz (~100 kW Anschluss nötig) |
| DACH-Anteil / Standorte | noch nicht beziffert |
| Xpeng in China | 3.500+ eigene Ladestationen in 430+ Städten |
Wie viele der bis 2028 geplanten Ladepunkte auf die DACH-Region entfallen und wo die ersten Anlagen entstehen, haben die beiden Unternehmen bislang nicht beziffert.
Was das für deutsche E-Auto-Fahrer bedeutet
Für Autofahrer in Deutschland, Österreich und der Schweiz kommt mittelfristig ein weiterer Schnelllade-Anbieter hinzu – und zwar einer mit sehr hoher Leistung. Zum Vergleich: Die meisten öffentlichen Schnelllader in Europa liefern 150 bis 350 kW, nur wenige neue Anlagen (etwa von Ionity) erreichen 600 kW. Xpengs 1.000-kW-Stationen lägen deutlich darüber. Ob und zu welchen Konditionen auch Fremdfabrikate dort laden dürfen, ist noch offen – der Batteriepuffer-Ansatz macht die Standorte aber flexibel und potenziell schneller genehmigungsfähig.
Bemerkenswert ist das Muster: Wie BYD, das bis Ende 2026 europaweit 3.000 Stationen plant, verzahnt auch Xpeng Auto- und Ladegeschäft. Die chinesischen Hersteller kommen nicht nur mit Fahrzeugen nach Europa, sondern mit einem ganzen Ökosystem – und lösen dabei mit dem Batteriepuffer ein Problem, an dem der deutsche Ladeausbau seit Jahren hängt: den Netzanschluss. Für Deutschland als zentralen Markt, in dem Xpeng in München ein Entwicklungszentrum betreibt, ist das eine gute Nachricht für die Ladeabdeckung – und ein weiteres Zeichen, wie ernst es die China-Marken mit Europa meinen.
Dass ein chinesischer Autobauer in Deutschland Ladeparks baut – noch dazu mit einem lokalen Partner und Technik gegen den Netz-Engpass –, ist ein Signal: Die China-Hersteller besetzen nicht nur den Fahrzeug-, sondern auch den Infrastrukturmarkt. Für Kunden zählt am Ende, ob die Stationen offen, verlässlich und fair bepreist sind. Die Zahl 4.000 ist dabei weniger entscheidend als die Frage, wie schnell die ersten Anlagen tatsächlich ans Netz gehen.

