Bild-Quelle: Leapmotor
Gemeinsame Plattform, gebaut in Italien
Stellantis-Technikchef Ned Curic nannte am Pressetag des Pariser Autosalons (12. Oktober) Details zum Projekt, das intern als „E-Car“ läuft. Die Plattform entsteht im Mirafiori-Komplex in Turin, wo Ingenieure beider Unternehmen zusammenarbeiten: „We have joint locations in Mirafiori, where our engineers and their engineers sit“, sagte Curic. Produziert werden sollen mindestens zwei Elektroautos ab 2028 im Werk Pomigliano bei Neapel, wo heute unter anderem der Fiat Panda läuft.
Laut Curic profitieren beide Seiten: Stellantis zeige Leapmotor, wie man eine Stadtauto-Plattform für Europa baut, und lerne im Gegenzug „from them how to go and build fast“ – also Fahrzeuge in rund zwei Jahren zu entwickeln. Am selben Tag hatte Citroën in Paris die Studie eines neuen 2CV gezeigt; welche Marken die E-Car-Modelle konkret tragen, hat Stellantis noch nicht offiziell festgelegt.
Rund 15.000 Euro: Preisziel seit Mai bekannt
Angekündigt hatte Stellantis das Kleinwagen-Projekt bereits am 19. Mai 2026. Das Preisziel von etwa 15.000 Euro ist eine Zielmarke, kein Listenpreis. Stellantis-Chef Antonio Filosa bezeichnete damals das Fehlen von Autos unter 15.000 Euro als eine der Hauptursachen für die Probleme der europäischen Autoindustrie. Batteriegröße, Reichweite und Ladeleistung sind noch nicht bekannt.
Neu ist mit den Aussagen aus Paris, dass die chinesische Partnermarke nicht nur Zulieferer einzelner Komponenten ist, sondern die Plattform mitentwickelt. Stellantis hält rund 20 Prozent an Leapmotor, das Gemeinschaftsunternehmen Leapmotor International gehört zu 51 Prozent Stellantis und zu 49 Prozent Leapmotor.
Europa-Fertigung statt Import aus China
Das E-Car ist bereits das dritte Projekt, mit dem Stellantis Leapmotor-Technik in europäische Werke holt. In Saragossa ist gerade die Produktion des Leapmotor B10 angelaufen, dort soll ab 2028 auch ein Opel-SUV auf Leapmotor-Basis entstehen. Berichten zufolge könnte in Pomigliano später auch der Kleinwagen T03 gebaut werden – bestätigt ist das nicht.
Für Käufer hat die Fertigung in der EU einen handfesten Vorteil: Auf in Europa gebaute Autos fallen keine EU-Ausgleichszölle für chinesische Elektroautos an. Zudem sieht das im Dezember vorgestellte EU-Automobilpaket Superkredite für in Europa gebaute E-Autos bis 4,2 Meter Länge vor – ein Anreiz genau für dieses Segment.
| Projekt | „E-Car“ von Stellantis |
| Partner | Leapmotor (Plattform-Entwicklung) |
| Preisziel | rund 15.000 Euro |
| Entwicklung | Mirafiori, Turin |
| Produktion | Pomigliano, Italien |
| Start | 2028 |
| Modelle | mindestens zwei |
| Marken | nicht offiziell festgelegt |
| Batterie / Reichweite | nicht bekannt |
Stand 14.10.2026. Preisziel laut Stellantis, kein offizieller Listenpreis.
Bild-Quelle: Leapmotor
Für Leapmotor ist das Projekt ein Ritterschlag: Die Chinesen liefern nicht mehr nur Autos nach Europa, sondern Plattform-Know-how für Stellantis-Marken. Für Käufer bleibt 2028 aber weit weg. Bis dahin konkurrieren günstige Stromer wie Renault Twingo, VW ID.1 oder chinesische Importe um das Segment unter 20.000 Euro.

