Im spanischen Stellantis-Werk Figueruelas wird ab 2028 ein neuer Opel Elektro-SUV auf Leapmotor-Basis gebaut
Bild-Quelle: Leapmotor
Rüsselsheim gestaltet, Hangzhou liefert den Antrieb
Die Arbeitsteilung ist klar: Leapmotor liefert Batterie, Elektromotoren und die elektrische Gesamtarchitektur, die auf der aktuellen LEAP-3.5-Plattform basiert – derselben Technik, die auch im Leapmotor C10 und im Leapmotor B10 steckt. Opel verantwortet Fahrwerk, Lenkung, Sitze, Lichttechnik, Design und Bedienkonzept. Das neue Fahrzeug soll die bestehende SUV-Palette des Herstellers – Mokka, Frontera, Grandland – nach oben hin ergänzen und direkt im C-Segment der europäischen Elektroautokonkurrenz antreten.
Den Leapmotor B10 – die wahrscheinlichste technische Basis – gibt es in Deutschland bereits zu kaufen. Er ist 4.520 Millimeter lang, leistet 160 kW aus dem Hinterradantrieb, verfügt über Akkus mit 56 oder 67 kWh Kapazität und kostet ab 29.900 Euro. Mit ähnlichen Eckdaten, aber Opel-spezifischem Auftritt und europakonformem Handling-Setup, wird das künftige Schwestermodell an den Start gehen.
Figueruelas als Drehscheibe: Leapmotor und Opel im selben Werk
Ein zweiter Produktionsstandort kommt hinzu: Leapmotor prüft, das Stellantis-Werk Villaverde bei Madrid zu übernehmen und dort ab dem ersten Halbjahr 2028 ein weiteres Leapmotor-Modell zu fertigen – für Europa sowie für den Nahen Osten und Afrika. Das auslaufende Citroën-C4-Programm macht Kapazitäten frei.
Die Produktion in Spanien hat einen entscheidenden strategischen Vorteil: Fahrzeuge, die innerhalb der EU hergestellt werden, unterliegen nicht den Ausgleichszöllen auf chinesische Elektroauto-Importe. Leapmotor und Stellantis schaffen damit eine Kostenbasis, die Importeure ohne eigene Europafertigung nicht erreichen können.
Hintergrund: Wie die Stellantis-Leapmotor-Partnerschaft entstanden ist
Das erste konkrete Ergebnis dieser Partnerschaft in Deutschland ist der Leapmotor B10, der über Stellantis-nahe Händler angeboten wird. Die jetzt bekanntgewordene Ausweitung auf einen echten Opel-Markeneintrag auf Leapmotor-Basis geht einen Schritt weiter: Es geht nicht mehr nur um den Vertrieb eines chinesischen Fahrzeugs, sondern um den Transfer von Kerntechnologie in eine europäische Marke. In diesem Punkt ist Opel damit Vorreiter innerhalb des Stellantis-Konzerns – wobei die Partnerschaft ausdrücklich so ausgelegt ist, dass die Prüfung einer ähnlichen Nutzung für Fiat, Peugeot und Citroën mittelfristig ebenfalls auf dem Tisch liegt.
| Fahrzeugsegment | C-Segment SUV (oberhalb Mokka, neben Grandland) |
| Entwicklungsstandort | Rüsselsheim (Opel) + Hangzhou (Leapmotor) |
| Entwicklungszeit (Ziel) | unter 2 Jahre (Huettl, Opel-CEO) |
| Geplanter Produktionsstart | 2028 |
| Produktionsstandort | Figueruelas, Spanien (Stellantis-Werk) |
| Technische Basis | Leapmotor-Elektroplattform (LEAP 3.5) |
| Batterie + Antrieb (Lieferant) | Leapmotor |
| Design, Fahrwerk, Sicherheitstechnik | Opel (Rüsselsheim) |
| Stellantis-Anteil an Leapmotor | 21 % |
| Leapmotor B10 Referenzpreis Deutschland | ab 29.900 Euro (aktuell erhältlich) |
| Opel-SUV Preis | noch nicht bekannt |
Quelle: Stellantis Investor Day 2026, Opel-Pressemitteilungen (media.stellantis.com). Angaben zur Leapmotor B10-Plattform (LEAP 3.5) aus offiziellen Leapmotor-Herstellerunterlagen.
Das Stellantis-Werk Figueruelas gehört zu den größten Automobilfabriken Europas und verfügt über die nötige Infrastruktur, um zusätzliche Baureihen aufzunehmen. Entscheidend ist aber auch der tarifliche Aspekt: Fahrzeuge, die innerhalb der EU produziert werden, unterliegen nicht den EU-Zusatzzöllen auf chinesische Elektroauto-Importe. Eine Produktion in Spanien ist für Stellantis und Leapmotor damit wirtschaftlich deutlich attraktiver als ein Import aus China.
Häufige Fragen
FAQ: Opel-SUV auf Leapmotor-Basis