Leapmotor hat den Europa-Start des Flaggschiff-SUV D19 angekündigt.
Bild-Quelle: Leapmotor
Leapmotor D19: Luxus-Flaggschiff kommt nach Europa – für rund 70.000 Euro
Leapmotor hebt in Europa den Anspruch: Der chinesische Hersteller hat den Start seines Flaggschiff-SUV D19 in Europa angekündigt. Ein Leapmotor-Vertreter bestätigte, dass Europa auf der Liste steht; die offizielle Vorstellung soll im Herbst auf dem Pariser Autosalon erfolgen. Damit bekommt der bislang für günstige Modelle bekannte Stellantis-Partner ein echtes Oberklasse-Modell.
Der D19 ist ein Brocken: 5,20 Meter lang, drei Sitzreihen (sechs oder sieben Plätze), Radstand über drei Meter – rund 70 Millimeter länger als ein BMW X7. Angeboten wird er als reines Elektroauto und als Range-Extender (EREV). Die Elektro-Topversion leistet bis zu 540 kW (734 PS), fährt mit 1.000-Volt-Technik und schafft dank 115-kWh-Batterie bis zu 720 Kilometer (CLTC); in 15 Minuten lädt sie Strom für rund 350 Kilometer nach. Die EREV-Version kombiniert einen Benzin-Generator (ZF-Technik) mit einer 80-kWh-Batterie und 800-Volt-System – allein elektrisch sind rund 500 Kilometer möglich, kombiniert über 1.000. Kuriose Besonderheit: ein serienmäßiger Sauerstoffgenerator im Innenraum.
Das eigentliche Thema ist der Preis. In China ist der D19 ein Preisbrecher – die Elektroversion startet umgerechnet bei rund 29.750 Euro, die EREV-Varianten bei etwa 28.900 beziehungsweise 33.150 Euro. Für Europa lässt sich daraus aber nichts ableiten: In einem ersten Statement nannte der Leapmotor-Vertreter einen Preisbereich um rund 70.000 Euro – noch ohne konkrete Motorisierung oder Ausstattung. Auch die europäischen Spezifikationen stehen noch nicht fest.
| Modell | Leapmotor D19 (Luxus-Flaggschiff-SUV, 6/7 Sitze) |
|---|---|
| Europa-Vorstellung | Pariser Autosalon, Herbst 2026 |
| Erwarteter Europa-Preis | um rund 70.000 € (erstes, grobes Statement) |
| Antrieb | reines Elektro (BEV) oder Range-Extender (EREV) |
| BEV | bis 540 kW (734 PS), 115 kWh, bis 720 km (CLTC), 1.000 V |
| EREV | Benzin-Generator + 80 kWh, ~500 km elektrisch, kombiniert >1.000 km |
| Maße | 5,20 m lang (ca. 70 mm länger als BMW X7), Radstand >3 m |
| Vertrieb Europa | über Stellantis (Opel, Peugeot, Fiat) |
| China-Preis (Vergleich) | ab ~29.750 € (BEV) |
Der Europa-Preis ist eine erste, grobe Angabe des Herstellers ohne konkrete Motorisierung oder Ausstattung. Die europäischen Spezifikationen und ein genaues Startdatum stehen noch nicht fest.
Was das für den deutschen Markt bedeutet
Für Deutschland ist das ein bemerkenswerter Strategiewechsel. Leapmotor hat sich hierzulande als Preisbrecher etabliert: Der Kleinstwagen T03 ist ab 18.900 Euro eines der günstigsten E-Autos des Landes, das SUV C10 startet bei 36.400 Euro. Mit einem 70.000-Euro-Luxus-SUV würde die Marke in eine völlig andere Liga wechseln – und müsste beweisen, dass Käufer bereit sind, für einen bislang als günstig bekannten Namen Oberklasse-Preise zu zahlen. Das ist die eigentliche Wette hinter dem D19.
Zwei Dinge sprechen für Leapmotor: Erstens der Vertrieb über Stellantis (Opel, Peugeot, Fiat), der ein fertiges Händler- und Servicenetz mitbringt – ein Vorteil, an dem andere China-Marken im Premiumsegment scheitern. Zweitens die EREV-Variante: Als Range-Extender umgeht sie den EU-Sonderzoll auf reine Elektroautos, was den Preis stützt. Ob der D19 zu rund 70.000 Euro gegen etablierte Sieben-Sitzer wie Mercedes EQS SUV, BMW iX oder Volvo EX90 besteht, entscheidet sich an Ausstattung, Restwert und dem Mut deutscher Käufer, einer jungen Marke im Luxussegment zu vertrauen.
Der D19 ist Leapmotors Sprung vom Volumen- ins Prestigegeschäft – riskant, aber konsequent. Technisch (734 PS, 720 km, weltgrößte EREV-Batterie, Sauerstoffgenerator) spielt er in der Oberklasse mit; preislich läge er mit rund 70.000 Euro deutlich über allem, was Leapmotor in Europa bisher anbietet. Die spannende Frage ist nicht, ob der D19 es technisch kann, sondern ob die Marke den Imagesprung schafft. Antworten dürfte der Pariser Autosalon liefern.

