Der chinesische Anbieter WeRide erhält mit Uber die erste landesweite L4-Robotaxi-Lizenz Spaniens.
Bild-Quelle: WeRide
WeRide bringt chinesische Robotaxis nach Europa – erste L4-Lizenz in Spanien
Chinesische Technik für autonomes Fahren fasst in Europa Fuß: Die spanische Verkehrsbehörde DGT hat dem chinesischen Robotaxi-Anbieter WeRide gemeinsam mit Uber und dem Flottenbetreiber AVOMO die erste landesweite Lizenz Spaniens für autonome Personenfahrzeuge der Stufe L4 erteilt. Die am 10. September ausgestellte Genehmigung erlaubt zunächst Tests im Großraum Madrid; ein kommerzieller Robotaxi-Dienst soll bis Ende 2026 starten – buchbar direkt über die Uber-App.
In der ersten Phase kommen 20 autonome Fahrzeuge des Modells WeRide GXR zum Einsatz, zunächst mit Sicherheitsfahrer an Bord, für Kartierung, Routenvalidierung und Betriebstests. Anschließend wollen die Partner das Gebiet ausweiten – langfristig bis zum vollständig fahrerlosen Betrieb in den zentralen Bezirken Madrids. Madrid ist die erste europäische Stadt, in der WeRide und Uber einen kommerziellen Robotaxi-Dienst starten; Zürich soll als zweite folgen, ebenfalls 2026.
WeRide verfolgt ein „Asset-light“-Modell: Das Unternehmen liefert die Autonomie-Technik, Uber die Buchungsplattform und AVOMO (Teil der Moove-Gruppe) den Flottenbetrieb. WeRide besitzt inzwischen Zulassungen für autonomes Fahren in neun Ländern – neben China auch in Spanien, der Schweiz, Belgien, Frankreich, Singapur, den USA, Saudi-Arabien und den Emiraten – und ist in über 60 Städten aktiv. Gemeinsam mit Uber sind bis 2030 15 Städte weltweit geplant.
| Ereignis | erste landesweite L4-Robotaxi-Lizenz Spaniens |
|---|---|
| Partner | WeRide (China), Uber, AVOMO (Moove-Gruppe) |
| Behörde | DGT (spanisches Verkehrsministerium), ES-AV-Rahmen; erteilt 10.9.2026 |
| Ort | Großraum Madrid |
| Testbetrieb | 20 Fahrzeuge WeRide GXR (zunächst mit Sicherheitsfahrer) |
| Kommerzieller Start | bis Ende 2026, buchbar über Uber-App |
| Zweite Europa-Stadt | Zürich (2026 geplant) |
| WeRide-Lizenzen | 9 Länder (u. a. Spanien, Schweiz, Belgien, Frankreich) |
Der kommerzielle Start hängt von weiteren regulatorischen und betrieblichen Freigaben ab. Deutschland gehört bislang nicht zu den Startmärkten.
Was das für Deutschland bedeutet
Für Deutschland ist die Meldung ein Signal, auch wenn hier vorerst keine WeRide-Robotaxis fahren. Sie zeigt, dass chinesische Autonomie-Technik nicht nur in China und den USA vorankommt, sondern gezielt nach Europa drängt – Stadt für Stadt, zunächst Madrid und Zürich. Damit wird real, was Chinas neuer Fünfjahresplan als Ziel ausgibt: beim autonomen Fahren in die Weltspitze und in die internationalen Märkte. Deutschland fehlt auf der Startliste – auch, weil die Zulassung autonomer Fahrzeuge hier besonders streng geregelt ist.
Für deutsche Nutzer heißt das: Robotaxis chinesischer Anbieter könnten schneller in europäischen Nachbarländern verfügbar sein als hierzulande. Und es verschiebt die Wahrnehmung – chinesische Unternehmen treten in Europa nicht nur als Autobauer auf, sondern zunehmend als Anbieter kompletter Mobilitätsdienste. Ob und wann WeRide oder Konkurrenten wie Baidu, Pony.ai oder Momenta auch nach Deutschland kommen, hängt weniger an der Technik als an Zulassung, Haftung und politischem Willen – eine Debatte, die durch den Madrid-Start neuen Schub bekommt.
Dass ausgerechnet ein chinesischer Anbieter die erste L4-Robotaxi-Lizenz Spaniens erhält, ist ein Meilenstein – und ein Muster: China exportiert nicht mehr nur Autos, sondern auch die Software und die Dienste rundherum. Für Europa stellt sich damit dieselbe Frage wie beim vernetzten Auto: Wie viel Autonomie-Technik aus China will und darf man zulassen? Der kommerzielle Erfolg in Madrid dürfte diese Debatte 2027 auch in Deutschland befeuern.

