Avatr hat auf dem Pariser Autosalon das Concept T09 gezeigt, den Vorboten seiner neuen Flaggschiff-Baureihe. Das rund 5,3 Meter lange SUV mit sechs Sitzen ist ein Plug-in-Hybrid mit drei E-Motoren und über 1.000 PS Systemleistung und vereint Technik von Changan, Huawei und CATL. In China soll das Serienmodell noch Ende 2026 starten, ein Termin für Deutschland steht nicht fest.

Avatr Concept T09 Frontansicht mit Kühlergrill aus 362 Logos
Das Avatr Concept T09 von vorn: Der Kühlergrill besteht aus 362 einzelnen Avatr-Logos.
Bild-Quelle: Avatr

Avatr Concept T09: das erste Modell der Flagship-Serie

Avatr, die Premiummarke von Changan mit CATL als Anteilseigner und Huawei als Technikpartner, teilt sein Programm künftig in zwei Linien: die bisherige „Digital“-Serie mit Modellen wie dem Avatr 12 und die neue „Flagship“-Serie, die mit dem T09 beginnt. Die Studie wurde am 11. Oktober vorgestellt und steht seit dem 12. Oktober in Paris neben den Europa-Modellen 06T und 07L.

Trotz des Zusatzes „Concept“ liegt der T09 nah am Serienmodell, das Avatr bereits bei der chinesischen Typzulassung angemeldet hat. Auffällig sind der Kühlergrill aus 362 einzelnen Avatr-Logos in unterschiedlicher Höhe, Scheinwerfer in Kristalloptik und eine Motorhaube aus einem Stück mit rund 2,1 Quadratmetern Fläche. Chefdesigner Nader Faghihzadeh beschreibt das Ziel so: Das Concept T09 übersetze die Markenphilosophie „in eine ruhige, selbstbewusste und respektvolle Ausstrahlung“.

Antrieb: 2,0-Liter-Turbo plus drei E-Motoren

Für die Topversion kombiniert Avatr einen 2,0-Liter-Turbobenziner mit 155 kW mit einem E-Motor vorn (180 kW) und zwei E-Motoren hinten (je 225 kW). Die Systemleistung gibt der Hersteller mit über 1.000 PS an. Die Batterie stammt von CATL, hat 71,24 kWh und gehört zur Freevoy-Reihe für Hybrid- und Range-Extender-Fahrzeuge.

Rein elektrisch nennt Avatr mehr als 400 Kilometer nach dem chinesischen CLTC-Zyklus. Nach WLTP dürfte der Wert etwa 15 bis 25 Prozent niedriger liegen. In den Zulassungsunterlagen waren 300 bis 330 Kilometer elektrische Reichweite eingetragen, das endgültige Datenblatt steht also noch aus. Daneben ist eine schwächere Version mit 1,5-Liter-Turbo und zwei E-Motoren angemeldet.

ModellAvatr T09 (Concept / China-Serienmodell)
KarosserieSUV, drei Sitzreihen, 6 Sitze
Länge / Breite5.285 mm / 2.025 mm
Radstand3.150 mm
Antrieb (Top)Plug-in-Hybrid: 2,0 l Turbo (155 kW) + 3 E-Motoren (180 + 2 x 225 kW)
Systemleistungüber 1.000 PS
Batterie71,24 kWh, CATL Freevoy
E-Reichweiteüber 400 km (CLTC, Herstellerangabe)
Leergewicht (Top)3.035 kg
Höchstgeschwindigkeit220 km/h
Preis Chinanoch nicht bekannt
Marktstart Deutschlandnicht angekündigt

Stand 12.10.2026. Abmessungen, Gewicht und Motorleistungen aus der chinesischen Typzulassung; Europa-Daten hat Avatr noch nicht veröffentlicht.

Avatr Concept T09 Luxus-SUV mit sechs Sitzen
Rund 5,3 Meter lang, sechs Sitze, über 1.000 PS: Das Concept T09 liegt nah am China-Serienmodell.
Bild-Quelle: Avatr

Cockpit und Fahrassistenz von Huawei

Innen setzt Avatr auf drei Bildschirme: ein 10,25-Zoll-Kombiinstrument sowie je ein 17,2-Zoll-Display für die Mittelkonsole und den Beifahrer. Dazu kommt ein ausfahrbares Lichtelement namens „Vortex“ mit 118 RGB-LEDs, das auf Sprache und Bedienung reagiert. Für das assistierte Fahren ist Huaweis Qiankun-System an Bord. Berichten zufolge nutzt das Serienmodell die Version ADS 5 mit vier Lidar-Sensoren.

Avatr-Manager Yong Jun bezeichnete den großen Sechssitzer als die erste wirklich umfassende Zusammenarbeit mit Huawei. Ähnlich eng mit Huawei verbunden ist der Maextro S800, der ebenfalls in die Luxusklasse zielt.

Kommt der Avatr T09 nach Deutschland?

Offiziell ist das offen. Mit Paris hat Avatr seinen Europaauftritt begonnen, zum Start setzt die Marke aber auf die kleineren Modelle 06T und 07L. Für Griechenland gibt es bereits einen Importpartner, Berichten zufolge folgen Norwegen und Spanien in der ersten Jahreshälfte 2027. Für Deutschland hat Avatr weder Termin noch Händlernetz genannt, und für die internationale Version des T09 ist laut Berichten frühestens später im Jahr 2027 zu rechnen.

Beim Zoll hätte der T09 einen Vorteil: Als Plug-in-Hybrid fällt er nicht unter die EU-Zusatzzölle für chinesische Elektroautos, fällig wären nur die üblichen 10 Prozent. Wie sich die Gespräche zwischen EU und China über Hybrid-Exporte darauf auswirken, ist noch nicht abzusehen. In Paris zeigte auch Xpeng ein großes SUV, den G9L, der allerdings rein elektrisch fährt und bereits Preise für Deutschland hat.

Der Haken

Über 1.000 PS und mehr als 400 Kilometer CLTC-Reichweite klingen spektakulär, aber das Serienmodell wiegt rund drei Tonnen, und die Herstellerangaben sind noch nicht in Einklang mit den Zulassungsdaten. Vor allem gibt es für Deutschland weder Preis noch Termin. Der T09 ist vorerst ein Ausblick darauf, wo Avatr hinwill, keine Kaufoption.

Was ist der Avatr T09?
Der Avatr T09 ist ein großes SUV mit sechs Sitzen und das erste Modell der neuen Flagship-Serie von Avatr. Das Concept T09 wurde am 11. Oktober 2026 vorgestellt und auf dem Pariser Autosalon gezeigt.
Wie viel PS hat der Avatr T09?
Die Topversion kombiniert einen 2,0-Liter-Turbobenziner mit drei E-Motoren und kommt laut Avatr auf über 1.000 PS Systemleistung.
Ist der Avatr T09 ein Elektroauto?
Nein, der T09 ist ein Plug-in-Hybrid. Er hat eine 71,24-kWh-Batterie von CATL und soll laut Hersteller über 400 Kilometer nach CLTC elektrisch fahren. Nach WLTP liegt der Wert typischerweise 15 bis 25 Prozent niedriger.
Wann kommt der Avatr T09 nach Deutschland?
Das ist nicht angekündigt. In China soll das Serienmodell Ende 2026 starten. In Europa beginnt Avatr mit den Modellen 06T und 07L, die internationale Version des T09 wird laut Berichten frühestens später im Jahr 2027 erwartet.
Was kostet der Avatr T09?
Einen Preis gibt es noch nicht. Avatr positioniert den T09 in China im Luxus-SUV-Segment um 500.000 Yuan. Das ist kein Preis für Deutschland, sondern nur eine grobe Orientierung.

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Philipp Wiedmaier
Über den AutorPhilipp WiedmaierGründer & Chefredakteur

Philipp Wiedmaier hat chinaelektro.de 2025 gegründet und verantwortet die Redaktion. Er wertet MIIT-Zulassungsdaten und Herstellerangaben aus und ordnet ein, welche der über 500 erfassten Modelle tatsächlich nach Deutschland kommen – mit Blick auf Preis, Zölle und Marktstart.

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