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Denza Z9 GT auf einen Blick
Denza ist die Premiummarke des BYD-Konzerns. Der Z9 GT ist ihr Gran Turismo mit Shooting-Brake-Heck, entworfen unter der Leitung des früheren Audi- und Lamborghini-Designers Wolfgang Egger. In China ist er seit Herbst 2024 auf dem Markt, in Europa startete der Verkauf im Frühjahr 2026, zuerst in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien. Bis Ende 2026 will Denza in mindestens 30 Ländern vertreten sein.
Der Z9 GT tritt gegen Porsche Panamera und Taycan, Mercedes-AMG GT 4-Türer und Audi RS e-tron GT an. Er kostet deutlich weniger, bietet aber mehr Leistung und eine Ladetechnik, die es in Europa sonst nicht gibt. Gebaut wird er in China. Alle Modelle der Marke stehen auf unserer Denza-Übersicht.
| Fahrzeugklasse | Oberklasse, Shooting Brake, Elektroauto oder Plug-in-Hybrid |
| Preis Deutschland | ab 115.000 Euro (Elektro) / ab 101.000 Euro (Plug-in-Hybrid) |
| Batterie | 122,49 kWh LFP Blade 2.0 (Elektro) / 63,82 kWh (Plug-in-Hybrid) |
| Reichweite WLTP | bis ca. 600 km (Elektro) / ca. 200 km elektrisch (Plug-in-Hybrid) |
| Leistung | 850 kW (1.156 PS), drei Motoren · 570 kW (776 PS) Systemleistung |
| Drehmoment | 1.210 Nm · 1.035 Nm |
| 0–100 km/h | 2,7 s (Elektro) / 3,6 s (Plug-in-Hybrid) |
| Höchstgeschwindigkeit | 270 km/h / 260 km/h |
| Verbrauch WLTP | 23,6 bis 25,7 kWh/100 km (Elektro) |
| Laden DC | bis 1.500 kW (Flash Charging), 10–70 % in ca. 5 Minuten; Plug-in-Hybrid 82 kW |
| Länge / Breite / Höhe | 5.195 / 1.990 / 1.480 mm |
| Radstand | 3.125 mm |
| Leergewicht | ca. 2,8 bis 2,9 t |
| Kofferraum | 495 bis 1.680 Liter plus 53 Liter Frunk (Elektro); 478 bis 1.663 Liter (Plug-in-Hybrid) |
| Anhängelast | 2.000 kg |
| Produktion | China |
Herstellerangaben für Europa, Stand Oktober 2026. Die Ladezeiten gelten nur an Flash-Charging-Säulen von BYD.
Preise und Versionen in Deutschland
Der Z9 GT kommt in zwei Antriebsvarianten. Das Elektroauto mit drei Motoren kostet ab 115.000 Euro, der Plug-in-Hybrid mit 2,0-Liter-Turbobenziner und zwei Elektromotoren ab 101.000 Euro. Damit liegt selbst das Elektroauto unter dem Einstiegspreis eines Porsche Panamera von gut 116.000 Euro – bei mehr als doppelter Leistung. Vollausgestattete Fahrzeuge mit Extras wie 21-Zoll-Rädern und digitalen Außenspiegeln werden auch zu höheren Preisen angeboten.
Der Preisunterschied zwischen den Antrieben hat auch mit den Zöllen zu tun: Für in China gebaute Elektroautos von BYD fällt beim Import in die EU neben 10 Prozent Zoll ein Ausgleichszoll von 17 Prozent an, Plug-in-Hybride zahlen nur die 10 Prozent. In China kostet der Z9 GT als Elektroauto ab 269.800 Yuan, umgerechnet gut 32.000 Euro. China-Preise sind wegen anderer Ausstattung, Steuern und Zölle aber nicht mit Europa vergleichbar.
| Z9 GT Elektro (122,49 kWh, 850 kW) | ab 115.000 Euro, ca. 600 km WLTP |
| Z9 GT Plug-in-Hybrid (63,82 kWh, 570 kW) | ab 101.000 Euro, ca. 200 km elektrisch |
| Z9 GT Elektro mit Heckantrieb | angekündigt, über 800 km Reichweite, Preis offen |
Unverbindliche Preisempfehlungen für Deutschland, Stand Oktober 2026.
Elektroauto: Drei Motoren und 1.156 PS
Das Elektroauto hat einen Motor vorn und zwei an der Hinterachse, zusammen 850 kW (1.156 PS) und 1.210 Nm. Damit sprintet der rund 2,9 Tonnen schwere Z9 GT in 2,7 Sekunden auf 100 km/h und fährt bis zu 270 km/h. Weil jedes Hinterrad einen eigenen Motor hat, kann er Drehmoment gezielt verteilen. Mit der Allradlenkung schrumpft der Wendekreis auf 9,2 Meter, dazu kommen Spielereien wie der Krabbengang und die Drehung auf der Stelle.
Die Batterie ist BYDs Blade-Batterie der zweiten Generation mit 122,49 kWh und LFP-Zellen. Nach WLTP reicht sie für rund 600 km, die oft genannten 1.036 km gelten nach dem chinesischen CLTC-Zyklus. Im Alltag sind eher 450 km realistisch, der Normverbrauch liegt bei 23,6 bis 25,7 kWh pro 100 km. Eine Version mit Heckantrieb und über 800 km Reichweite hat Denza für Ende 2026 angekündigt.
Flash Charging: 1.500 kW – wo es geht
Die spektakulärste Zahl ist die Ladeleistung: Bis zu 1.500 kW nennt Denza, von 10 auf 70 Prozent soll es in rund fünf Minuten gehen, von 10 auf 97 Prozent in neun Minuten und selbst bei minus 30 Grad von 20 auf 97 Prozent in zwölf Minuten. Das funktioniert aber nur an BYDs eigenen Flash-Charging-Säulen. In China baut BYD dieses Netz bereits in großem Stil aus, in Europa will BYD bis Ende 2026 rund 100 und bis Ende 2027 über 3.000 aufstellen.
An normalen Schnellladern lädt der Z9 GT deutlich langsamer, mit der Leistung, die die Säule hergibt. Wer ihn heute in Deutschland kauft, sollte das Flash Charging deshalb als Zukunftsversprechen sehen, nicht als Alltagsvorteil.
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Plug-in-Hybrid: 776 PS und 200 km elektrisch
Der Plug-in-Hybrid kombiniert einen 2,0-Liter-Turbobenziner mit 200 kW (272 PS) und zwei Elektromotoren an der Hinterachse mit je 220 kW. Die Systemleistung liegt bei 570 kW (776 PS) und 1.035 Nm, der Sprint auf 100 km/h dauert 3,6 Sekunden, Schluss ist bei 260 km/h.
Die 63,82-kWh-Batterie reicht für rund 200 km rein elektrisch, im Alltag eher 150 bis 160 km. Zusammen mit dem Tank sind über 800 km möglich. Am Schnelllader lädt der Hybrid mit 82 kW. Für Vielfahrer ohne Flash-Charger in der Nähe ist er die alltagstauglichere Wahl – und 14.000 Euro günstiger.
Innenraum und Ausstattung
Innen gibt es drei große Bildschirme mit 13,2, 17,3 und 13,2 Zoll, ein Head-up-Display, zwei Kühlfächer mit 10 und 4 Litern, ein Soundsystem von Devialet mit 1.500 Watt und 20 Lautsprechern sowie Ledersitze mit Heizung, Kühlung und Massage. Serienmäßig sind 20-Zoll-Räder, eine Zweikammer-Luftfederung und Matrix-LED-Scheinwerfer mit 108 Zonen. Optional gibt es 21-Zoll-Räder und digitale Außenspiegel.
Für die Länge von 5,20 Metern ist der Kofferraum mit 495 Litern beim Elektroauto und 478 Litern beim Hybrid nicht groß, bei umgeklappter Rückbank sind es bis zu 1.680 Liter. Das Elektroauto hat zusätzlich einen Frunk mit 53 Litern. Beide Versionen dürfen bis zu 2.000 kg ziehen.
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Assistenzsysteme: God's Eye kommt 2027
Technisch ist der Z9 GT für BYDs Assistenzsystem God's Eye in der Version B gerüstet, mit Lidar, 11 Kameras, 3 Radaren und 12 Ultraschallsensoren. In Europa funktionieren derzeit aber nur Assistenzsysteme wie Abstandstempomat und Spurhalten auf Autobahnniveau. Die Stadtfunktion, bei der das Auto entlang der Navi-Route selbst abbiegt und an Ampeln hält, soll 2027 per Software-Update kommen – der Z9 GT ist dafür das erste Modell in Europa. Voraussetzung ist eine Zulassung nach der UN-Regel R171.
Händler, Service und Garantie
Denza verkauft in Deutschland über eigene Showrooms und Partner, unter anderem in Köln und Frankfurt. Neben dem Z9 GT bietet die Marke den Luxusvan D9 DM-i an, mit dem Bao 5 folgt das erste Denza-SUV für Europa.
Auf das Fahrzeug gibt Denza sechs Jahre Garantie, auf die Batterie acht Jahre. Ein Euro-NCAP-Ergebnis für den Z9 GT liegt noch nicht vor.
Denza Z9 GT gegen Porsche und Co.
Gegen den Porsche Taycan Sport Turismo und den Audi RS e-tron GT bietet der Z9 GT mehr Leistung, mehr Platz und mehr Ausstattung zu einem niedrigeren Preis. Dafür ist er schwerer, die Marke ist in Europa unbekannt, und der Wiederverkaufswert lässt sich noch nicht abschätzen. Wer einen günstigeren chinesischen Shooting Brake sucht, findet ihn im Zeekr 7GT ab knapp 48.000 Euro.
- Enorme Leistung bis 1.156 PS
- Flash Charging mit bis zu 1.500 kW (an BYD-Säulen)
- Allradlenkung mit 9,2 m Wendekreis
- Üppige Serienausstattung inklusive Luftfederung
- Plug-in-Hybrid mit 200 km elektrischer Reichweite
- 2.000 kg Anhängelast
- Flash-Charging-Netz in Europa erst im Aufbau
- Rund 2,9 Tonnen schwer
- Kofferraum für 5,20 Meter klein
- Stadt-Assistenz erst ab 2027
- Marke in Europa noch unbekannt, Wiederverkauf unklar
Der Denza Z9 GT ist das bislang beeindruckendste chinesische Auto in Europa: mehr Leistung als jeder Porsche dieser Klasse, ein durchdachtes Fahrwerk und eine Ausstattung ohne Aufpreisliste. Ob sich der Kauf lohnt, hängt vor allem am Laden: Solange es in Deutschland kaum Flash-Charger gibt, ist der Plug-in-Hybrid für viele die sinnvollere Wahl. Wer das Elektroauto nimmt, kauft ein Stück Zukunft mit.

