Li Auto bringt das Elektro-SUV i6 im Oktober zum Pariser Autosalon und ab Q4 2026 in Europa in den Verkauf.
Bild-Quelle: Li Auto
Li Auto: Elektro-SUV i6 startet im vierten Quartal in Europa
Li Auto hat seinen Auslandsfahrplan präzisiert – und für Europa einen konkreten Termin genannt. Das rein elektrische SUV i6 soll im Oktober auf dem Pariser Autosalon debütieren und anschließend im vierten Quartal 2026 in Europa in den Verkauf gehen. Es wäre der erste Auftritt der Marke auf einer großen europäischen Messe und ihr Einstieg in den europäischen Markt.
Bemerkenswert ist die Zweiteilung der Strategie: In Europa setzt Li Auto auf reine Elektroautos, im Nahen Osten und in Zentralasien dagegen auf seine Range-Extender-Modelle der L-Reihe. So startet der große EREV-SUV L9 im September in Dubai; in Kasachstan (mit lokaler Montage) und Usbekistan ist er bereits eingeführt. Für Rechtslenkermärkte wie Hongkong und Singapur folgt bis Jahresende der MEGA-Van, später eine Rechtslenker-Version des i6.
Der Vorstoß fällt in eine schwierige Phase im Heimatmarkt: Im zweiten Quartal verbuchte Li Auto einen Nettoverlust von 1,7 Milliarden Yuan, die Auslieferungen sanken um 11,5 Prozent. Die Auslandsexpansion ist einer der Hebel, mit denen das Unternehmen gegensteuern will. In Deutschland unterhält Li Auto bereits ein Entwicklungszentrum in München und ist der chinesischen Handelskammer bei der EU beigetreten. Gefertigt wird vorerst in China und exportiert; eine lokale Produktion in Europa geht Li Auto nur vorsichtig an.
| Modell für Europa | Li i6 (rein elektrisches SUV) |
|---|---|
| Europa-Premiere | Pariser Autosalon, Oktober 2026 |
| Verkaufsstart Europa | 4. Quartal 2026 |
| Strategie Europa | reine Elektroautos (BEV) |
| Naher Osten/Zentralasien | Range-Extender (L-Reihe) |
| L9 in Dubai | September 2026 |
| Rechtslenker | MEGA für Hongkong/Singapur bis Jahresende, i6 später |
| Basis in Deutschland | Entwicklungszentrum München |
| Produktion | Export aus China (lokale Fertigung vorerst zurückhaltend) |
Konkrete Europa-Preise und Ausstattungen hat Li Auto noch nicht genannt; sie dürften rund um die Paris-Premiere im Oktober folgen. Diese Einordnung ist keine Anlageberatung.
Was das für deutsche Interessenten bedeutet
Mit dem i6 bekommt Deutschland erstmals ein Li-Auto-Modell – und zwar bewusst ein reines Elektroauto statt der in China dominierenden Range-Extender. Der i6 ist ein Mittelklasse-Elektro-SUV, das in China zu den meistproduzierten Modellen zählt und dort gegen den Xiaomi YU7 und die Nio-Submarke Onvo antritt. In Europa trifft er auf etablierte Elektro-SUV; als reines Elektroauto trägt er allerdings den EU-Sonderzoll.
Für deutsche Käufer lohnt es sich, den Pariser Autosalon im Blick zu behalten: Dort wird sich zeigen, ob Li Auto sein in China erprobtes Konzept – viel Platz, Komfort und Software fürs Geld – auch preislich überzeugend nach Europa bringt. Interessant ist der Kontrast zu Nio, das seine Europaexpansion gerade zurückfährt, während Li Auto Gas gibt.
EinordnungLi Auto ist einer der bekanntesten China-Hersteller und hat mit seinen Familien-SUV in China Maßstäbe gesetzt. Der Europa-Einstieg mit dem i6 fällt allerdings in eine Phase, in der die Marke im Heimatmarkt unter dem Preiskampf leidet. Der Pariser Autosalon im Oktober wird der erste echte Härtetest – dort entscheidet sich, mit welchem Preis und welcher Positionierung Li Auto in Europa antritt.

